Der Topfavorit verliert trotz 16:0-Führung – Raiders überraschen weiterhin
Denver dreht gegen LA die Partie
Es will noch nicht so richtig für den diesjährigen Topfavoriten Los Angeles Rams. Nachdem der Super-Bowl-Champion aus dem Jahr 2022 bereits zum Saisonauftakt eine Niederlage kassierte, verlieren die Rams auch am dritten Spieltag. Die Partie bei den Denver Broncos startete allerdings optimal für LA. Die Offense rund um Quarterback Matthew Stafford skorte 16 Punkte und die Defense liess gar nichts zu.
Die 16:0-Führung war nach zwei Touchdowns der Broncos und erfolgreichen Two-Point-Conversions allerdings wieder weg und es kam zu einem intensiven letzten Viertel. Zunächst gingen die Rams nach einem erfolgreichen Field Goal nochmals in Führung und konnten sich auch schnell wieder den Ball zurückerobern. Danach wurde das Spiel dann so richtig auf den Kopf gestellt.
Stafford warf eine Interception, welche Broncos-Verteidiger Talanoa Hufanga in die Endzone zurücktragen konnte. Erstmals ging das Heimteam somit in Führung. Etwas mehr als eine gespielte Minute später änderte sich dies aber wieder und Stafford warf einen Touchdown über 48 Yards auf Konata Mumpfield. Plötzlich hiess es 26:23 für LA.
Noch blieben für die Broncos aber dreieinhalb Minuten. Quarterback Bo Nix führte sein Team auch über das Feld und klopfte schon fast an der Endzone an, als das Spiel vermeintlich entschieden schien: LA-Verteidiger Josh Wallace fing einen Pass von Nix ab, aber die Schiedsrichter sahen eine Pass-Interference des 26-Jährigen. Dies sorgte nicht nur bei den Rams für Unmut, sondern auch einige Schiedsrichter-Experten sahen kein strafbares Vergehen von Wallace. Wenige Plays später überquerte Nix selbst die Goalline und erzielte den entscheidenden Touchdown für die Broncos.
Stafford wird es in Denver zu laut
Die Rams bekamen zwar nochmals den Ball, aber hatten nur noch wenig Zeit, auf den Rückstand zu reagieren. Vor dem letzten Play des Spiels kam es dann zu einer kuriosen Szene. Die Broncos-Fans sorgten für so viel Lärm, dass Stafford zu Coach Sean McVay rennen musste, um zu fragen, welcher Spielzug geplant ist. Der 38-Jährige verstand wohl die Anweisungen über den Lautsprecher in seinem Helm nicht mehr.
🚨🚨THIS IS WILD🚨🚨
— MLFootball (@MLFootball) September 28, 2026
THE STADIUM IN DENVER WAS SO LOUD THAT #RAMS QB MATTHEW STAFFORD HAD TO RUN TO THE SIDELINE BEFORE THE FINAL PLAY JUST SO SEAN MCVAY COULD TELL HIM THE PLAY CALL.
MCVAY THEN STUMBLED AND DROPPED HIS HEADSET.
CRAZY.
🤯🤯🤯 pic.twitter.com/xU1OIZS1hm
Der letzte Pass des Spiels landete dann auch noch beim Gegner und die zweite Saisonniederlage für die Rams war besiegelt.
Bradys Raiders weiterhin im Hoch
Nach drei Spieltagen haben die Las Vegas Raiders gleich viele Siege gefeiert wie in der gesamten letzten Saison. Die Raiders, bei denen Quarterback-Legende Tom Brady Miteigentümer ist, gewinnen nach einer Aufholjagd auch das dritte Saisonspiel.
Mit drei Touchdowns in den letzten 18 Minuten drehte Las Vegas bei den New Orleans Saints einen 16:27-Rückstand und setzte sich schlussendlich mit 35:27 durch. Eine überragende Leistung zeigte dabei Quarterback Kirk Cousins. Zwei Drittel seiner Pässe brachte der 38-Jährige an den Mann und warf drei Touchdowns. In der nächsten Woche wartet mit den Kansas City Chiefs aber ein richtiger Brocken auf die Raiders. Auch die Chiefs haben in dieser Saison jedes Spiel gewonnen.
Cam Little nähert sich der 70-Yard-Schallmauer
Da fehlte wirklich nur ganz wenig. Cam Little, Kicker der Jacksonville Jaguars, brach beinahe seinen eigenen Field-Goal-Rekord. Beim 35:6-Sieg gegen die New England Patriots versuchte es Little mit einem 70-Yard-Field-Goal.
Cam Little attempts a record-breaking 70-yard field goal but it is no good.#NFL pic.twitter.com/obwBsaikJF
— TSN (@TSN_Sports) September 27, 2026
Das Verrückte dabei: Die Länge war nicht einmal das Problem, aber der Ball flog ganz knapp am rechten Pfosten vorbei. Den aktuellen NFL-Rekord hat Little im November 2025 mit einem erfolgreichen Field Goal über 68 Yards aufgestellt.
Lawrence mit speziellem Zeitspiel
Kurios wurde es in Jacksonville dann im vierten Viertel. Acht Minuten vor dem Ende lag das Heimteam bereits mit 22 Punkten in Führung, als Quarterback Trevor Lawrence die Chance hatte, selbst zum Touchdown zu laufen. An der 1-Yard-Line ging der Spielmacher aber selbst zu Boden.
WHAT IS TREVOR LAWRENCE DOING
— BrickCenter (@BrickCenter_) September 27, 2026
Bro HAS to be gambling 😭😭😭 pic.twitter.com/ANlCtI7m3y
Statt den sicheren Touchdown zu nehmen, wollte Lawrence lieber noch ein wenig Zeit von der Uhr nehmen, damit die Patriots weniger Zeit hätten, eine Aufholjagd zu starten. Dies ist zwar nichts Neues im American Football, aber acht Minuten vor dem Ende ist dann doch eher speziell. Dies gestand dann auch Lawrence nach dem Spiel ein: «Es war wahrscheinlich nicht die beste Entscheidung, aber wir haben im nächsten Spielzug gepunktet.» Bhayshul Tuten lief schlussendlich zum Touchdown.
Browns überraschen schon wieder
Nach dem überraschenden Sieg vor einer Woche gegen die Tampa Bay Buccaneers gewinnen die Cleveland Browns auch gegen die Carolina Panthers. Dank eines Touchdowns zwei Minuten vor dem Ende setzen sich die Browns mit 21:18 durch.
Alle vier Teams (neben Cleveland noch: Baltimore Ravens, Cincinnati Bengals und Pittsburgh Steelers) der AFC North haben nach drei Spieltagen je zwei Siege und eine Niederlage auf dem Konto.
Brasilianischer Kommentator rastet bei Ravens-Sieg aus
Während Pittsburgh gegen Divisionsrivalen Cincinnati gewinnen konnte, reiste Baltimore zusammen mit den Dallas Cowboys nach Brasilien. Im legendären Maracana-Stadion konnten sich die Ravens in allerletzter Sekunde den Sieg sichern.
Kicker Tyler Loop verwandelte mit auslaufender Zeit ein 56-Yard-Field-Goal und schoss seine Farben zum 34:31-Sieg. Dies sorgte bei einem brasilianischen Kommentator für pure Ekstase.
The Brazilian Portuguese commentary on that Tyler Loop field goal for the Ravens is exactly what everyone needs to hear right now pic.twitter.com/GS1F4dBzBZ
— Roberto Rojas (@RobertoRojas97) September 27, 2026
Gardner gewinnt nach fast zwei Jahren ein Spiel in den USA
651 Tage musste sich Star-Cornerback Sauce Gardner gedulden, bis er wieder auf US-Boden ein NFL-Spiel gewinnen konnte. Seit sich am 15. Dezember 2024 die New York Jets gegen die Jaguars durchsetzen konnten, wurde Gardner von einem kleinen USA-Fluch begleitet.
Zu Beginn der letzten Saison kassierten die Jets eine Niederlage nach der anderen und Gardner wurde zu den Indianapolis Colts getradet. Dort konnte sich der Cornerback zwar über einen Sieg freuen, aber die Partie fand nicht in den USA, sondern in der deutschen Hauptstadt Berlin statt. Es folgten in der restlichen Saison sieben Niederlagen in Serie und auch in der laufenden Spielzeit gingen die ersten zwei Saisonspiele verloren. Am Sonntag folgte für die Colts und insbesondere für Gardner die grosse Erlösung. Zu Hause gegen die Houston Texans konnte man sich knapp mit 19:17 durchsetzen.
Gardner reagierte auf der Social-Media-Plattform «X» mit einem Post und schrieb: «Hey Leute, ich habe heute in den USA gewonnen.»
Giants tackeln sich selbst und gewinnen trotzdem
Vor einer Woche kassierten die New York Giants nicht nur eine Niederlage gegen die Dallas Cowboys, sondern verloren auch noch ihren Quarterback Jaxson Dart. Der 23-Jährige wird wohl die ganze Saison ausfallen.
Trotz dieses Ausfalls konnten die Giants gegen die Tennessee Titans mit 12:7 gewinnen. Ersatz-Quarterback Jameis Winston blieb zwar ohne Touchdown, aber vier Field Goals von Dominic Zvada reichten zum Sieg.
Winston sorgte dafür zusammen mit seinem Running Back Cam Skattebo für den kuriosesten Moment der Partie. Als der Quarterback den Ball abgeben wollte, lief Skattebo voll in seinen Mitspieler und ging zu Boden.
Jameis Winston tackled Cam Skattebo 😭 pic.twitter.com/h4c1ut8a6q
— BrickCenter (@BrickCenter_) September 27, 2026
