Sport
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epa07870508 Canadian team react after the Rugby World Cup match between Italy and Canada in Fukuoka, Japan, 26 September 2019.  EPA/HIROSHI YAMAMURA EDITORIAL USE ONLY/ NO COMMERCIAL SALES / NOT USED IN ASSOCATION WITH ANY COMMERCIAL ENTITY

Höfliche Verlierer: Kanadas Spieler bedanken sich bei den japanischen Zuschauern für deren Support. Bild: EPA

Wann kann die Schweiz erstmals an einer Rugby-WM teilnehmen?

Die Rugby-WM in Japan ist ein Grossereignis auf der Suche nach einem breiteren Teilnehmerfeld. In der Warteschlaufe befindet sich unter anderem die Schweiz.



Auf den ersten Blick ist die ganz grosse Rugby-Welt gar nicht so weit von der Schweiz entfernt. Nicht in Kilometern: In Frankreich schauen sich über zwölf Millionen TV-Zuschauer die wichtigsten Spiele ihrer Nationalmannschaft an. Und auch nicht in Weltranglisten-Positionen: Die Schweiz belegt den 30. Rang und ist damit nur zehn Plätze schlechter klassiert als der WM-Teilnehmer Russland.

Und doch ist alles ein wenig komplizierter. Rugby tut sich mehr als andere Sportarten schwer, sich über sein Stammland hinweg zu verbreiten. Während der Fussball von England aus die ganze Welt erobert hat, konnte Rugby nur in wenigen nicht-anglophonen Ländern richtig Fuss fassen, in erster Linie in Frankreich, Argentinien und Italien. Dementsprechend trügerisch ist auch die Weltrangliste. Schon in den Top 30 koexistieren ganz verschiedene Rugby-Welten. Von den Neuseeländern, den hoch angesehenen Botschaftern ihres Landes, bis eben zu den Schweizern, die als Amateure fast unbemerkt ihre Länderspiele austragen.

Die besten Rugby-Spieler der Welt sind Profis, seit der internationale Verband 1995 seine Statuten diesbezüglich geändert hat. Ein halbes Dutzend Stars verdient mehr als eine Million Franken jährlich. In der höchsten französischen Liga kommt ein Spieler durchschnittlich auf rund 250'000 Franken pro Saison. Das sind keine Löhne, die mit dem Fussball vergleichbar sind, die aber natürlich für eine grosse Kluft im Vergleich zu Amateuren sorgen.

Leistungszentren in Nyon und Zürich

Es gehört zu den grössten Herausforderungen des internationalen Verbands, die Kleinen näher an die Grossen heranzuführen. «Es ist ein Langzeit-Ziel von World Rugby, die WM aufzustocken», sagt Veronika Mühlhofer, die Geschäftsführerin von Suisse Rugby. «Vorher müssen die Mannschaften aber kompetitiver werden. Niemand hat Interesse an Resultaten wie ein 110:0.»

In den letzten Jahren hat sich das Schweizer Rugby in die richtige Richtung entwickelt. Der Verband hat sich so weit professionalisiert, wie es das Jahresbudget von 800'000 Franken ermöglicht. Veronika Mühlhofer arbeitet im 75-Prozent-Pensum, der Chef Leistungs- und Breitensport, der Franzose Sébastien Dupoux, hat eine Vollzeit-Stelle. «Es geht darum, Strukturen aufzubauen», erklärt Mühlhofer und berichtet von den zwei Leistungszentren, die in den letzten Monaten eröffnet wurden, eines in Nyon und eines in Zürich. Dort werden die 20 bis 25 talentiertesten Nachwuchsspieler einmal wöchentlich von einem Nationaltrainer betreut und beraten.

Une action lors de la rencontre de rugby opposant la Suisse au portugal, ce samedi, 19 novembre 2016, a Yverdon-Les-Bains, dans le cadre du Rugby Europe Trophy. (KEYSTONE/Leo Duperrex)

Rugby in der Schweiz: Das Nationalteam in Yverdon gegen Portugal. Bild: KEYSTONE

Es wäre vermessen, von einem Boom zu sprechen, aber dank der medial auch in der Schweiz gut abgedeckten letzten WM in England und der Wiederaufnahme ins olympische Programm hat sich die Anzahl Lizenzierte in den letzten fünf Jahren auf rund 5000 verdoppelt. Damit ist Rugby in der Schweiz noch längst nicht über den Status einer Randsportart hinausgekommen, doch die Entwicklung stimmt positiv. «Das Potenzial ist da», freut sich Mühlhofer.

WM-Aufstockung für 2027?

Mühlhofer entdeckte das Rugby während ihres Studiums in den USA. In den letzten 20 Jahren war sie als Spielerin, Trainerin und Funktionärin tätig. Aber auch in anderen Sportbereichen und Sportarten hat sie viel Erfahrung im Management angesammelt. Seit knapp anderthalb Jahren ist Mühlhofer Mitglied des Council von World Rugby und damit am Puls des Internationalen Verbandes. Die meisten Entscheide werden im 48-köpfigen Rat gefällt, dem seit 2018 auch Frauen angehören.

Im Oktober reist Mühlhofer an die WM nach Japan. Ein Thema wird die Erweiterung des Teilnehmerfeldes sein. Momentan ist die Weltmeisterschaft eine nicht ganz, aber fast geschlossene Gesellschaft. Gerademal ein Team aus Europa hat sich die Teilnahme über die Qualifikation gesichert (Russland), alle anderen standen schon nach dem letzten Turnier als Teilnehmer fest. Für die WM in vier Jahren in Frankreich bleibt alles beim Alten. Für 2027 könnte das Turnier aber aufgestockt werden und die grosse Rugby-Welt auch für die Schweiz ein gutes Stück näher rücken. (ram/sda)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hexenkönig 28.09.2019 02:16
    Highlight Highlight Nein nein nein! Lieber freue ich mich auf (fast) jedes Spiel einer 20er-WM, als dass wir dann die Hälfte der Gruppenspiele wie bei der Fussball-WM einfach ignorieren können/müssen/dürfen.
    Die Niveauunterschiede sind wegen der grösstenteils mangelnden Professionalisierung schon heute ein Problem, welches sich ohne gewaltige Investitionen auch nicht bis 2027 lösen lässt.
  • fczzsc 27.09.2019 23:53
    Highlight Highlight Nur Rugby Seven wurde ins Olympische Programm aufgenommen.
    Das herkömmliche Rugby (15) ist nicht olympisch!
  • Neruda 27.09.2019 23:32
    Highlight Highlight Die Schweiz würde besser in Rugby League investieren. Ist viel spannender, da viel schneller als Union und wahrscheinlich auch einfacher näher an die Weltspitze zu kommen. Schaut mal bei der australischen NRL rein. Könnte Union begeisterten so wie auch Leuten gefallen, die dies biz zu langsam finden.
  • Nelson Muntz 27.09.2019 22:45
    Highlight Highlight Die CH Nati kämpft engagiert und tapfer, ist aber von Italien etwa soweit weg, wie der FC Bulle von der Squadra Azzurra. Wäre schön, wenn die durchaus positiven Entwicklungen weitergeführt werden können.

«Ich mache es ja nicht extra» – der FCB hofft auf das nächste Phänomen

Der FC Basel empfängt am Donnerstag Apoel Nikosia zum Rückspiel in den Europa-League-Sechzehntelfinals.

Wer im Duden das Wort «Phänomen» nachschlägt, dem werden ein paar Erläuterungen aufgelistet. Ein Phänomen sei «etwas, was sich beobachten, wahrnehmen lässt», oder aber eine «bemerkenswerte Erscheinung». Seinen Ursprung hat das Wort im Griechischen, «Phainomenon» hiess es bei den Hellenen und war gar vergleichbar mit einer Himmelserscheinung.

Nun, so weit wollen wir nicht gehen. Aber es ist schon passend, dass am vergangenen Donnerstag neuerlich ein kleines Phänomen, eine bemerkenswerte …

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