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SRF-Chefin verteidigt WM-Übertragungen und Nati-Reporter Sascha Ruefer

SRF-Moderatorin Annette Fetscherin im Gespräch mit den Experten Peter Zeidler und Fabian Frei (von links).
Moderatorin Annette Fetscherin im Gespräch mit den Experten Peter Zeidler und Fabian Frei (von links).Bild: srf

«SRF würde schon im Final stehen» – Sportchefin kontert Kritik an WM-Übertragungen

Bieder, brav und langweilig? Susan Schwaller, Leiterin Chefredaktion Sport, über die Fussball-Weltmeisterschaft im Schweizer Fernsehen, Sascha Ruefer und die Auswahl der Experten.
27.06.2026, 11:2927.06.2026, 11:29
Etienne Wuillemin
Etienne Wuillemin

Die WM-Gruppenphase ist vorbei: Hätte sich SRF für die K.o-Runde qualifiziert?
Susan Schwaller: Selbstverständlich, keine Frage! SRF würde sogar schon im Final stehen.

Susan Schwaller SRF
Susan Schwaller.Bild: srf

Was bringt Sie zu dieser Einschätzung?
Diese WM mit 104 Spielen, zu 17 Anspielzeiten in drei verschiedenen Ländern ist für uns ein sehr grosses Projekt. Die Vorbereitung hat uns gefordert, aber die Umsetzung funktionierte auf Anhieb und reibungslos. Unsere Berichterstattung ist umfangreich, umfassend. Ich finde, das ist nicht selbstverständlich. Gerade, wenn wir uns mit anderen Sendern vergleichen und dabei auf die viel knapperen Ressourcen schauen.

Die WM auf SRF wirkt wie ein ganz gewöhnlicher Sportanlass, das Studio ist dasselbe wie immer, die Aufmachung hat sich nicht entwickelt über die Jahre. Es ist «Sportpanorama» plus. Warum inszeniert SRF die WM nicht?
Wir müssen die finanziellen und personellen Ressourcen zielgerichtet einsetzen. Mit den Mitteln, die wir haben, sind wir gut aufgestellt. Ja, es ist ein Studio, das man seit Jahren kennt. Aber eben auch eines, das sich seit Jahren bewährt hat. Wir machen nicht die grosse Inszenierung. Dafür decken wir das ganze Turnier ab. Unser digitales Angebot mit den Streams, den Zusammenfassungen, Analysen, Interviews, mit dem Tippspiel ist einzigartig. Eine Fernseh-Produktion wie beispielsweise beim ZDF, das wäre nicht möglich.

Uns beschleicht das Gefühl, die Kreativität und die Lust auf Inszenierung sind im Vergleich mit der Fussball-WM grösser bei Olympia, wichtigen Skirennen oder Schwingfesten.
Ich finde, man kann das nicht miteinander vergleichen. Die Olympischen Spiele beispielsweise fanden am Tag statt, wir hatten das Studio an einem Wettkampfort. Die Fussball-WM wird in drei Ländern ausgetragen, viele Spiele finden mitten in der Nacht statt. Bis jetzt hatten wir Glück bezüglich Anspielzeiten der Schweizer Nationalmannschaft. Ein Team begleitet die Nati vor Ort durch das Turnier. Bei den Spielen sind wir im Fernsehen und im Radio live im Stadion dabei. Noch einmal: es ist gewaltig, 104 Spiele zu zeigen, zu kommentieren und einen Vollservice zu bieten. Da muss man in gewissen Punkten etwas bescheidener sein, damit das funktioniert.

Der Cheftrainer der Schweizer Fussballnationalmannschaft, Murat Yakin, links, diskutiert mit Sascha Ruefer, Sportreporter von SRF, nachdem er das Kader fuer die bevorstehenden Laenderspiele bekannt ge ...
Reporter Ruefer (rechts) im Gespräch mit Natitrainer Yakin.Bild: keystone

Ist es eine Option, künftig einen Teil der 104 WM-Spiele an die Privaten abzugeben?
Das ist im Moment eine Frage, die nicht im Raum steht.

Fussball-WM-Zeit ist immer auch die Zeit, in der viel über Sascha Ruefer diskutiert wird. Welche Note erhält er im WM-Zwischenzeugnis von Ihnen?
(lacht laut). Ich finde, Sascha macht einen hervorragenden Job. Ich stehe voll hinter ihm. Sascha steht im weitaus grössten Schaufenster. Bei ihm wird per se jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. Sascha polarisiert, das wissen wir. Er kommentiert souverän.

Das Zusammenspiel von Ruefer mit Benjamin Huggel wirkt nicht ganz durchdacht. Huggel ist Experte, aber auch ein bisschen Co-Kommentator – das ist zu viel. Wie nehmen Sie das Zusammenspiel während der 90 Minuten wahr?
Zunächst möchte ich eines betonen: Es gibt keine strikten Vorgaben, wie häufig sich Beni einschalten darf, respektive wie häufig Sascha auf ihn zurückgreifen soll. Das Zusammenspiel soll lebendig sein. Je nach Spielverlauf und Szenen. Ich teile die Ansicht nicht, dass Huggel in seiner Expertenrolle etwas verliert. Er gibt sein Wissen unterstützend auch noch während des Spiels weiter. Das soll nicht starr nach Vorschriften sein, sondern lebendig.

Benjamin Huggel SRF-Fussball-Experte
Ex-Nationalspieler Benjamin Huggel.Bild: srf

Bei den Frauen ist das Konzept anders, es gibt eine klare Trennung. Das Duo Stettler/Rinast kommentiert, dazu Moderation und Expertinnen aus Zürich. Warum gibt es diese klare Trennung, die auch international überall stattfindet, bei den Männern nicht?
Es muss nicht überall gleich sein. Diese Form haben wir bei den Männern auf den Start der WM-Qualifikation hin definiert. Bis jetzt überzeugt uns das Konzept. In anderen Sportarten gibt es auch unterschiedliche Auftritte bei Männern und Frauen. Schlussendlich lebt das Programm von den Personen, die es gestalten.

Die Auswahl einiger Studio-Experten überzeugt nicht. Es geht häufig nur darum, einen Bezug zum Land zu haben, das gerade spielt. Ob die Person die Expertenrolle beherrscht, scheint nebensächlich.
Ja. Das soll so sein. Unsere Gäste können aufgrund ihrer Herkunft Aspekte liefern, welche die Gespräche lebendiger und farbenreicher machen. Das ganze bekommt eine zusätzliche Note zum Fakt «hier spielt Mannschaft A gegen Mannschaft B – schauen wir uns die Aufstellung an». Bei einer Fussball-WM haben wir stets ein sehr breites Publikum. Die eingefleischten Fussball-Fans, aber auch Zuschauerinnen und Zuschauer, die ein Spiel schauen, weil gerade WM ist. Die länderbezogenen Einladungen sind Absicht.

Mehr als die Hälfte der WM-Spiele ist mittlerweile vorbei. Würden Sie etwas anders machen im Rückblick?
Nein, ich bin wirklich sehr stolz auf unser Team. Unser Service ist so breit, so verlässlich und trotzdem immer wieder überraschend. Wenn vor einem Schweizer Spiel beispielsweise Kevin Fiala zu einem Interview vorbeikommt oder Sydney Schertenleib oder Josh Simpson...

... oder Haris Seferovic vor Schweiz – Bosnien-Herzegowina...
... richtig. Das finde ich wirklich mega cool, sich nicht ausruhen, auf dem, was mal geplant war. Wir wollen weiter kreativ sein und uns bemühen, ein attraktives Programm zu gestalten – im linearen sowie im digitalen Angebot. Das spüre ich beim ganzen Team.

Nochmals zum Studio: Wäre es nicht möglich gewesen, die gewohnte Sportpanorama-Umgebung zu verlassen und beispielsweise für die WM ins Studio zu zügeln, wo jeweils die Sports Awards stattfinden?
Nein, das ist unmöglich. Das Studio 1 wird stillgelegt. Es finden dort keine Produktionen mehr statt. Wir müssten daher extern gehen und dann befinden wir uns in Kostendimensionen, über die wir gar nicht reden müssen – das liegt nicht drin.

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QuerdurchdenPlenarsaal
27.06.2026 12:21registriert Januar 2019
Ich finde es in erster Linie grandios, können wir alle Spiele auf SRF sehen 🙌
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Madison Pierce
27.06.2026 12:49registriert September 2015
Ich denke, den meisten Zuschauern ist das Spiel wichtig und nicht das Studio. Deshalb finde ich es gut, dass SRF haushälterisch mit den Gebührengeldern umgeht.
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SBP
27.06.2026 12:49registriert Mai 2018
Das Gras auf der anderen Seite ist immer grüner und besser geht immer, das gilt aber nicht nur für SRF. Gutes Interview von Schwaller, in vielen Punkten gebe ich ihr recht. Vieles ist auch Geschmacksache!
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