Marlen Reusser gewinnt Zeitfahren an Tour de France – und übernimmt erstmals Maillot Jaune
Die Zeitfahrweltmeisterin Reusser ging das Rennen sehr schnell an und führte bei der Zwischenzeit mit 19 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte Lieke Nooijen. Am Ende rettete die 34-jährige Bernerin vier Sekunden auf die Niederländerin ins Ziel. Auf den 3. Platz fuhr mit Demi Vollering eine weitere Niederländerin.
🌈 Marlen Reusser storms to the fastest time at the finish!
— Le Tour de France Femmes avec Zwift (@LeTourFemmes) August 4, 2026
L'arrivée de Marlen Reusser, qui signe le meilleur temps ! ⏱️#TDFF2026 #WatchTheFemmes pic.twitter.com/IZRccAgV23
In der Gesamtwertung führt Reusser nun 14 Sekunden vor Vollering. Sie feierte ihren 40. Profisieg, den dritten bei der Tour de France. Vor allem ist sie die erste Schweizerin, die die wichtigste Rundfahrt der Welt anführt. Auch bei den Männern liegt das letzte Mal, dass ein Schweizer das Maillot jaune trug, eine ganze Weile zurück. Fabian Cancellara war dies im Jahr 2015.
Reusser überglücklich
«Überglücklich» sei sie, meinte Reusser in einem ersten Interview auf Französisch und Englisch strahlend. Auf der zweiten Hälfte des Zeitfahrens habe sie ein wenig Probleme gehabt mit dem Wind. Die Etappe sei aber von Beginn an ein grosses Ziel gewesen. «In Dijon, der Stadt des Senfs, in Gelb fahren», sagte sie lachend.
In den kommenden beiden Tagen darf sich die Schweizerin gute Chancen ausrechnen, das Leadertrikot zu verteidigen, sie werden über hügeliges Terrain führen. Ab Freitag geht es in den Alpen wirklich in die Berge, wo Reusser deutliche Fortschritte gemacht hat. Erst einmal strahlte sie übers ganze Gesicht. «Start am 1. August in der Schweiz, und es ist das erste Mal, dass ich die Tour wirklich mit Ambitionen in Angriff genommen habe.» Bis jetzt geht der Plan perfekt auf.
Ferrand-Prévot deutlich zurückgebunden
Die bisherige Leaderin Sigrid Haugset verlor gut drei Minuten. Zu den grossen Geschlagenen gehört die Vorjahressiegerin Pauline Ferrand-Prévot. Die Französin, deren Stärken in den Bergen liegen, verlor 2:13 Minuten auf Reusser. Ein beachtliches Handicap, ehe es ab Freitag in die Alpen geht.
Die vormalige Gesamtvierte Noemi Rüegg ging nicht an ihre Grenzen und büsste auf Reusser über drei Minuten ein. Der Fokus der Zürcherin liegt nicht auf der Gesamtwertung.
Die 5. Etappe führt über 140 km von Mâcon nach Belleville-en-Beaujolais. Rund zehn Kilometer vor dem Ziel könnte der Mont Brouilly (3 km mit 7,7 % durchschnittlicher Steigung) für eine Zäsur sorgen. (nih/sda)
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