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Jonas Vingegaard muss die Tour de France nach einem Sturz aufgeben

Jonas Vingegaard gibt die Tour de France 2026 nach einem Sturz in der 15. Etappe auf
Jonas Vingegaard steigt ins Auto des Tour-Arztes.Bild: srf

Vingegaard muss nach Sturz aufgeben – Evenepoel schlägt Pogacar bergauf

Jonas Vingegaard muss seinen Traum vom dritten Gesamtsieg an der Tour de France endgültig aufgeben. Der Däne ist auf der 15. Etappe in einer Kurve gestürzt und hat sich dabei verletzt. Den Tagessieg holt Remco Evenepoel, der neue Gesamtzweite.
19.07.2026, 17:0719.07.2026, 19:06

Vorne fährt Mauro Schmid solo vor den ehemaligen Kollegen einer Fluchtgruppe, bis ins Ziel sind es noch etwa 20 Kilometer. Rund zweieinhalb Minuten hinter dem Schweizer, der die Etappe am Freitag gewonnen hatte, rast die Gruppe der Favoriten in eine schwierig zu befahrende Rechtskurve – in der die Tour de France von Jonas Vingegaard endet.

Der 29-jährige Däne rutschte aus und prallte heftig auf die Strasse. Sofort hielt sich Vingegaard schmerzverzerrt die rechte Schulter. Die Fernsehbilder deuteten auf einen Schlüsselbeinbruch hin, was vom Team nach der Etappe bestätigt wurde. Mit dem Arm in einer Schlinge stieg er ins Auto eines Tour-Arztes.

Vingegaard war der erste Fahrer, der stürzte. Zu Boden gingen mit ihm unter anderem auch sein Teamkollege Sepp Kuss, und Tadej Pogacars Helfer Isaac Del Toro und Felix Grossschartner.

Mitten in der Nacht geweckt worden

In der Gesamtwertung belegte Jonas Vingegaard nach 14 Etappen den zweiten Platz. Sein Rückstand auf Tadej Pogacar im Maillot Jaune betrug 4:30 Minuten. Vor der Etappe hatten die beiden Stars von Dopingkontrollen in der Nacht berichtet, bei Vingegaard klopfte es um 2 Uhr an der Tür.

«Ich gebe dieser Tatsache nicht die Schuld am Sturz, aber es könnte eine Verbindung geben», sagte Pogacar. Vingegaards Schlaf sei gestört worden, worunter womöglich die Konzentration gelitten habe.

Vingegaard vom Team Visma Lease a Bike hatte die Frankreich-Rundfahrt 2022 und 2023 gewonnen. In den letzten beiden Jahren belegte er jeweils Rang 2 hinter Pogacar. In dieser Saison hatte er eine andere Herangehensweise gewählt und den Giro d'Italia bestritten – und gewonnen.

Etappensieg für Evenepoel

Um Ausreisser Mauro Schmid war es neun Kilometer vor dem Ziel auf dem Plateau de Solaison geschehen. Fünf Kilometer vor dem Ende setzte sich Pogacar an die Spitze des Rennens, nur Teamkollege Del Toro und Remco Evenepoel konnten ihm folgen.

Auf dem letzten Kilometer griff der Mexikaner Del Toro zwei Mal an, doch Evenepoel konnte beide Attacken parieren. Im Endspurt behielt er überraschend die Nase vorn.

Der den ganzen Tag über stark wirkende Belgier fügte Superstar Pogacar eine seiner seltenen Niederlagen zu. Dieser hatte wohl zu sehr versucht, seinem jungen Teamkollegen zum Sieg zu verhelfen. Hätte «Pogi» vor dem Ruhetag selber angegriffen, wäre gegen ihn wohl ein weiteres Mal kein Kraut gewachsen gewesen. Doch «hätte, hätte, Fahrradkette».

Voisard verbessert sich auf Rang 11

«Es fühlt sich grossartig an», sagte der 26-jährige Evenepoel, «dieser Sieg bedeutet mir sehr viel.» Es sei für ihn ein grosser Schritt vorwärts, dass er so ein hohes Tempo habe mitgehen können, «es war wahnsinnig hart».

In der Gesamtwertung verbesserte sich Evenepoel nach dem Ausscheiden Vingegaards auf Rang 2. Der Rückstand des Doppel-Olympiasiegers 2024 beträgt exakt fünf Minuten, Rang 3 belegt Del Toro. «Ich hoffe, dass ich diese Form in der abschliessenden Woche behalten kann», sagte Evenepoel. Am Dienstag könnte er gleich nochmals zuoberst stehen: Auf der französischen Seite des Genfersees findet ein 26 Kilometer langes Einzelzeitfahren statt.

epa13112511 Swiss cyclist Yannis Voisard of Tudor Pro Cycling Team signs autographs at the signature sign-on ahead of Stage 11 of the Tour de France, a 161.3 km route from Vichy to Nevers, France, 15  ...
Das Autogramm von Yannis Voisard dürfte immer begehrter sein.Bild: keystone

Einen starken Auftritt legte Yannis Voisard hin. Der 27-jährige Jurassier fuhr lange in der Fluchtgruppe des Tages mit und schaffte es als Elfter ins Ziel. Diesen Rang belegt Voisard nun auch in der Gesamtwertung.

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Die beliebtesten Kommentare
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clubmateicetea
19.07.2026 17:52registriert Mai 2019
Die Dopingkontrolle morgens um 02:00h hat sicher nicht dazu beigetragen, dass Vingegaart super konzentriert unterwegs war.
Eine Dopingkontrolle während der Tour in dieser Herrgottsfrühe finde ich unwürdig und unfair. Eigentlich ist es pure Schikane.
Das wird noch zu reden geben.
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Le Tondeur
19.07.2026 18:59registriert März 2023
Man stelle sich den Aufschrei vor, wenn Fussballer oder gar Leichtathletinnen mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen würden. Aber da Radprofis unter Generalverdacht stehen, scheint alles legitim. Dabei wird nicht mal berücksichtigt, dass sie lange drei Wochen Höchstleistungen erbringen müssen, mit nur zwei Ruhetagen, während bei anderen Sportarten immer wieder tagelang Erholung angesagt ist. - Es war eine Kurve, wie es viele hat. Die andern Fahrer haben sie problemlos gemeistert. Es war leider ein Fahrfehler von Jonas.
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