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Neuer Apple-Chef John Ternus: wichtige und kaum bekannte Fakten

epa12903434 (FILE) - Apple senior vice president of hardware engineering John Ternus presents the 'Apple Experience' to announce Apple's new products, including the MacBook Neo, in New  ...
John Ternus hat bereits Erfahrung mit den Produkte-Shows. Nun steht er vor seiner ersten Bewährungsprobe als CEO.Bild: keystone
Analyse

10 Fakten zum neuen Apple-Chef, die kaum jemand kennt

John Ternus galt als Küken im Top-Management von Apple. Nun trägt der 51-jährige Kalifornier beim führenden Tech-Konzern das Zepter.
01.09.2026, 19:0201.09.2026, 20:32

Seit der Gründung Apples vor 50 Jahren trug jede Ära die unverkennbare Handschrift des Anführers.

Steve Jobs war der charismatische Visionär, der mit dem Mac, iPod und iPhone ganze Industrien auf den Kopf stellte und Technologie in Lifestyle-Produkte verwandelte.

Als Tim Cook übernahm, folgte ein brillanter Architekt des globalen Managements. Er perfektionierte die Lieferketten in Übersee, skalierte das Geschäft und formte aus Steve Jobs' Erbe das wertvollste Unternehmen der Welt.

Heute, am 1. September 2026, beginnt das nächste historische Kapitel: Mit John Ternus rückt ein waschechter Ingenieur an die Spitze des iPhone-Konzerns.

Schon in acht Tagen wird die Tech-Welt bei seiner ersten Keynote genau hinsehen. Und die Aktionäre warten gespannt, wie Ternus das Unternehmen positionieren wird.

Wer also ist der stille Perfektionist, der nun in diese übergrossen Fussstapfen tritt? Hier sind die wichtigsten Fakten zum neuen starken Mann in Cupertino.

«Apple verfügt über enorme Ressourcen. Und diese Ressourcen stehen nun unter der Kontrolle von John Ternus.»
Apple Insider

Seit heute im Amt

epa13136518 John Ternus (L) and Tim Cook (R) arrive for the world premiere of the fourth season of the television series 'Ted Lasso' at the Academy Museum of Motion Pictures in Los Angeles,  ...
Solche PR-Auftritte gehören zum Pflichtenheft.Bild: keystone

Nach 15 Jahren an der Spitze hat Apple-Konzernchef Tim Cook per 1. September das Zepter an John Ternus übergeben. Der Wechsel war von langer Hand geplant und symbolisiert eine neue Ära für den kalifornischen Techgiganten.

Auch wenn nun Ternus die operative Leitung hat, bleibt Cook eine zentrale Figur im Apple-Universum. Er konzentriert sich auf strategische und repräsentative Aufgaben und hat neu die Rolle des Executive Chairman inne, was etwa geschäftsführender Vorsitzender des Verwaltungsrates heisst.

Zu den vordringlichsten Aufgaben von «Tim Apple» dürfte gehören, Donald Trump bei Laune zu halten.

«Innovation first»

Während Tim Cook als Logistik- und Management-Genie galt, rückt mit Ternus (Jahrgang 1975) wieder ein waschechter Ingenieur an die Apple-Spitze. Beobachter und Börsianer erwarten, dass unter seiner Führung der Fokus wieder stärker auf technischen Innovationen liegen wird.

Oft wird behauptet, Ternus sei der erste Ingenieur an Apples Spitze. Das ist falsch – auch Tim Cook ist studierter Wirtschaftsingenieur und frühere Chefs wie Gil Amelio oder Michael Spindler waren ursprünglich Ingenieure.

Ternus ist der erste Apple-Chef, der direkt aus der Position des obersten Hardware-Entwicklers an die Konzernspitze rückt.

Als er 2021 zum Senior Vice President of Hardware Engineering aufstieg, war er das jüngste Mitglied der obersten Führungsebene. Dies machte ihn früh zum logischen Kandidaten für die langfristige Nachfolge von Tim Cook.

Auch mit seiner Übernahme des CEO-Postens bleibt Ternus der Jüngste im «Executive Team» von Apple – der Nächstjüngere ist Finanzchef Kevan Parekh (Jahrgang 1972).

Fun Fact: Auf der Apple-Website war der Führungswechsel am Dienstag noch nicht vollzogen. Ternus wurde dort als «Senior Vice President Hardware Engineering» geführt.

Not so funny: Inklusive Ternus hatte Apple bislang insgesamt acht CEOs, und keiner davon war eine Frau.

Er hat ein Herz für Barrierefreiheit

Dass Technologie den Menschen in allen Lebenslagen helfen soll, demonstrierte Ternus bereits in der Studienzeit. Für seine Abschlussarbeit (1997) entwickelte er einen mechanischen «Fütterungsarm» für Menschen, die vom Hals abwärts querschnittgelähmt sind (Tetraplegie). Dieser Roboterarm liess sich allein durch Kopfbewegungen steuern.

Sein erstes Apple-Produkt

Ternus' Einstieg bei Apple vor einem Vierteljahrhundert war überraschend bodenständig. Als Mitglied des Produktdesign-Teams arbeitete er anfangs an externen Mac-Monitoren, genauer gesagt am «Apple Cinema Display».

Er startete mit Virtual Reality

Bevor Ternus 2001 zu Apple stiess, arbeitete er bei einem Unternehmen namens «Virtual Research Systems». Dort entwarf er frühe Vorläufer der heutigen Virtual-Reality-Headsets – eine Erfahrung, die ihm Jahrzehnte später bei der Entwicklung der Apple Vision Pro zugutekam.

Schwimm-Champion

Während seines Maschinenbau-Studiums an der University of Pennsylvania war Ternus ein ambitionierter Wettkampfschwimmer. Er trat für das Männerteam der renommierten Universität an und feierte Siege in Disziplinen wie 50-Meter-Freistil und 200-Meter-Lagenschwimmen.

Vater der M-Chips

In seiner Zeit als Leiter der Hardware-Abteilung hat Ternus bei fast jedem wichtigen Apple-Produkt der letzten Jahre seine Handschrift hinterlassen. Sein grösster Triumph war die reibungslose und äusserst erfolgreiche Umstellung der gesamten Mac-Computer-Linie auf die hauseigenen Apple-Silicon-Prozessoren (M-Chips), beginnend ab 2020.

Er gilt als ruhig und ist ein Adrenalin-Junkie

Der heute 51-jährige Ternus gilt als extrem ruhiger und umgänglicher Charakter. Doch in seiner Freizeit sucht er Nervenkitzel. Der Kalifornier ist ein begeisterter Motorsport-Fan und fährt regelmässig mit seinem eigenen Porsche auf legendären Rennstrecken wie Laguna Seca.

Um den Zusammenhalt unter seinen Ingenieuren zu stärken, wählte Ternus in der Vergangenheit nicht etwa Yoga-Retreats oder gemeinsame Kochevents. Stattdessen nahm er seine Kollegen mit in den Bundesstaat Washington, um dort in Rallye-Autos über Offroad-Pisten zu brettern.

Der stille Perfektionist

Im Gegensatz zu früheren schillernden Apple-Persönlichkeiten wie dem Chefdesigner Jony Ive tritt Ternus selten in den Vordergrund. Intern geniesst er jedoch höchsten Respekt als detailversessener, aber stets kollegialer Perfektionist, der sich auf die machbare technische Umsetzung konzentriert.

Sein Vorgänger hält grosse Stücke auf ihn. Bei der Ankündigung des Führungswechsels beschrieb Tim Cook ihn mit poetischen Worten: Ternus habe «den Verstand eines Ingenieurs, die Seele eines Innovators und das Herz, mit Integrität und Ehre zu führen».

Die Feuertaufe

Nur acht Tage nach seinem Amtsantritt wird Ternus am 9. September 2026 bei seiner ersten Keynote als Apple-Chef unter maximaler Beobachtung stehen. Das «Special Event» im Steve Jobs Theater unter dem Motto «Surprise and Shine» wird mit besonderer Spannung erwartet.

Neben der iPhone-18-Reihe wird voraussichtlich auch Apples erstes faltbares Smartphone vorgestellt.

Die Fertigung von «Foldables» ist mechanisch komplex und in der Herstellung relativ teuer. Apples Geschäftsmodell basiert jedoch auf riesigen Stückzahlen gepaart mit den höchsten Gewinnmargen der Branche. Ein iPhone, das sich auf Tablet-Grösse aufklappen lässt, bedroht zudem direkt die iPad-Verkäufe. Apple ist also bereit, die Grenzen seiner sonst strikt getrennten Produktkategorien (iOS vs. iPadOS) aufzuweichen und eigene Geräte zu kannibalisieren.

FILE - This July 16, 2010 photo shows Apple's Tim Cook, left, and Steve Jobs, right, during a meeting at Apple in Cupertino, Calif. (AP Photo/Paul Sakuma, File)
Apple 50th Anniversary
Apple-Urgesteine und erfolgreiche Anführer: Tim Cook sitzt 2010 neben Steve Jobs, als dieser bereits schwer an Krebs erkrankt war.archivBild: keystone

PS: Wird Apple so erfolgreich bleiben?

Das lässt sich nicht vorhersagen.

Der britische Techjournalist William Gallagher kommentiert zu den Anforderungen an den Apple-Chef:

«Ternus weiss am besten, was er tun wird, und Cook am zweitbesten, aber eigentlich können sich nicht einmal sie ganz sicher sein. Kein Job ist so, wie man ihn sich vorstellt, bis man ihn tatsächlich hat.

Kein Plan übersteht den Kontakt mit dem Feind, den Kunden, den Aktionären oder, in jüngster Zeit, auch mit Politikern. Die Position des CEO bei Apple vereint heute Technologieführerschaft, politisches Geschick, Logistikexpertise und vieles mehr.»

Dass Ternus ein Produktmensch sei, bedeute nicht, dass er Apple zu einem nächsten Gerät führen könne, das genauso überwältigend erfolgreich sei wie das iPhone.

«Was wir vielleicht nie erfahren werden, ist, was Ternus nun alles tun muss, um Apple weiterhin langfristig zu positionieren. Cook wurde dafür kritisiert, nicht Steve Jobs zu sein, dann dafür, dass Apple im Bereich KI ins Hintertreffen geraten war. Doch stets weigerte er sich, auf Schlagzeilen zu reagieren, und setzte stattdessen auf langfristige Pläne, die Apple auszeichnen und dem Unternehmen zum Erfolg verhelfen.»
quelle: appleinsider.com

Es wird erwartet, dass Ternus in den kommenden Jahren für wichtige Posten im obersten Führungsgremium Nachfolger und Nachfolgerinnen bestimmen kann, bzw. bestimmen muss. Die angestammten Top-Manager sind längst Multimillionäre, oder gar Milliardäre geworden.

Sicher ist: Apple wird auch weiterhin nur dann kommerziell erfolgreich sein, wenn die vielen schlauen Köpfe zusammenarbeiten, statt sich in Grabenkämpfen aufzureiben.

Quellen

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