Schweiz könnte bei neuem Krebsmedikament leer ausgehen – wegen Trump
Die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs bedeutet für die Hälfte der Betroffenen oft, dass sie nur noch wenige Monate zu leben haben. Die Krebsform ist besonders tödlich. Ein neues Medikament verspricht nun eine Verdoppelung der Überlebenszeit. Die Tablette Daraxonrasib aus den USA soll helfen. Doch Schweizer Patientinnen und Patienten dürften vergeblich hoffen, zumindest in den nächsten zwei Jahren.
Grund dafür ist die Preispolitik bei Medikamenten von US-Präsident Donald Trump. Für seine Bestpreisgarantie zwingt er Pharmafirmen immer häufiger zu Einzelverträgen. Damit müssen sie versprechen, die Medikamente in der Schweiz nicht billiger als in den USA anzubieten, wo sie bisher meist am teuersten waren.
Damit die Firmen weiterhin im US-Markt hohe Einnahmen generieren können, müssten sie damit die Preise in der Schweiz erhöhen, was wiederum wegen der staatlichen Reglementierung hierzulande nicht erlaubt ist, schreibt der «Tages-Anzeiger». In den USA kostet die Behandlung 40'000 Dollar pro Monat, in der Schweiz wäre sie um einige tausend Franken günstiger. Müssten die Pharmariesen die Preise in den USA an jene der Schweiz anpassen, würden Einnahmen verloren gehen. Deshalb rentiert es sich für sie kaum, das Medikament in der Schweiz überhaupt auf den Markt zu bringen.
Das hat weitreichende Folgen. Schon Novartis-Chef Vas Narasimhan warnte kürzlich gegenüber Bloomberg TV, dass die Zahl neuer Medikamente in der Schweiz sinken werde. «Wir werden schliesslich an einen Punkt gelangen, an dem die Öffentlichkeit nicht mehr akzeptiert, dass keine neuen Medikamente mehr kommen.»
Die Alternative: Schwerkranke in der Schweiz würden in Kauf nehmen, mehr für Medikamente zu bezahlen, da ihr Leben davon abhängt. (vro)
