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Milieudefensie director Donald Pols, holding a copy of the verdict, celebrates the outcome in the court case of Milieudefensie, the Dutch arm of the Friends of the Earth environmental organization, against Shell in The Hague, Netherlands, Wednesday, May 26, 2021 In a landmark legal battle of climate change activists in the Netherlands energy giant Shell was ordered to rein in its carbon emissions. (AP Photo/Peter Dejong)

Donald Pols, Direktor der niederländischen Umweltorganisation Milieudefensie, hält das Gerichtsurteil gegen Shell in die Höhe. Bild: keystone

Klimaaktivisten 3, Ölmultis 0: Was gestern alles gegen den Klimawandel getan wurde



Klimaaktivist Bill McKibben nannte den gestrigen Tag einen «Wendepunkt». Was war passiert? Der Tweet von Christian Lüthi fasst es zusammen:

Die einzelnen ✔️ nun im Detail:

Die Shell-Story

epa09229133 Donald Pols, director of Dutch environment organisation Milieudefensie, welcomes the court's decision in The Hague, The Netherlands, 26 May 2021. The Anglo-Dutch multinational company must reduce its emissions by 45 percent by 2030, the district court in The Hague said in a ruling.  EPA/REMKO DE WAAL

Donald Pols macht die Becker-Faust. Er hat soeben Stefan Edberg Royal Dutch Shell in die Knie gezwungen. Bild: keystone

Ein niederländisches Gericht hat den Ölmulti Shell dazu verdonnert, seine CO2-Emissionen bis ins Jahr 2030 um 45 Prozent zu reduzieren. Shells Reduktionsziele waren wesentlich bescheidener gewesen. Sie lagen bei 20 Prozent bis 2035.

Das für den Bezirk Den Haag zuständige Gericht, wo sich die Hauptverwaltung von Royal Dutch Shell befindet, begründete den Urteilsspruch damit, Shell sei für CO2-Emissionen verantwortlich, die zur Erderwärmung beitragen. Das könne gefährliche Folgen für die Niederlande haben. Ausserdem würde Shells Geschäftstätigkeit die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens gefährden.

Laut eines Berichts des «Guardians» im Jahr 2019 ist Shell seit 1965 für den Ausstoss von 31,95 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent verantwortlich. Das Unternehmen liegt damit auf Platz sieben der Unternehmen mit der grössten Treibhausgasproduktion.

Als Kläger trat ein Konsortium von sieben Umweltverbänden auf. Darunter befinden sich Greenpeace und Friends of the Earth.

Shell zeigte sich enttäuscht über den Beschluss und kündigte an, Berufung einzulegen. Freude herrscht hingegen bei den Umweltverbänden. Olaf Bandt, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Deutschland, nannte das Urteil historisch: «Zum ersten Mal in der Geschichte wurde ein Konzern verpflichtet, seiner Verantwortung für die Klimakrise gerecht zu werden und seine Emissionen radikal zu reduzieren. Das fossile Zeitalter neigt sich dem Ende zu. Das müssen auch die letzten grossen Umweltverschmutzer und ihre Lobbyverbände einsehen.»

Die Chevron-Story

FILE - In this Monday, Feb. 8, 2016, file photo, gas prices are displayed at a Chevron gas station in Sacramento, Calif. Chevron reports financial results Friday, April 29, 2016. (AP Photo/Rich Pedroncelli, File)

Chevron ist hinter Saudi Aramco der grösste Umweltsünder der Welt. Bild: AP/AP

Mit 43,35 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent auf Platz zwei dieser unrühmlichen Liste befindet sich Chevron. Der US-Erdölkonzern, in den Starinvestor Warren Buffet kürzlich erneut kräftig investierte, veranstaltete gestern sein jährliches Aktionärstreffen. Und die Aktionäre stellten sich gegen den Verwaltungsrat.

Mit 61 Prozent der Aktionärsstimmen wurde ein Vorschlag angenommen, welcher vorsieht, die Treibhausemissionen des Konzerns zu senken. In welchem Zeitraum und in welchem Ausmass wird allerdings nicht festgehalten.

Es handelt sich dabei um sogenannte «Scope 3»-Emissionen. Das sind Abgase, welche durch die Betriebstätigkeit entstehen, aber nicht direkt kontrolliert werden können. Dafür sorgen zum Beispiel der Einkauf von Waren, Geschäftsreisen, die Abfallentsorgung – aber auch der Bereich der Investitionen.

Die Exxon-Mobile-Story

In der Erd

Exxons Verwaltungsrat wird gerade erneuert. Mit überraschendem Resultat. Bild: sda

Auf Platz vier der «Guardian»-Liste steht mit 41,9 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent ebenfalls ein US-amerikanischer Mineralölkonzern: Exxon Mobile.

Auch Exxon veranstaltete gestern sein jährliches Aktionärstreffen – und auch hier kam es zum Kräftemessen zwischen Umweltaktivisten und der alten Garde im Verwaltungsrat. Unruhestifter in diesem Fall ist ein kleiner Hedge-Funds namens «Engine No. 1» (EN1).

EN1 versucht, das Schlachtschiff Exxon in friedlichere Gewässer zu steuern – sprich: auf einen nachhaltigen Kurs zu bringen – und damit auch noch gleich Geld zu verdienen. Die Investment-Aktivisten halten Aktien von Exxon im Wert von 50 Millionen – das sind gerade einmal 0,02 Prozent des Konzerns. Doch das reicht für einen kleinen Coup.

Für die Aktionärsversammlung schlug EN1 vier neue Verwaltungsräte vor. Zwei davon sind gestern nun gewählt worden – und verdrängen zwei alteingesessene Mitglieder.

Eine der gewählten ist Kaisa Hietala. Die Finnin war beim finnischen Mineralölunternehmen Neste für die erneuerbaren Produkte zuständig und sorgte dafür, dass sich deren Profite vervierfachten. Ebenfalls neu im Exxon-Verwaltungsrat sitzt Gregory J. Goff.

Exxons grösste Aktionärin, die weltgrösste Investmentfirma Black Rock, unterstützte drei der vier EN1-Kandidaten. Aktuell sind acht der 12 Sitze besetzt und vier vakant. Möglich also, dass die Kampagne von EN1 am Ende noch erfolgreicher wird.

Als kleine Einschätzung der Grösse des Erdbebens, das bei Exxon gerade stattfindet, dient ein Satz aus der «New York Times»: «Analysten können sich nicht daran erinnern, dass es jemals eine Abstimmung gab, bei der das Exxon-Management gegen fremde Kandidaten verlor».

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Video: watson/lea bloch

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