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Trump und SpaceX-Euphorie geben Kursen Auftrieb

Trump und SpaceX-Euphorie geben Kursen Auftrieb

11.06.2026, 22:4611.06.2026, 22:46

Die Absage geplanter US-Angriffe auf den Iran durch Donald Trump hat die New Yorker Börsen am Donnerstag euphorisiert. Die schon davor gute Entwicklung begründete Julian Emanuel von Evercore ISI mit der Angst vieler Anleger am Vorabend des Börsengangs von SpaceX , künftige Kursgewinne zu verpassen.

FILE - SpaceX's mega rocket Starship is prepared for a test flight from Starbase in Boca Chica, Texas, Sunday, Jan. 12, 2025. (AP Photo/Eric Gay, File)
SpaceX IPO
SpaceX geht morgen an die Börse.Bild: keystone

Vor allem die zuletzt gebeutelten Technologiewerte waren gefragt: Der techlastige Auswahlindex Nasdaq 100 baute seine Gewinne deutlich aus. Zum Handelsende stand er 3,29 Prozent im Plus bei 29'446,18 Punkten. Für den Leitindex Dow Jones Industrial ging es um 1,86 Prozent auf 50'848,75 Punkte hoch. Der marktbreite S&P 500 gewann 1,75 Prozent auf 7'394,30 Punkte. Damit machten die Indizes den schwachen Vortag fast wieder wett. Die Ölpreise gaben kräftig nach.

US-Präsident Trump begründete die Kehrtwende auf seiner Online-Plattform Truth Social mit laufenden Gesprächen, die die höchste Ebene der iranischen Führung erreicht hätten. Nach seiner Darstellung sind Verhandlungen über eine Befriedung des Konflikts einem Durchbruch nahe. Gespräche und endgültige Punkte seien im Detail von allen beteiligten Parteien gebilligt worden. Trump stellte sogar die Unterzeichnung eines Abkommens in Aussicht – Zeitpunkt und Ort würden in Kürze bekanntgegeben, womöglich könne am Wochenende in Europa unterzeichnet werden.

Dass Teheran einem Medienbericht zufolge Verhandlungsfortschritte dementierte und die Positionen der konfliktparteien in wichtigen Fragen zuletzt deutlich auseinander lagen, trübte die Stimmung am US-Markt nicht. Zur Wochenmitte hatten Trumps Drohungen gegen den Iran sowie weitere Gewinnmitnahmen im Halbleitersektor noch kräftig auf die Kurse gedrückt.

Derweil dürfte der SpaceX-Börsengang das Anlegerinteresse an Unternehmen mit Bezug zum Boom-Thema Künstliche Intelligenz (KI) auf eine ernsthafte Probe stellen. Tesla -Chef Elon Musk will mit dem Verkauf eines fünfprozentigen Anteils seines Raumfahrt-, Satelliten- und KI-Unternehmens rund 75 Milliarden US-Dollar einnehmen, was eine sagenhaft hohe Bewertung von insgesamt fast 1,8 Billionen Dollar ergeben würde. Der Ausgabepreis wurde auf 135 US-Dollar je Aktie festgelegt. Am Vortag hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen berichtet, dass die Nachfrage nach den Papieren mehr als viermal so hoch sei wie das Angebot.

Nach Geschäftszahlen des Branchenvertreters Oracle hielt der Abwärtstrend im Softwarebereich am Donnerstag an. Hingegen waren Halbleitertitel nach den gestrigen Gewinnmitnahmen wieder gefragt. Die Experten des Analysedienstes Vital Knowledge attestierten Oracle zwar ein ordentliches Quartal. Sie monierten aber anhaltend hohe Geldabflüsse für den Aufbau von Kapazitäten für den wachsenden Auftragsbestand. Mit einem Kursrutsch von 8,5 Prozent beschleunigten die Aktien die Talfahrt der vergangenen Tage.

Für die Titel der Branchenkollegen Adobe , Salesforce und Microsoft ging es um bis zu 6,3 Prozent bergab. Adobe legt nach US-Börsenschluss selbst Zahlen für das vergangene Quartal vor.

Die höheren Ausgaben von Oracle für Rechenzentren setzten Anleger offenbar gleich mit einer weiter kräftigen Nachfrage nach Halbleitern. Im Nasdaq 100 belegten KLA , Lam Research und Micron mit Kursgewinnen von bis zu 12,9 Prozent die vorderen Plätze.

Intel profitierte mit plus 9,3 Prozent auch davon, dass die Bank of America bei ihrer Einschätzung der Aktie eine Kehrtwende vollzog und zum Kauf rät. Analyst Vivek Arya ist nun optimistischer für die Chancen der Kalifornier in den Bereichen Prozessoren und Auftragsfertigung. (hkl/sda/awp)

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