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Russlands Wirtschaft steckt in der Krise – das ist der Grund

Cars line up at a Teboil gas station in Moscow, Tuesday, June 30, 2026. (AP Photo/Pavel Bednyakov)
Russia Fuel Shortages
Autos stehen Schlange bei einer Tankstelle in Moskau.Bild: keystone

Darum sehen Ökonomen Russlands Wirtschaft in der Krise

01.07.2026, 09:1401.07.2026, 09:31

Die russische Wirtschaft steckt aus Sicht von Ökonomen wegen hoher Zinsen, ukrainischer Angriffe und Internetsperren in einer Krise. Laut der Prognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) stagniert das Wirtschaftswachstum dieses Jahr bei 0,6 Prozent – nach jeweils 4,9 Prozent und 1 Prozent 2024 und 2025.

Schuld an der aktuellen Lage sei vor allem die zu restriktive Geldpolitik der Notenbank in Moskau, «die die Wirtschaft abwürgt», weil sie Kredite zu teuer mache, sagte wiiw-Russlandexperte Vasily Astrov. Die Investitionstätigkeit brach demnach im ersten Quartal um 14 Prozent ein.

Angriffe auf Russlands Energiesektor

Auch die ukrainischen Attacken auf russische Energieanlagen und die daraus entstandenen Probleme mit der Kraftstoffversorgung schadeten der Wirtschaft, meinte Astrov. Internetsperren sorgten für zusätzliche Probleme in der stark digitalisierten Wirtschaft, hiess es.

Dennoch bleibt Moskau aus Sicht des wiiw weiter in der Lage, den Angriffskrieg gegen die Ukraine fortzusetzen und zu finanzieren. Nächstes Jahr rechnet das Institut mit einem Wachstum von 1,3 Prozent.

Ukraine kämpft mit Folgen des Iran-Kriegs

Für das Bruttoinlandsprodukt der Ukraine prognostizieren die Fachleute einen Anstieg von 1 Prozent in diesem Jahr und 2,5 Prozent im nächsten Jahr. Die Ukraine leide nicht nur unter den Angriffen auf seine Energieanlagen, sondern auch unter den Auswirkungen des Iran-Kriegs, hiess es.

Das Land sei von Treibstoff- und Düngerimporten abhängig, die durch die Blockade der Meeresenge von Hormus teurer geworden seien. Der im April bewilligte EU-Kredit von mehr als 90 Milliarden Euro stabilisiere aber die ukrainische Wirtschaft, so das wiiw.

Robustes Wachstum in Mittel- und Osteuropa

Insgesamt prognostiziert das Institut ein robustes Wachstum in Mittel-, Ost- und Südosteuropa – trotz des Iran-Konflikts. Der Trend werde vom privaten Konsum, von EU-Geldern und von Investitionen in die Rüstungsindustrie angetrieben. Gleichzeitig kämpfe die mit Deutschland verflochtene Industrie der Region aber nach wie vor mit der deutschen Industrie-Krise, hiess es.

In den elf östlichen EU-Ländern erwartet das wiiw ein Wachstum von 2,2 Prozent (2026) und 2,4 Prozent (2027) – deutlich stärker als die erwarteten Werte der Eurozone. (sda/awp/dpa)

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