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Israels Krieg gegen George Soros

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Vereint gegen den verhassten Milliardär Soros: Benjamin Netanyahu (links) und Viktor Orban.Bild: EPA/MTI

Israel unterstützt Ungarns antisemitische Kampagne gegen George Soros

Benjamin Netanyahu trifft heute Viktor Orban. Der üble Antisemitismus des ungarischen Premiers lässt ihn dabei kalt.
18.07.2017, 14:2219.07.2017, 05:00

George Soros ist ein rotes Tuch für alle Braunen und Schwarzen. Er ist das ultimative Feindbild von Nationalisten und das Symbol einer angeblichen jüdischen Weltverschwörung. US-Hasspredigern wie Alex Jones oder Glenn Beck ist keine Theorie zu absurd, um sie ihm nicht anzudichten. Geheimbünde wie «Anonymous» verteufeln ihn täglich auf YouTube oder Facebook.    

Der ehemalige Fox-News-Moderaor Glenn Beck malt hanebücherne Thesen an die Wandtafel.
Der ehemalige Fox-News-Moderaor Glenn Beck malt hanebücherne Thesen an die Wandtafel.

Im wirklichen Leben ist George Soros (86) ein ungarischer Jude, der nur ganz knapp dem Holocaust entrinnen konnte. Er floh nach England und studierte an der London School of Economics. Dort lernte er Karl Popper kennen, den wichtigsten liberalen Philosophen des 20. Jahrhunderts, und wurde dessen grösster Fan.

Auch die dubiose Vereinigung Anonymous schiesst gegen Soros.
Auch die dubiose Vereinigung Anonymous schiesst gegen Soros.

Später wurde Soros zum erfolgreichsten Financier des 20. Jahrhunderts. Als er am 16. September 1992 die Bank of England knackte und dabei eine Milliarde Dollar verdiente, wurde er über Nacht weltberühmt. Heute wird sein Vermögen auf rund 25 Milliarden Dollar geschätzt.  

Soros verprasst sein Geld jedoch nicht mit Yachten oder Privatjets, er investiert es in gemeinnützige Stiftungen. Rund um den Erdball unterstützt seine Open Society Foundation Demokratie und Rechtsstaat. Sie hat den Zweck, «Gerechtigkeit, Bildung, öffentliche Gesundheit und unabhängige Medien», zu fördern.  

Auch Putin hasst Soros

Der liberale Soros ist allen autoritären Diktatoren ein Dorn im Auge. In Russland hat Wladimir Putin die von ihm unterstützten NGOs verbieten lassen. Das will Viktor Orban auch ihn seinem Heimatland tun. Er setzt alle Hebel in Bewegung, um die Central European University in Budapest zu schliessen. Diese liberale Hochschule wird von Soros gesponsert.  

Orban stört sich daran, dass Soros sich dafür einsetzt, Flüchtlinge aus dem syrischen Krieg einreisen zu lassen. Ungarn hat bekanntlich seine Grenzen geschlossen und mit einem Zaun gesichert. Der ungarische Premier ist ein Hardliner und hat die Demokratie in seinem Land zu einer Farce verkommen lassen.  

Hillary Clinton als Marionette von George Soros.
Hillary Clinton als Marionette von George Soros.

Ungarn hat eine lange und hässliche Geschichte in Sachen Antisemitismus. Im Zweiten Weltkrieg hat die Regierung mit Hitler kooperiert und, als der Krieg schon verloren war, die Mehrzahl seiner Juden nach Auschwitz in den Tod geschickt. Auch im modernen Ungarn ist Antisemitismus weit verbreitet. Die offen faschistische Partei Jobbik gehört zu den stärksten rechtsextremen Parteien in Europa. Orbans Partei Fidesz operiert ebenfalls weit rechts aussen.

In den letzten Wochen hat die ungarische Regierung eine gewaltige PR-Aktion lanciert, um Soros zu verunglimpfen. Der Antisemitismus war dabei so offensichtlich, dass der israelische Botschafter in Budapest dagegen protestierte. Er wurde jedoch von Netanyahu zurückgepfiffen. Soros unterwandere die demokratisch gewählte Regierung, indem er Organisationen unterstütze, die den jüdischen Staat diffamieren und das Recht auf Selbstverteidigung Israels in Frage stellen würden, lautet die fadenscheinige Begründung des Premierministers.  

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Viktor Orban (links) und Benjamin Netanyahu schreiten die Ehrenparade ab. Bild: AP/MTI

Netanyahus Vorgehen hat selbst in Israel heftige Reaktionen ausgelöst. Die liberale Zeitung Haaretz beispielsweise hat mehrere scharfe Kommentare gegen das Vorgehen des Premierministers veröffentlicht. Kein Wunder: Orban hat kürzlich gar Miklos Horthy öffentlich gelobt. So hiess der Regierungschef, der mit den Nazis kollaboriert hatte.  

Israel ist in den letzten Jahren politisch immer weiter nach rechts gerückt. Netanyahu ist ebenfalls auf den Nationalismus-Trip und versteht sich blendend mit starken Männern wie Putin, Trump und Erdogan. Nach Ungarn wird er nach Polen, Tschechien und in die Slowakei reisen, alles Länder, die ebenfalls eine üble antisemitische Vergangenheit haben – und in denen der Antisemitismus jetzt wieder gefährlich aufblüht.

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