Wirtschaft
Nationalrat

Nationalrat beharrt auf zusätzlichen Sonntagsverkäufen

Grossandrang von Menschen auf der Bahnhofstrasse waehrend des Sonntagsverkaufs an der Bahnhofstrasse in Zuerich am 2. Advent am Sonntag, 4. Dezember 2016. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Passantinnen und Passanten während eines Sonntagsverkaufs im Dezember an der Zürcher Bahnhofstrasse.Bild: KEYSTONE

Nationalrat beharrt auf zusätzlichen Sonntagsverkäufen

02.10.2026, 09:1302.10.2026, 09:13

Die Kantone sollen künftig bis zu zwölf Sonntagsverkäufe pro Jahr bewilligen dürfen. Dieser Meinung ist der Nationalrat. Er ist damit anderer Auffassung als der Ständerat, der im Juni gegen eine Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten votiert hat.

Mit 97 zu 95 Stimmen und mit vier Enthaltungen beschloss der Nationalrat am Freitag auf Antrag seiner Wirtschaftskommission (WAK-N), an der Möglichkeit für zusätzliche Sonntagsverkäufe festzuhalten. Nun hat der Ständerat nochmals zu entscheiden.

Die Mehrheit der Nationalratskommission war der Ansicht, dass ein gesellschaftliches Bedürfnis besteht, auch sonntags einkaufen zu können. Mit einer massvollen Lockerung könnte der Detailhandel darauf reagieren und auch einen Beitrag zu attraktiven Innenstädten leisten.

Die Kommissionsmehrheit hielt dazu fest, dass die Kantone in einem demokratischen Prozess selbst entscheiden könnten, ob sie von dieser erweiterten Möglichkeit Gebrauch machen oder darauf verzichten wollen. Die Revision erlaube es, regionale Gegebenheiten zu berücksichtigen, sagte Martin Hübscher (SVP/ZH) namens der Mehrheit.

Der Ständerat hatte in der Sommersession mit hauchdünner Mehrheit beschlossen, es bei vier bewilligungsfreien Sonntagsverkäufen im Jahr zu belassen. Eine «Sonntagsallianz» aus Ratsmitgliedern der SP, der Grünen, der Mitte sowie der SVP setzte sich durch, dank Stichentscheid von Ratspräsident Stefan Engler (Mitte/GR).

Eine Minderheit um Leo Müller (Mitte/LU) wollte es gleich halten. Es gebe bereits viele Möglichkeiten, Läden sonntags zu öffnen, sagte er. Und auch junge Menschen hielten es nicht für nötig, an sieben Tagen die Woche einkaufen zu können. Und das Einkaufsvolumen vergrössere sich ja nicht, es verteile sich einfach auf mehr Tage.

Das nun vom Nationalrat angenommene und vom Ständerat abgelehnte Gesetzesprojekt geht auf eine Standesinitiative des Kantons Zürich zurück, der im Vorfeld beide zuständigen Parlamentskommissionen Folge gaben. Auch der Bundesrat begrüsst das Anliegen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Zwei Milliarden für den Langzeitbetrieb: Gösgen-Chef fordert Hilfe vom Bund
Das AKW Gösgen könnte bis 2059 am Netz bleiben – dafür wären Investitionen von rund zwei Milliarden Franken nötig. Daran soll sich auch der Bund beteiligen, findet AKW-Chef Alexander Puhrer.
Alexander Puhrer federt der grünen Linie entlang, die den Ausgang aus dem AKW Gösgen markiert. In einem früheren Leben war er Opernsänger, sang in Wien, Salzburg und den USA, wo er auch Physik studierte. Heute dirigiert Puhrer ein Atomkraftwerk im Schweizer Mittelland – und rund 600 Angestellte.
Zur Story