Die Post verschiebt Klimaziele um 10 Jahre – Politik fordert Erklärungen
Die Post passt ihre Klimaziele an. Statt 2030 soll der eigene Betrieb nun 2040 klimaneutral sein. Auch das angestrebte Jahr für eine Netto-Null-Wertschöpfungskette verschiebt sich um zehn Jahre, von 2040 auf 2050. Stimmen aus der Politik fordern nun eine Erklärung.
Dass die 2022 festgelegten Klimaziele zu ambitioniert gewesen seien, verneint die Post gegenüber dem Blick. «Das Ziel war im damaligen Umfeld realistisch.» In der Zwischenzeit hätten sich aber der Markt, Technologien und wirtschaftliche Rahmenbedingungen verändert.
Das Unternehmen kürzte nun die Ausgaben für CO2-Entnahme und -Speicherung. Dieser Markt habe sich langsamer entwickelt als erwartet. Bei den Massnahmen zur CO2-Reduktion werde allerdings nicht gespart. «Die Post gehört beim Klimaschutz weiterhin zu den ambitioniertesten Unternehmen der Schweiz», beteuert ein Sprecher gegenüber der Zeitung.
Politik fordert Erklärungen
«Es ist ein Denkfehler, Klimaschutz einseitig als Kostenfaktor zu sehen. Die Kosten des Nichtstuns sind viel höher», meint die SP-Nationalrätin Gabriela Suter. Zwar verstehe sie, dass die Post unter wirtschaftlichem Druck stehe, aber «die Klimakrise verschiebt sich nicht einfach um zehn Jahre». Suter fordert nun Antworten. Man könne sich nicht jahrelang als Vorreiterin präsentieren und dann sein ambitioniertes Klimaversprechen ohne Erklärung zurücknehmen.
Für Christian Imark, SVP-Nationalrat aus Solothurn, ist die Justierung der Klimaziele hingegen keine Überraschung. «Die Klimaziele sind abstrakte Willensbekundungen, die mancherorts an den Realitäten scheitern werden, sowohl bei der Post als auch in Wirtschaft und Gesellschaft.» So sei es auch Realität, dass Technologien für die CO2-Entnahme und -Speicherung noch nicht wettbewerbsfähig implementierbar seien.
Bis 2040 müssen bundesnahe Betriebe und somit auch die Post mindestens Netto-Null-Emissionen erreichen. Das schreibt das Klima- und Innovationsgesetz vor. (nil)
