Wirtschaft
Reisen

Reiseanbieter Lastminute.com baut 400 Jobs ab

KI statt Personal: Reiseanbieter Lastminute baut hunderte Stellen ab

17.06.2026, 09:0517.06.2026, 10:45

Der Online-Reiseanbieter Lastminute richtet sein Geschäft auf den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) aus und streicht im Zuge einer Reorganisation voraussichtlich ein Viertel der rund 1600 Stellen. Offen blieb zunächst, wie stark der Stellenabbau die Schweiz betrifft.

Die Umstrukturierung soll bis Ende 2026 umgesetzt werden und ab 2027 zu jährlichen Kosteneinsparungen von rund 16 Millionen Euro führen, wie das an der Schweizer Börse SIX kotierte Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Der angekündigte Stellenabbau betrifft laut Lastminute rund 25 Prozent der Belegschaft. Eine absolute Zahl sowie eine Aufschlüsselung nach Ländern nannte das Unternehmen nicht. Auf Basis der rund 1600 Mitarbeitenden per Ende 2025 entspricht dies rund 400 Arbeitsplätzen, wie eine Berechnung auf Basis des Geschäftsberichts 2025 zeigt.

KI verändert Reisebranche grundlegend

Im Zentrum der Neuausrichtung steht die Einführung von KI in die Kernprozesse des Unternehmens. Zudem will Lastminute in die dafür notwendige Dateninfrastruktur sowie in spezialisiertes Fachwissen investieren. Nach Angaben des Unternehmens sollen die Massnahmen die operative Hebelwirkung erhöhen, profitables Wachstum ermöglichen und die Wettbewerbsposition stärken.

CEO Alessandro Petazzi bezeichnete den Wandel in der Mitteilung als notwendig. KI verändere die Reisebranche grundlegend und beeinflusse sowohl das Such- und Buchungsverhalten der Kunden als auch die Organisation der Unternehmen. Mit der Neuausrichtung wolle Lastminute eine Vorreiterrolle in der Branche einnehmen.

Mehrere Länder betroffen

Der Stellenabbau erfolgt in mehreren Ländern und unterliegt den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben und den vorgeschriebenen Konsultationen mit den Arbeitnehmervertretungen. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP teilte eine Sprecherin von Lastminute mit, dass das Unternehmen derzeit keine Aufschlüsselung nach Ländern, Standorten oder Funktionen vorlegen könne.

Der Hauptsitz in Chiasso bleibe jedoch bestehen. Dort seien weiterhin ein grosser Teil der Belegschaft und die Konzernleitung ansässig. Chiasso bleibe damit ein zentraler Standort der Gruppe, so die Sprecherin weiter.

Lastminute ist einer der grössten europäischen Anbieter von Pauschalreisen. Das Unternehmen kombiniert Flüge, Hotels und weitere Reiseleistungen auf einer eigenen Plattform. Zum Online-Reiseanbieter zählen neben der Marke lastminute.com auch Volagratis, Rumbo, weg.de, Bravofly, Jetcost und Hotelscan. (awp/sda)

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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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goodbunny
17.06.2026 09:27registriert Februar 2026
Wenn man sich die chaotischen Finanzzahlen der letzten Jahre anschaut, könnte man den Verdacht haben, dass ein Unternehmen hier die KI vorschiebt, um nicht das erfolglose Geschäftsmodell eingestehen zu müssen. Ja, KI verändert Prozesse und das Verhalten der Kundschaft, ein schlagartiger Abbau dieser Grössenordnung hat aber in aller Regel andere Hintergründe.
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Spellbinder
17.06.2026 09:36registriert September 2017
Danke, dann wissen wir ja wo wir nicht Buchen sollten.
Der Kundendienst wird sicher nicht besser.
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ZuAltZumCoden?
17.06.2026 09:16registriert Juni 2022
Warum braucht es solche Unternehmungen dann überhaupt noch? Man fragt die KI dann direkt nach Buchungsangeboten, ohne den Zwischenhändler.
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