Wirtschaft
Reisen

Ryanair verdient wegen teurem Kerosin deutlich weniger

epa12348222 A Ryanair airplane lands at Santiago de Compostela airport in Galicia, Spain, 03 September 2025. The Irish company announced it will reduce 16 percent of its capacity in Spain, which impli ...
Ryanairs Nettogewinn sank um 34 Prozent auf 538 Millionen Euro.Bild: keystone

Teures Kerosin: Ryanair verdient deutlich weniger

Ryanair – Europas grösste Fluggesellschaft nach Passagierzahlen – hat im ersten Quartal ihres Geschäftsjahres wegen höherer Treibstoffkosten und einer schwächeren Nachfrage deutlich weniger verdient.
20.07.2026, 10:0120.07.2026, 10:01

Der Nettogewinn sank im Zeitraum von April bis Juni um 34 Prozent auf 538 Millionen Euro, wie die irische Billigfluggesellschaft am Montag mitteilte.

Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch den Nahost-Konflikt. Zwar hat Ryanair rund 80 Prozent ihres Kerosinbedarfs für das laufende Geschäftsjahr zu festen Preisen abgesichert. Der Preis für den nicht abgesicherten Teil habe sich im ersten Quartal jedoch mehr als verdoppelt, erklärte Konzernchef Michael O'Leary. Dadurch stiegen die Betriebskosten um 11 Prozent.

Zugleich dämpfte die Unsicherheit infolge des Konflikts die Reiselust vieler Kunden. Ryanair senkte deshalb die Ticketpreise im Durchschnitt um 6 Prozent, um die Nachfrage anzukurbeln. Obwohl die Zahl der Passagiere um 6 Prozent auf 61,3 Millionen zunahm, legte der Umsatz wegen der günstigeren Tickets lediglich um 1 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro zu.

Verzicht auf Gewinnprognose

Für das bis Ende März 2027 laufende Geschäftsjahr verzichtet Ryanair weiterhin auf eine Gewinnprognose. Das Unternehmen hatte diese bereits im Mai wegen der geringen Visibilität infolge des Nahost-Kriegs zurückgezogen.

Auch nach den erneuten Kämpfen zwischen den USA und dem Iran Anfang Juli hänge das Jahresergebnis stark von geopolitischen Entwicklungen ab, erklärte Ryanair. Als Risiken nannte der Konzern insbesondere eine weitere Eskalation der Konflikte im Nahen Osten oder in der Ukraine.

Mehr Passagiere erwartet

An seinem Wachstumsziel hält Ryanair dagegen fest. Die Fluggesellschaft rechnet weiterhin damit, im laufenden Geschäftsjahr rund 216 Millionen Passagiere zu befördern. Der hohe Anteil abgesicherter Treibstoffpreise verschaffe dem Unternehmen nach eigenen Angaben einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Airlines.

An der Börse kamen die Zahlen jedoch schlecht an. Im vorbörslichen Handel verlor die Aktie zeitweise rund 5 Prozent. Analysten verwiesen auf den stärker als erwarteten Gewinnrückgang und die schwächeren Ticketpreise, die auch das wichtige Sommergeschäft belasten könnten. (sda/awp/afp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Iran-Krieg in Bildern
1 / 30
Iran-Krieg in Bildern

Menschen heben bei einer Demonstration in Tel Aviv die Hände, um ein Ende des Krieges zu fordern.

quelle: keystone / maya levin
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Mitmach-Pokal» für Donald Trump im Iran-Krieg
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Sunrise holt Finanzchef von Privatschulgruppe Cognita
Der Telekomkonzern Sunrise hat Andreas Tolpeit zum neuen Finanzchef (CFO) ernannt. Er übernimmt den Posten per 1. September und wird Mitglied der Geschäftsleitung, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Sein Vorgänger Jany Fruytier verlässt Sunrise nach einer Übergangsphase Ende August.
Tolpeit war zuletzt Finanzchef der international tätigen Privatschulgruppe Cognita, wo er unter anderem die Profitabilität steigerte und die digitale Transformation mitverantwortete, wie es hiess. Davor arbeitete er bei der Zürcher Beteiligungsgesellschaft Jacobs Holding als Leiter Investments.
Zur Story