Wirtschaft
Schweiz

Grippe-Saison: Lieferengpässe bei Impfstoffen

ARCHIV - 07.10.2021, Sachsen, Gro�p�sna: Eine Frauen�rztin impft eine Schwangere mit dem Impfstoff �Vaxigrip Tetra 2021/2022� vom Hersteller Sanofi Pasteur Europe gegen Grippe. (zu dpa "Vorbereit ...
Risikogruppen können sich jeweils im November gegen Grippe- und andere Viren impfen lassen.Bild: DPA-Zentralbild

Vor der Grippe-Saison kommt es zum Impfstoff-Engpass

Es wird allmählich kühler und bald geht die Grippe-Saison los. Doch die Apotheken haben nicht genügend Impfstoff. Deshalb soll die nationale Impfwoche ausgeweitet werden.
16.09.2026, 10:1516.09.2026, 10:15

Älteren und immungeschwächten Personen wird empfohlen, sich jedes Jahr vor der Grippe-Saison impfen zu lassen. Dafür findet jährlich eine nationale Grippewoche statt. Auch dieses Jahr sollen sich zahlreiche Menschen Anfang November in Apotheken und Arztpraxen impfen lassen können. Doch es gibt ein Problem: Bei zwei von vier Impfstoffen kommt es zu Lieferverzögerungen, berichtet SRF.

«Unser Impfstoff, den wir ursprünglich bestellt hätten, würde erst im Januar kommen», sagt etwa Lukas Korner-Wyss von der Apotheke Gränichen im Aargau zu SRF. Er beschreibt einen Engpass: Er selbst habe nun Mitte November eine Lieferung versprochen bekommen, ein anderer Anbieter, der bereits im Oktober liefern könnte, sei schon ausverkauft.

Das deutet darauf hin, dass nicht alle Apotheken pünktlich zur nationalen Impfwoche ausgerüstet sein werden. Trotzdem will der Apothekerverband Pharmasuisse daran festhalten, wie Sprecherin Stéphanie Logassi Kury erklärt. Allerdings werde es ein zweites Zeitfenster in der letzten Novemberwoche geben.

Die nationale Impfwoche
In diesem Jahr findet die nationale Impfwoche vom 2. bis 7. November statt. In dieser Zeit gibt es in Apotheken und Arztpraxen niederschwellige Angebote für Impfungen gegen Grippe, Covid-19 und RSV. Impfen lassen sollten sich insbesondere Risikogruppen, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern. Die Impfstoffe werden jedes Jahr den aktuell zirkulierenden Viren angepasst, da diese regelmässig mutieren.

Logassi Kury spricht von einer speziellen Situation. In den kommenden Jahren wolle man enger mit Herstellern, dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und Verbänden zusammenarbeiten, um einer solchen Situation möglichst früh vorbeugen zu können.

Denn offenbar gab es ein Kommunikationsproblem. Das ärgert auch Korner-Wyss. «Bis heute muss der Hersteller nicht informieren. Das heisst, wir stehen einfach hier, sehen, ein Produkt ist nicht lieferbar, und müssen uns dann arrangieren, ohne dass wir wissen, wie lange.»

Er fordert deshalb vom BAG, dass es die Hersteller in die Pflicht nimmt. Dieses kontert jedoch, dass die Impfstoff-Versorgung mit Ausnahme von Pandemien der freien Marktwirtschaft unterstehe und deshalb das BAG keine Handlungsmacht habe. (vro)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
700 Schafe rufen zum Impfen auf – formiert als Spritze
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
EU und Kanada schmieden Allianz für die Zukunft – der Plan in 6 Punkten
Die Europäische Union und Kanada rücken angesichts wachsender geopolitischer Spannungen und des schwierigen Verhältnisses zu den USA noch enger zusammen und schmieden eine «Allianz für die Zukunft». Zum Abschluss eines zweitägigen Gipfels im kanadischen Montreal brachten beide Seiten zahlreiche neue Projekte auf den Weg. Sie sollen etwa die Abhängigkeit von Grossmächten wie China und den USA bei Künstlicher Intelligenz (KI) und kritischen Rohstoffen reduzieren. Zudem ist die Hoffnung, dass so auch der eigene Einfluss in der internationalen Politik gestärkt werden kann.
Zur Story