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Im AKW Leibstadt gab es «eine Reihe von Vorfällen wegen menschlichen Fehlverhaltens»

ARCHIVBILD ZUR MELDUNG, DASS DAS AKW LEIBSTADT UNTER AUFLAGEN WIEDER ANS NETZ DARF --- Das Atomkraftwerk Leibstadt, aufgenommen am Samstag, 28. Mai 2011. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)
Das ENSI fordert, dass die Sicherheitskultur im AKW Leibstadt nachhaltig verbessert werden muss.Bild: KEYSTONE

Im AKW Leibstadt gab es «eine Reihe von Vorfällen wegen menschlichen Fehlverhaltens»

30.01.2019, 15:2730.01.2019, 15:27

Ein Mitarbeiter des Atomkraftwerkes Leibstadt hat entgegen behördlicher Vorgaben und betrieblicher Instruktionen seit 2016 an drei Neutronendosisleistungsmessgeräten keine Funktionstests mehr durchgeführt. Er wurde freigestellt.

Dieses Fehlverhalten habe keine Gefährdung von Mensch und Umwelt ausgelöst, teilte die KKL AG am Mittwoch mit. Sie führt eine umfassende Untersuchung des Vorfalls durch.

«Leider gab es in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Vorfällen aufgrund menschlichen Fehlverhaltens im Kernkraftwerk Leibstadt»
Georg Schwarz, stellvertretender ENSI-Direktor

Der Mitarbeiter sollte die Geräte gemäss ENSI-Richtlinie halbjährlich auf ihre Funktionstüchtigkeit hin testen. Mit den mobilen Neutronendosisleistungsmessgeräten wird in erster Linie die Dosisleistung vor dem Abtransport von Behältern ins Zwischenlager nach Würenlingen (ZWILAG) gemessen.

Der bisherige Stand der Untersuchungen lasse darauf schliessen, dass der betroffene Mitarbeitende statt die Funktionsprüfungen tatsächlich durchzuführen lediglich Werte der letzten Prüfung notierte, heisst es in der Mitteilung weiter. Aufgefallen ist der Fehler, als sich die Messparameter änderten und der notierte Wert nicht mehr plausibel war.

Als Sofortmassnahme wurden die drei Messgeräte an das Paul Scherrer Institut (PSI) zur Eichung gebracht. Dort wurde festgestellt, dass die Geräte funktionstüchtig sind und korrekt messen.

ENSI: Sicherheitskultur muss nachhaltig verbessert werden

«Leider gab es in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Vorfällen aufgrund menschlichen Fehlverhaltens im Kernkraftwerk Leibstadt», liess sich Georg Schwarz, stellvertretender ENSI-Direktor und Leiter des Bereichs Kernkraftwerke, in einem Communiqué der Nuklearaufsichtsbehörde ENSI zitieren. Es müssten deshalb Massnahmen ergriffen werden, die gewährleisten, dass die Sicherheitskultur im KKL nachhaltig verbessert werde.

Um dieser Forderung Nachdruck zu verschaffen, will das ENSI das Axpo-Management und die Kraftwerkleitung des KKL zu sich zitieren. Dabei werde die ENSI-Direktion klar zum Ausdruck bringen, dass die Häufung von Vorkommnissen im Bereich Mensch und Organisation nicht toleriert werde und die Verantwortlichen deshalb jetzt rasch dafür sorgen müssen, dass nötige Massnahmen ergriffen werden.

Aufgrund der Vorkommnisse will das ENSI seine Inspektionstätigkeit im Kernkraftwerk Leibstadt ab sofort deutlich erhöhen und damit vor Ort noch präsenter sein. Bereits heute führen ENSI-Mitarbeitende jährlich rund 100 angemeldete und unangemeldete Inspektionen sowie Anlagenbegehungen im Kernkraftwerk Leibstadt durch. Diese Zahl soll im laufenden Jahr deutlich erhöht werden. (whr/sda)

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