Wirtschaft
Schweiz

Schweiz und Grossbritannien schliessen Handelsdeal – das beinhaltet er

Bald keine Roaming-Gebühren mehr? Schweiz und Grossbritannien schliessen Handelsdeal

Die Schweiz und Grossbritannien haben die Verhandlungen für ein neues Freihandelsabkommen abgeschlossen. Nicht nur Fachkräfte, die im Königreich geschäften wollen, profitieren. Sondern auch Touristen.
13.07.2026, 17:5813.07.2026, 17:58
Lea Hartmann
Lea Hartmann

Nach über drei Jahren Verhandlungen steht ein neues Handelsabkommen zwischen der Schweiz und Grossbritannien. Bundespräsident Guy Parmelin und Peter Kyle, der britische Minister für Wirtschaft und Handel, haben den Abschluss am Montag besiegelt.

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Sichtlich zufrieden: Der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle und Guy Parmelin.Bild: keystone

Dank des Abkommens sollen Ingenieure, Berater und andere Fachkräfte künftig visumsfrei und damit einfacher für berufliche Einsätze ins Vereinigte Königreich reisen können. Firmen im Dienstleistungssektor erhalten mehr Rechtssicherheit, wenn sie britische Kundinnen und Kunden betreuen, in Grossbritannien investieren oder eine Niederlassung eröffnen wollen. Und für KMU erleichtert der Vertrag den digitalen Geschäftsverkehr.

Das neue Abkommen gehe «in mehreren Bereichen deutlich über die bisherigen bilateralen Regelungen hinaus» und stärke die Rechtssicherheit für Schweizer wie auch für britische Unternehmen, hält das Wirtschaftsdepartement fest.

Bald keine Roaminggebühren mehr

Die britische Seite verkündet den Abschluss deutlich euphorischer als die Schweiz. Was daran liegen dürfte, dass britische Firmen fast doppelt so viel Geld mit dem Verkauf von Dienstleistungen in der Schweiz machen als umgekehrt. Es handle sich um ein «wegweisendes Abkommen», heisst es in einer Mitteilung. Der Handel mit Dienstleistungen dürfte langfristig um rund 8 Milliarden Franken pro Jahr zunehmen, was einem Plus von 25 Prozent entspreche.

Der britische Premier Keir Starmer bewirbt das Abkommen bei seinen Landsleuten zudem mit dem Argument, dass sie künftig keine Roaminggebühren mehr in der Schweiz zahlen müssten. Das soll auch umgekehrt gelten, bestätigt das Staatssekretariat für Wirtschaft auf Anfrage. Noch können die Behörden aber nicht sagen, ab wann und wofür – also ob nur fürs Telefonieren oder auch fürs Surfen – keine Gebühren mehr anfallen. Details würden in den nächsten Wochen geklärt.

Schweiz findet Abkommen ein wichtiges Signal

Auch für die Schweiz ist Grossbritannien ein wichtiger Handelspartner. Aus Sicht des Bundes ist das Abkommen aber auch symbolisch wichtig. Dass zwei wirtschaftlich bedeutende Nicht-EU-Mitglieder in Zeiten zunehmender Fragmentierung und handelspolitischer Unsicherheit auf offene Märkte und verlässliche Regeln setzen, sei ein «geopolitisches Signal», so Parmelins Departement.

In trockenen Tüchern ist das Abkommen noch nicht. Die Unterzeichnung soll noch dieses Jahr erfolgen, anschliessend müssen die beiden Parlamente grünes Licht geben. Erst dann kann es in Kraft treten. (schweizheute.ch)

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56 Kommentare
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Juliet Bravo
13.07.2026 18:47registriert November 2016
Es heisst Abkommen, nicht Deal.
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Maurmer
13.07.2026 18:54registriert Juni 2021
Nein, CH und UK schliessen keinen « Deal ».

Hört bitte auf die Sprache Trumps zu übernehmen!
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Hänsel Thunberg
13.07.2026 18:44registriert August 2021
Wir (resp. unser Parlament) hätte es in der Hand gehabt, die Roaminggebühren mit der EU zu streichen. Aber die Gewinne der Swisscom waren anscheinend wichtiger.

Siehe hier: www.netzwoche.ch/news/2019-06-05/nationalrat-stellt-sich-gegen-die-abschaffung-von-roaming-gebuehren
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