Wirtschaft
Schweiz

Unlimitiertes Roaming: Konsumentenschutz spricht von Irreführung

Frau mit Smartphone (Symbolbild)
Wer im Ausland surft und viele Daten verbraucht, muss damit rechnen, dass die Netzgeschwindigkeit gedrosselt wird.Bild: Shutterstock

«Unlimitiertes» Roaming: Konsumentenschutz wirft Mobilfunkanbietern Irreführung vor

12.06.2026, 10:4412.06.2026, 12:15

Im Internet surfen oder telefonieren während den Ferien – früher kostete einen das eine halbe Niere. Heute kommen auch in der Schweiz wohnhafte Personen in den Genuss der unlimitierten Datennutzung im Ausland, da die meisten Abos der grossen Mobilfunkanbieter mittlerweile Datenvolumen und Freiminuten im Ausland vertraglich abgedeckt haben.

Doch genau das Bewerben dieser Angebote als unlimitiert kritisiert nun der Konsumentenschutz in einem Artikel des «Tages-Anzeigers». Denn obschon mit unbegrenztem Datenvolumen geworben wird, drosseln die Anbieter nach dem Erreichen einer vorgegebenen Datenmenge die Internetgeschwindigkeit.

Verringert sich dabei die Geschwindigkeit erheblich, ohne dass die Anbieter in ihrer Werbung explizit darauf hinweisen, dann sei dies irreführend, schreibt die Stiftung für Konsumentenschutz. Die Datenobergrenze liegt bei den meisten Abos bei 40 Gigabyte. Bis zum Erreichen dieser Datenmenge kann mit voller Geschwindigkeit das Internet genutzt werden. Gemäss der Zeitung reiche dies etwa, um rund 13 Stunden Netflix in HD-Qualität zu streamen.

Download eines Fotos dauert fünf Minuten

Danach gehe es jedoch bergab, bei Swisscom und Salt surft man nach Erreichen der Maximaldatenmenge noch mit 128 Kilobit pro Sekunde, bei Sunrise mit der doppelten Geschwindigkeit. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, dauere der Download eines einfachen Smartphone-Fotos mit 128 Kilobit pro Sekunde rund fünf Minuten.

Der Konsumentenschutz kritisiert dies und fordert, dass die Mobilfunkanbieter den Begriff «unlimitiert» nur dann verwenden sollen, wenn das Angebot auch tatsächlich unbegrenzt zu den üblichen Bedingungen genutzt werden kann. Eine Kritik, die sämtliche Anbieter zurückweisen.

Swisscom und Salt berufen sich darauf, dass die Internetnutzung auch mit geringerem Datenvolumen weiterhin möglich sei, ohne dass zusätzliche Kosten entstünden. Salt verweist darauf, dass solche Geschwindigkeitsdrosselungen im internationalen Roaming marktüblich seien.

Sunrise schreibt, die Drosselung sei nötig, damit allen Kunden im Mobilfunknetz eine gute Verbindungsqualität erhalten bleibe. Auch weisen Swisscom und Sunrise darauf hin, dass ein Volumen von 40 Gigabyte für die Mehrheit der Kundinnen und Kunden ausreichend sei.

Empfindest du den Begriff «unlimitiert» als irreführend?
An dieser Umfrage haben insgesamt 509 Personen teilgenommen

(jul)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
21 Male, als Leute versuchten, Spiegel zu fotografieren
1 / 23
21 Male, als Leute versuchten, Spiegel zu fotografieren

Irgendwie MUSS man schliesslich den Spiegel fotografieren. Hier kommen einige interessante Varianten. bild: twistedsifter.com

Auf Facebook teilenAuf X teilen
Depeche-Mode-Konzert wegen Handy unterbrochen – Frontmann Gahan hat klare Meinung
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
9 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Dr. Atomi
12.06.2026 11:25registriert Juli 2024
Sie mir mal ehrlich, Roaming gehört schon seit Jahren komplett abgeschafft.
Es ist einfach nur eine geldmaschine für Provider.
221
Melden
Zum Kommentar
9
Polizei verhaftet vier Jugendliche nach Angriff in Gossau ZH
Nach einem Angriff auf einen 14-Jährigen in Grüt (Gemeinde Gossau) hat die Polizei vier Jugendliche festgenommen. Das Opfer musste nach der brutalen Attacke im Spital behandelt werden.
Zur Story