Wirtschaft
Schweiz

SRG kippt Kaderstatus für Mitarbeitende und senkt Löhne

Generaldirektorin SRG SSR Susanne Wille anlaesslich des Swiss Media Forum vom Donnerstag, 7. Mai 2026 im KKL in Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
SRG-Generaldirektorin Susanne Wille hat den Kaderstatus für eine Reihe von Kaderleuten aufgehoben.Bild: keystone

Susanne Wille kippt Kaderstatus für SRG-Kaderleute – die Lohneinbusse ist happig

Die SRG löst auf der unteren Führungsebene Kaderverträge auf. Gleichzeitig wird die Organisation komplizierter statt einfacher.
23.09.2026, 13:0323.09.2026, 13:03
Francesco Benini
Francesco Benini

Der Umbau der SRG sorgte vergangene Woche für Schlagzeilen. «SRG baut jede fünfte Kaderposition ab», titelte der «Tages-Anzeiger». Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Schweizer Radio und Fernsehen reagierten überrascht oder verbittert. Denn die Mitteilung der SRG erzählte nur die halbe Geschichte.

Unerwähnt blieb: SRG-Generaldirektorin Susanne Wille hat den Kaderstatus für eine Reihe von Kaderleuten des Rundfunks aufgehoben. Diese gehören zwar formell einer unteren Kaderstufe an und nehmen eine Führungsfunktion wahr, erhalten aber keinen Kadervertrag mehr.

Plötzlich sind 1000 Franken Lohn verschwunden

In den vergangenen Monaten wurden sämtliche Kaderstellen bei SRF neu ausgeschrieben. Wer seine Position behalten wollte, musste sich bewerben. Ein Betroffener verzichtete darauf. Von Anfang an sei klar gewesen, dass er den Kaderstatus nicht behalten würde, sagt er. Mit der Rückstufung gehen Lohneinbussen von bis zu 1000 Franken pro Monat einher.

Die Ankündigung der SRG erweckte den Eindruck einer schlankeren Organisation. Tatsächlich fallen mit der Zusammenführung von Radio und Fernsehen Kaderstellen auf den oberen Stufen weg. Zugleich ist das Führungsmodell aber komplizierter geworden.

In den Teams ist künftig eine Person für die fachliche, eine andere für die personelle Führung zuständig. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben damit zwei Vorgesetzte. Ob sich dieses Modell für den Journalismus eignet, ist umstritten. Redaktionelle Entscheidungen und Personalführung sind eng miteinander verknüpft. Bei geteilten Zuständigkeiten kann die Verantwortung verschwimmen.

Kadermitglied ohne Kadervertrag, Führung auf zwei Linien. Darauf haben langjährige Kaderleute der SRG keine Lust. Die bisherige Leiterin der Radio-Auslandredaktion, Susanne Brunner, ist eine der profiliertesten SRF-Journalistinnen. Sie gibt ihre Funktion auf. Der Leiter der Radio-Wirtschaftsredaktion, Jan Baumann, gibt seine Funktion auf. Der Leiter der Radio-Inlandredaktion, Stefan Eiholzer, gibt seine Funktion auf.

Aufgaben und Kompetenzen hätten sich verändert, sagt die SRG

Die SRG betont, dass im Zuge der neuen Organisation die Führungsstruktur deutlich vereinfacht werde. Durch die Verschlankung auf den oberen Ebenen werde die Anzahl der Führungspositionen reduziert.

Ausserdem schreibt die SRG: Im Rahmen der Neuorganisationen hätten sich die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten der Führungsfunktionen verändert – «entsprechend wurden sie auch neu bewertet und ausgeschrieben.» Vor diesem Hintergrund lasse sich eine frühere Kaderzugehörigkeit nicht automatisch auf die neu geschaffene Führungsfunktion übertragen. «Entscheidend sind vielmehr die Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichen der jeweiligen neuen Funktion.» (schweizheute.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Stars und Sternchen auf der Wiesn 2026
1 / 24
Stars und Sternchen auf der Wiesn 2026

Beim 191. Oktoberfest wurden wieder einige Stars und Sternchen gesichtet. Auch mit dabei: Bill Kaulitz.

quelle: instagram/tbtokiohotel
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Nein zur SRG-Initiative: Die Reaktionen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
ETH-Experte: Chinesischer Post-Konkurrent Speedaf könnte schnell gross werden
Der chinesische Logistiker Speedaf könnte mit seinem geplanten Schweizer Paketnetz nach Ansicht eines Experten rasch eine relevante Grösse erreichen. Die vorgesehene Sortierkapazität von bis zu 50'000 Paketen pro Tag sei für einen Neueinsteiger substanziell, sagt ETH-Logistikprofessor Stephan Wagner der Nachrichtenagentur AWP.
Zur Story