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Migros vor Mega-Umbau: Zehn Genossenschaften sollen fusionieren

Leuchtendes Migros-Logo.
Leuchtendes Migros-Logo.bild: keystone

Migros vor Mega-Umbau: Zehn Genossenschaften sollen fusionieren

Bei der Migros zeichnet sich ein fundamentaler Umbau ab. Die zehn Regionalgenossenschaften sollen laut «SonntagsZeitung» in einer Einheitsgenossenschaft aufgehen. Damit könnten Hunderte Millionen Franken gespart werden – vor allem im Backoffice droht ein Stellenabbau.
25.10.2026, 06:5925.10.2026, 06:59

Migros-Chef Mario Irminger und Verwaltungsratspräsidentin Ursula Nold wollen Anfang der kommenden Woche ihre Pläne für eine grundlegende Neuorganisation vorstellen. Das berichtet die «SonntagsZeitung».

Demnach sollen die zehn rechtlich selbständigen Regionalgenossenschaften, die Supermarkt AG und der Migros-Genossenschafts-Bund künftig unter dem Dach einer Einheitsgenossenschaft organisiert werden. Damit soll die komplizierte Doppelstruktur aus nationaler und regionaler Führung verschwinden.

Nur noch sechs operative Regionen

Heute verfügen die zehn Regionalgenossenschaften jeweils über eigene Organe und Geschäftsleitungen. Künftig soll es eine zentrale Führung und für das Supermarktgeschäft nur noch sechs operative Regionen geben.

Die regionale Verankerung soll trotzdem erhalten bleiben. Die bestehenden Grenzen der Genossenschaften würden bei der Einteilung der neuen Regionen berücksichtigt, seien aber nicht mehr zwingend. Die rund 2,3 Millionen Genossenschaftsmitglieder sollen weiterhin Delegierte wählen.

Damit der Umbau zustande kommt, sind Urabstimmungen in den Regionalgenossenschaften nötig. Laut «SonntagsZeitung» braucht es dabei jeweils eine Zweidrittelmehrheit.

Bis zu 400 Millionen Franken Einsparungen

Hinter der Reform stehen auch finanzielle Überlegungen. Die Zeitung beziffert das mögliche Sparpotenzial auf 300 bis 400 Millionen Franken. Heute existieren zwischen Regionalgenossenschaften, Supermarkt AG und Zentrale zahlreiche Gremien, Führungsstrukturen und interne Abstimmungsprozesse.

Ehemalige Migros-Kader beziffern die Mehrkosten der bisherigen Konzernstruktur laut Bericht auf rund 300 Millionen Franken pro Jahr. In der Zeitung ist von einer Grössenordnung von rund 3000 Stellen die Rede, die im Zuge des Umbaus wegfallen könnten.

Vor allem im Backoffice dürfte deshalb eine harte Restrukturierung bevorstehen. Die Beschäftigten in den Filialen sollen dagegen deutlich weniger betroffen sein. Insgesamt arbeiten derzeit 39'341 Menschen bei den Regionalgenossenschaften und der Supermarkt AG.

Filialnetz soll trotzdem wachsen

Für die Kundschaft soll der Umbau möglichst wenig spürbar sein. Im Gegenteil: Migros wolle die Zahl der Supermärkte erhöhen und bestehende Filialen modernisieren.

Auch die Logistik wird stärker gebündelt. Bereits heute werden einzelne Aufgaben überregional organisiert. Künftig sollen grössere zentrale Logistikplattformen durch kleinere regionale Hubs ergänzt werden.

Eine solche Reform wurde bei der Migros schon mehrfach diskutiert. Bereits vor rund 30 Jahren gab es Pläne, die Zahl der Regionalgenossenschaften stark zu reduzieren. Damals scheiterten diese am Widerstand mächtiger Genossenschaften.

Heute könnte die Ausgangslage anders sein. Laut «SonntagsZeitung» schreiben gewisse Regionalgenossenschaften Verluste. Der wirtschaftliche Druck könnte deshalb ausgerechnet jene Reform ermöglichen, die innerhalb der Migros jahrzehntelang blockiert wurde. (mke)

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