Nick Hayeks neuer Trump-Seitenhieb steckt in einer goldenen Moonswatch
Passend zum 57-jährigen Jubiläum der ersten Mondlandung bringt Swatch ein neues Modell ihrer Erfolgsserie Moonswatch auf den Markt. Die neue Uhr ist dabei auf nur 1969 Stück limitiert und enthält Gold von alten Omega-Ersatzteilen aus der Zeit der Mondlandung.
Die Uhr trägt den Namen «Mission to the Moon 1969» und kostet in der Schweiz 500 Franken. Doch Geld allein reicht nicht. Wer eine der nummerierten Uhren kaufen will, muss zuerst einen umfangreichen «ESTA»-Antrag ausfüllen.
Der ESTA-Antrag: So funktioniert die Bewerbung
Ein ESTA-Formular benötigt normalerweise, wer in die USA einreisen will. Bei Swatch steht die Abkürzung für «Electronic Swatch Timepiece Application». Der Antrag umfasst 32 Fragen und erinnert laut Swatch bewusst an die Reisevorbereitungen für die USA.
Interessierte benötigen ein Swatch-Konto und müssen vor der Bewerbung einen Store für die spätere Abholung auswählen. Für die Beantwortung der Fragen stehen maximal 2 Stunden und 15 Minuten zur Verfügung – ungefähr so lange, wie Neil Armstrong und Buzz Aldrin während ihres ersten Ausseneinsatzes auf der Mondoberfläche arbeiteten.
Die Bewerbungsfrist läuft bis Dienstag, 21. Juli 2026, um 23.59 Uhr. Am Freitagvormittag war das Formular wegen technischer Probleme zeitweise nicht erreichbar. Swatch versichert, die Frist bleibe unverändert. Der Zeitpunkt der Bewerbung habe keinen Einfluss auf die Auswahl.
Wer sämtliche Fragen korrekt beantwortet, kommt in die Auswahl einer internen Jury. Diese vergibt 1969 Kaufberechtigungen. Ausgewählte Personen werden per E-Mail informiert und haben danach 48 Stunden Zeit, den Kauf abzuschliessen. Die Uhr muss persönlich im zuvor gewählten Store abgeholt werden.
Seitenhieb gegen Donald Trump
Die Anspielung auf die Einreisebewilligung der USA dürfte kaum zufällig sein – schliesslich hat Swatch-Chef Nick Hayek in der Vergangenheit mehrfach gegen Donald Trumps Zollpolitik ausgeteilt.
So brachte Swatch-Chef Nick Hayek (71) im September 2025 als Reaktion auf die Trump-Zölle die Uhr «What if … Tariffs» heraus, bei der die Ziffern 3 und 9 auf dem Zifferblatt getauscht wurden, symbolisch für den 39-Prozent-Zoll, den Trump der Schweiz aufbürdete. Gleichzeitig kritisierte er die politische Führung der Schweiz um den Bundesrat scharf für ihre «Schwäche».
Die Provokation funktionierte: Die «What if ... Tariffs?» war in ersten Filialen rasch vergriffen. Swatch bezeichnete die Aktion damals als «positive Provokation» und versprach, den Verkauf einzustellen, sobald die USA ihre Zölle gegen die Schweiz ändern. Sogar der Preis von 139 Franken war eine Anspielung auf den Zollsatz. Seine Kritik fand in der Bevölkerung viel Zuspruch.
Elf Gramm Gold in jeder Moonswatch
Die politische Anspielung ist allerdings nur ein Teil der neuen «Mission to the Moon 1969». Besonders macht die Uhr vor allem das verwendete Material.
Das Zifferblatt, die Zeiger, die Krone und die beiden Drücker bestehen aus 18-karätigem Moonshine-Gold von Omega. Insgesamt enthält jede Uhr elf Gramm Gold – eine Anspielung auf die Apollo-11-Mission.
Das Edelmetall stammt laut Swatch aus alten Omega-Ersatzteilen aus der Zeit um die erste Mondlandung. Diese wurden eingeschmolzen und für die Sonderedition neu verarbeitet.
Das Gehäuse besteht aus mattschwarzer Biokeramik, jedes der 1969 Exemplare ist einzeln nummeriert. Beim Verkaufspreis orientiert sich Swatch symbolisch am Goldwert des Jahres 1969. Heute wäre allein das verbaute Edelmetall doppelt so viel wert wie die Uhr kostet.
(ear)
