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Schweiz

Wie viel Steuern bezahlt die FIFA in der Schweiz? Die nackten Zahlen

So viel (oder wenig) Steuern gingen flöten, wenn die FIFA abwandern würde

17.05.2024, 12:5521.07.2026, 08:27

Verlegt die FIFA ihren Hauptsitz ins Ausland? Der Fussball-Weltverband hat an seinem Kongress in Bangkok am Freitag eine Statuten-Änderung beschlossen. «Bis unsere Mitglieder etwas anderes entscheiden, bleibt Zürich unser Hauptsitz», sagte ein FIFA-Sprecher auf Anfrage der deutschen Nachrichtenagentur DPA.

Zwar beteuert die FIFA, in Zürich «glücklich» zu sein. Dass Präsident Gianni Infantino zwischenzeitlich in Katar lebte, um «seine präsidialen Pflichten neben Zürich vermehrt auch von Doha aus wahrzunehmen», schürt jedoch Gerüchte, dass der Weltverband ebenfalls in die Wüste ziehen könnte. Doch welche Auswirkungen hätte ein solcher Wegzug für die Schweiz? Und konkret: Wie viel Steuern würden uns dabei durch die Lappen gehen?

Fussball International 11.07.2022 FIFA, Aussenansicht des Home of FIFA in Zuerich mit Schriftzug *** Football International 11 07 2022 FIFA, exterior view of the Home of FIFA in Zurich with lettering
Bald Geschichte? Das «Home of FIFA» in Zürich.Bild: IMAGO/ULMER Pressebildagentur

Tatsächlich variieren die jährlichen Steuerabgaben der FIFA massiv. So macht es Sinn, einen Blick auf die letzten vier Jahre zu werfen, denn besonders während der Austragungsjahre der WM generiert der Weltverband massive Gewinne.

Die nackten Zahlen

Der Fussball-Weltverband schreibt jeweils über drei Jahre Verluste und fährt dann im WM-Jahr seine Gewinne ein. In den letzten vier Jahren beläuft sich der Nettogewinn somit auf 982 Millionen US-Dollar.

Ähnlich wie beim Gewinn sieht es auch bei den Steuern aus: Auf drei magere Jahre folgt ein fettes Jahr. In den letzten vier Jahren ergibt das einen Schnitt von 6,3 Millionen Dollar pro Jahr. Insgesamt zahlte die FIFA dem Schweizer Fiskus in dieser Periode also umgerechnet etwas über 23 Millionen Franken. Das entspricht 2,6 Prozent des in diesem Zeitraum erwirtschafteten Gewinns.

Verein vs. Unternehmen
Unternehmen werden in der Schweiz nach Gewinn und Kapital besteuert. Auch Vereine unterliegen grundsätzlich einer Steuerpflicht, können unter bestimmten Voraussetzungen von dieser aber komplett oder teilweise ausgenommen werden. Diese Regelung ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Besonders kleine Vereine werden häufig entlastet. Weiter gilt: Dienen Vereine einem öffentlichen oder gemeinnützigen Zweck, können sie ebenfalls teilweise oder komplett von den Steuern befreit werden. Mehr dazu findest du hier. Die FIFA ist in der Schweiz als Verein anerkannt, nicht als Unternehmen.

Was zahlen andere Unternehmen?

Ist das nun viel oder wenig? 23 Millionen Franken hört sich auf jeden Fall nach einem ziemlichen Batzen an. Die FIFA zumindest betont immer wieder, dass sie im Vergleich zu anderen Sportverbänden, die teilweise komplett steuerbefreit sind, sehr hohe Steuern bezahlen. Das mag zwar stimmen, jedoch dürften diese Sportverbände in vier Jahren auch keine Milliarde Gewinn einfahren.

Der Schweizer Sanitärtechnik-Konzern Geberit erwirtschaftete im Jahr 2023 mit 923 Millionen Franken einen vergleichbaren Gewinn wie die FIFA in vier Jahren. Darauf bezahlte das Unternehmen laut Geschäftsbericht eine Ertragssteuer von knapp 125 Millionen Franken – also mehr als das Fünffache. (leo)

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