Wirtschaft
Schweiz

SNB belässt Leitzins bei null Prozent

Die SNB hält am Nullzins fest – das willst du wissen

Am Donnerstag hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) eine Mittelung zur aktuellen Lage veröffentlicht. Die Leitzinsen werden bei Null belassen, trotz Irankrieg erwartet sie nur eine leichte Inflation. Die wichtigsten Punkte.
18.06.2026, 09:3318.06.2026, 11:24

Leitzins bleibt bei Null

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) belässt den Leitzins ein weiteres Mal bei null Prozent. Falls nötig, will sie vor allem am Devisenmarkt tätig sein.

KEYPIX - Martin Schlegel, Praesident des Direktoriums der SNB, spricht an der Generalversammlung der Schweizerischen Nationalbank SNB, am Freitag, 24. April 2026 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Va ...
SNB-Chef Martin Schlegel.Bild: keystone

Die Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren, bleibe erhöht, teilte die SNB am Donnerstag im Rahmen der vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung mit. Die SNB spricht seit dem letzten März von einer «erhöhten Bereitschaft». Davor hatte es jeweils geheissen, dass die SNB bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv sei.

Wegen des Anstiegs der Energiepreise liege die bedingte Inflationsprognose der SNB für die nächsten Quartale leicht höher als im März. Der mittelfristige Inflationsdruck habe sich gegenüber der letzten Lagebeurteilung aber kaum verändert, betonten die Währungshüter.

Für die Schweizer Wirtschaft prognostiziert die SNB für das laufende Jahr unverändert ein Wachstum von rund 1 Prozent und für 2027 von rund 1,5 Prozent.

Die erneute Zinspause der SNB kommt nicht überraschend. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonominnen und Ökonomen hatten diesen Entscheid im Vorfeld unisono so erwartet.

SNB erwartet nur leicht erhöhte Inflation

Die Folgen des Iran-Krieges und des höheren Ölpreises zeigen sich auch bei den Inflationserwartungen SNB. Sie rechnet allerdings nur mit einem leichten Anstieg der Teuerung.

The facade of the Swiss National Bank (SNB) is seen in Zurich, Switzerland, on Thursday, March 19, 2026. (KEYSTONE/Andreas Becker)
Die Fassade der Schweizerischen Nationalbank.Bild: keystone

Konkret erwarten die Währungshüter für 2026, 2027 und 2028 Jahresinflationsraten von 0,6, 0,6 und 0,7 Prozent, wie sie am Donnerstag mitteilten. Bei der letzten Lagebeurteilung im März waren sie von Werten von 0,5 Prozent für 2026 und 2027 sowie von 0,6 Prozent für 2028 ausgegangen.

Die Europäische Zentralbank hatte vor einer Woche wegen der gestiegenen Inflation die Zinsen erhöht. Die aktuellen Inflationsprognosen der SNB deuten nicht auf einen solchen Schritt hin. Ihr Ziel ist es, die Inflation im Bereich von 0 und 2 Prozent zu halten. «Die Prognose befindet sich über den gesamten Prognosezeitraum im Bereich der Preisstabilität», heisst es denn auch im Communiqué der SNB. Die Inflationsprognose der SNB geht stets davon aus, dass der Leitzins auf dem aktuellen Niveau bleibt.

Der zuletzt beobachtete Anstieg der Inflation war laut der SNB hauptsächlich auf höhere Preise für Erdölprodukte zurückzuführen. Die anderen Waren und Dienstleistungen hätten kaum zum Anstieg beigetragen.

Die SNB geht davon aus, dass die Auswirkungen der gestiegenen Energiepreise mit der Zeit nachlassen dürften. Gemäss der bedingten Inflationsprognose werde die Teuerung in den nächsten Quartalen zwar zunächst noch leicht zunehmen, bevor sie in der ersten Jahreshälfte 2027 dann voraussichtlich wieder etwas zurückgehen werde. Alles in allem bleibe die Inflationsprognose damit mittelfristig praktisch unverändert.

SNB bestätigt Wachstumsprognosen

Weiter bestätigt die SNB die Konjunkturprognosen für 2026 und 2027. Es wird mit einem Wachstum von rund 1 Prozent und rund 1,5 Prozent gerechnet, wie die SNB anlässlich ihrer Lagebeurteilung mitteilte.

In den kommenden Quartalen dürfte die moderatere Entwicklung der Weltwirtschaft das Wachstum in der Schweiz dämpfen, teilte die SNB mit. Die Geldpolitik wirke dabei aber stützend. Mittelfristig geht die SNB davon aus, dass sich die Weltkonjunktur wieder verbessert und dass dies für die Schweiz einen Wachstumsimplus liefert.

Das Hauptrisiko für die Schweizer Wirtschaftsaussichten sind nach Ansicht der SNB vor allem die Entwicklungen in der Weltwirtschaft. Insbesondere könne sich die Lage im Nahen Osten erneut zuspitzen und die globale Wirtschaftsaktivität stärker bremsen - etwa durch erneut höhere Rohstoffpreise. «Auch könnte der Aufwertungsdruck auf den Franken wieder zunehmen», hiess es in der Mitteilung. Darüber hinaus sei die US-Handelspolitik weiterhin ein Unsicherheitsfaktor.

(dab/awp/sda)

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