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Wir waren beim Mode-Event dabei, das die Schweiz ins Rampenlicht rückt
Mittwoch, 11. Februar, gegen 18 Uhr: Die Schlange im Kongresshaus Zürich wird immer länger. Das Publikum, das vielfältiger nicht sein könnte, wartet darauf, sich auf dem blauen Teppich vor den riesigen Schildern mit der Aufschrift «Zurich Fashion Week» fotografieren zu lassen.
Fast 850 Personen haben sich an diesem Abend versammelt, um einem in der Schweiz einzigartigen Ereignis beizuwohnen: der Modewoche, einer Premiere seit 1948. Über die 5 Tage werden rund 3000 Besuchende erwartet. Man konnte übrigens Eintrittskarten kaufen, um daran teilzunehmen. Auf dem Programm stehen zahlreiche Modenschauen und die Entdeckung neuer Designerinnen und Designer.
bild: Alyssa Garcia
Das Ziel? Zum kulturellen Reichtum des Landes beitragen, jungen Schweizer Talenten eine Plattform bieten und die Stadt ins internationale Rampenlicht rücken, erklärt der Verein Zurich Fashion Week, der hinter dem Projekt steht.
War es also einen Abstecher wert? Wir erzählen dir alles.
Übersetzung
Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.
Die Zusammenkunft
Schon am ersten Abend macht die Menge mit. Die Leute zögern nicht, vor den Fotografinnen und Fotografen zu posieren – manche sogar mehrmals! Und das aus gutem Grund: Ihre Looks sind bis ins kleinste Detail durchdacht. Man muss schliesslich einen Eindruck hinterlassen. Einige haben sich für prunkvolle Outfits entschieden, die schon von Weitem zu sehen sind, andere für Kombinationen, die direkt aus einem Modemagazin stammen könnten – nichts wird dem Zufall überlassen, nicht einmal die Wahl der Brille. Und dann gibt es noch diejenigen, die auf Extravaganz setzen: goldene Stiefel, knallrosa Outfits und Cowboyhüte oder silberne Röcke, pinkfarbene Haare und Kronen.
Kurz gesagt, wie ihr euch denken könnt: Wenige Minuten vor Beginn der ersten Modenschau dieser Ausgabe 2026 ist das Publikum voller Vorfreude.
«Ich bin gespannt, was Zürich und die Schweiz uns in Sachen Mode zu bieten haben.»
bild: Alyssa Garcia
«Es ist wichtig, solche Veranstaltungen in der Schweiz zu haben, denn wir haben viele Talente.»
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«Die Modebranche in der Schweiz hat echtes Potenzial. Wir sollten stolzer auf unsere Kreativität sein.»
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«Alles ist überraschend. Die Menschen schliessen sich zusammen. Die junge Generation ermöglicht diesen Schritt nach vorne.»
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Entdecken, sich über eine gemeinsame Leidenschaft austauschen und Kontakte knüpfen – das sind die Höhepunkte der Veranstaltung in Zürich. Die allgemeine Begeisterung ist spürbar: Alle scheinen einfach glücklich zu sein, teilnehmen zu dürfen. «Es ist inspirierend zu sehen, dass es in diesem Bereich eine Zukunft für junge Menschen gibt», sagt Zola Manzambi. Der Student der Hochschule für Kunst und Design in Genf (HEAD) stellt seine Kleidung in dem für diesen Anlass im Kongresshaus eingerichteten Pop-up-Store aus. So können die Besuchenden zwischen den Modenschauen, die um 18 Uhr beginnen und um 20 Uhr fortgesetzt werden, ein wenig shoppen gehen.
Die eigene Palette erweitern
«Die Gäste der Zurich Fashion Week werden gebeten, ihre Plätze einzunehmen», ertönt es plötzlich im Gebäude. Botschaft verstanden: Wir begeben uns zu unseren Plätzen, bevor die Show beginnt. Insgesamt präsentieren 26 Marken – darunter natürlich auch Schweizer Labels – ihre Kollektionen. Die Handschriften der Firmen sind vielfältig: Die vorgestellten Silhouetten sind urban, exzentrisch, sexy, luftig oder auch architektonisch.
Hier ein Überblick:
bild: Alyssa Garcia

bild: Reto Turotti
Eine inspirierende Auswahl, die es ermöglicht, die eigene Palette zu erweitern und sich von den bereits fest etablierten Labels, die oft aus der Fast Fashion stammen, zu lösen.
Die Liga der Grossen
Die Antwort lautet also Ja: Diese erste Schweizer Fashion Week nach fast 80-jähriger Pause ist eine Reise nach Zürich wert.
Sie wird alle Neugierigen begeistern, die die Schweizer Mode mit eigenen Augen erleben möchten – eine kreative Kraft, die unseren Nachbarn in Paris oder Mailand in nichts nachsteht. Enthusiasten, die es gewohnt sind, ihren Durst nach Inspiration im Ausland stillen zu müssen, können sich nun vor Ort treffen und zusammenarbeiten. Und dann sind da noch die Talente, die davon träumen, dass die Schweiz sich einen Platz unter den Grossen erobert.
Denn auch wenn solche Veranstaltungen lange Zeit selten hierzulande stattfanden, bedeutet dies nicht, dass kein Verlangen danach bestand und nur darauf wartete, sich zu entfalten. Den Beweis dafür hat Zürich geliefert.
