Wirtschaft
Schweiz

Detailhändler fordern wegen boomendem Onlinehandel Entlastung für Läden

KEYPIX - Menschen mit laufen mit einer Einkaufstasche des Luxus-Warenhaus Globus an der Bahnhofstrasse am Dienstag, 13. Januar 2026 in Zuerich. Die Kette streicht rund einen Drittel der Stellen im Hau ...
Die Leute kaufen immer weniger im stationären Handel ein.Bild: keystone

Onlinehandel boomt – Detailhändler fordern Entlastung für Läden

06.08.2026, 12:1306.08.2026, 12:13

Der Schweizer Detailhandel hat im ersten Halbjahr 2026 leicht zugelegt. Während der Onlinehandel weiter kräftig wuchs, kämpften Kleider-, Möbel- und andere Non-Food-Geschäfte erneut mit sinkenden Umsätzen. Die Branche fordert deshalb politische Entlastungen – darunter flexiblere Ladenöffnungszeiten am Abend und Wochenende.

Der nominale Umsatz des Detailhandels stieg im ersten Halbjahr gegenüber der Vorjahresperiode um 1,2 Prozent, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Auswertung von Debit- und Kreditkartentransaktionen durch den Branchenverband Swiss Retail Federation hervorgeht. Der Onlinehandel legte dabei um 3,0 Prozent zu. Der stationäre Handel wuchs lediglich um 1,0 Prozent.

Das Wachstum beim stationären Handel war vor allem dem Lebensmittelbereich zu verdanken. Dort legten die Umsätze um 3,8 Prozent zu. Der Bereich profitierte vom andauernden Bevölkerungswachstum und dem wachsenden Grundbedarf.

Krise bei stationärem Non-Food-Handel

Im stationären Non-Food-Handel dagegen hält die Krise an, und es resultierte ein Umsatzrückgang von 3,3 Prozent. Besonders betroffen waren die Bereiche Textilien und Schuhe, Möbel und Haushalt, Do-it-yourself sowie Freizeit und Spielwaren.

A customer holds plastic bags full with grocery shopping at a branch of "Migros", Switzerland's largest supermarket chain in Zurich, Switzerland, pictured on July 9, 2008. (KEYSTONE/Gae ...
Detailhändler verlangen liberalere Ladenöffnungszeiten.Bild: KEYSTONE

Die Entwicklung zeige, dass sich Online- und stationärer Handel zunehmend auseinanderentwickelten, erklärte der Verband. Während der digitale Vertrieb weiter Marktanteile gewinne, steige der Druck auf klassische Verkaufsflächen.

Die Swiss Retail Federation, die 2300 Detailhändler ohne die Grossverteiler vertritt, verlangt deshalb bessere Rahmenbedingungen für den stationären Handel. Dazu gehören liberalere Ladenöffnungszeiten, einfachere Bewilligungsverfahren sowie bessere Zufahrts- und Parkierungsmöglichkeiten. Zudem spricht sich der Verband gegen zusätzliche regulatorische und finanzielle Belastungen für den Detailhandel durch höhere Mehrwertsteuersätze oder zusätzliche Lohnabgaben aus. (sda/awp)

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