Wirtschaft
Schweiz

Brandschutzkontrollen nach Crans-Montana: Gastrobetriebe klagen

Ein Fasnachtskeller wird von Risiko-Inspektoren des Kanton Basel-Stadt unter anderem auf Brandschutz, Notausgaenge sowie auf sonstige Sicherheit waehrend eines Rundgangs sowie Medienanlasses kontrolli ...
Die Brandschutzkontrollen wurden nach der Tragödie von Crans-Montana in der ganzen Schweiz verschärft.Bild: keystone

Brandschutzkontrollen: Betreiber klagen über hohe Preise und unrealistische Vorschriften

Nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana wurden in vielen Kantonen verschärfte Brandschutzkontrollen angekündigt. Die Betreiber von Gastrobetrieben klagen nun jedoch, dass die Fristen zu knapp und die Aufrüstung teuer seien.
03.08.2026, 10:4403.08.2026, 10:44

Der Brand in der Neujahrsnacht in Crans-Montana mit 41 Toten hat die Diskussion rund um Brandschutzkontrollen in der Schweiz neu aufleben lassen. Nicht nur im Wallis, auch in anderen Kantonen wurden verschärfte Kontrollen angekündigt. Doch nun wird der Missmut bei Gastrobetrieben immer lauter.

So klagen Verantwortliche gegenüber RTS über unrealistische Fristen für die Anpassung. Zudem seien Firmen, die die nötigen Arbeiten ausführten, überlastet und würden die Preise erhöhen, was die Betriebe weiter unter Druck setze.

«Wir verlangen, dass man zur Vernunft zurückkehrt.»
Romaine Gay-Crosier, Inhaberin des Hotel Col de la Forclaz in Trient VS

«Das Problem ist, dass heute alles gleichzeitig kommt», sagt beispielsweise Frank Schoellkopf, Inhaber des Restaurants Les Négociants in Vevey VD, zu RTS. Er betont gleichzeitig, dass die Sicherheit wichtig sei. Jedoch gebe es zwischen den Vorschriften und der Realität ein Missverständnis. Schoellkopf musste bereits zwei Mitarbeitende entlassen, weil ihm wegen zu weniger Notausgänge Sitzplätze gestrichen worden waren.

«Wir sind ganz klar für Sicherheitsnormen, aber wir verlangen, dass man zur Vernunft zurückkehrt, zu Normen, die anwendbar sind und die nicht alle Walliser Unternehmen gefährden», sagt auch Romaine Gay-Crosier, die in Trient VS das Hotel Col de la Forclaz führt und um die Existenz fürchtet. «Ich wage nicht, mir den Kostenvoranschlag vorzustellen für die Brandschutztüren, die wir in allen Zimmern installieren müssen.» Dabei habe es bisher in der 200-jährigen Geschichte des Hotels noch nie Probleme gegeben.

Gebäudeversicherung erklärt Überreaktion

Im Waadtland wehrt man sich jedoch gegen die Vorwürfe der Gastronomen: «Hätte man die Dinge so gemacht, wie es das Gesetz vorsieht, wäre das alles schon vor langer Zeit eingefordert worden», sagt Stéphane Farrugia, Leiter der Brandschutzabteilung der Waadtländer Gebäudeversicherung, zu RTS. Es seien schliesslich keine neuen Massnahmen.

Dennoch räumt auch Farrugia ein, dass es nach Crans-Montana eine gewisse Überreaktion gegeben habe. Dies sei jedoch geschehen, weil man verhindern wollte, dass einem Untätigkeit vorgeworfen werde. (vro)

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62 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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stronghelga
03.08.2026 11:30registriert März 2021
„200 Jahre lang ist nichts passiert“ ist kein Sicherheitsnachweis. Es bedeutet lediglich, dass 200 Jahre lang nichts passiert ist, bis es eben doch passiert.

Die Aussage ist symptomatisch für ein nicht vorhandenes Risikobewusstsein.
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EinBisschenSenfDazu
03.08.2026 11:29registriert September 2022
"Dabei habe es bisher in der 200-jährigen Geschichte des Hotels noch nie Probleme gegeben."

Es ist immer die gleiche Aussage, sei es bei Überflutungen, bei Bergstürzen oder eben Brandkatastrophen. Es ist nie was passiert, also passiert auch nie was. Pure Ignoranz.

Muss zuerst die Hütte brennen und Tote gestapelt werden, bevor man reagiert?
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Hitsch
03.08.2026 11:16registriert April 2020
Ach ich habe mit den Gastronomen so grosses Mitleid. Sie müssen sich nun an seit Jahren geltende Gesetze halten. Und wenn dann wieder etwas passiert, dann ist wieder nur ein bedauernswerter Einzelfall!! Hier wird nur wieder Profit/Geld über Menschenleben gestellt.
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