Brandschutzkontrollen: Betreiber klagen über hohe Preise und unrealistische Vorschriften
Der Brand in der Neujahrsnacht in Crans-Montana mit 41 Toten hat die Diskussion rund um Brandschutzkontrollen in der Schweiz neu aufleben lassen. Nicht nur im Wallis, auch in anderen Kantonen wurden verschärfte Kontrollen angekündigt. Doch nun wird der Missmut bei Gastrobetrieben immer lauter.
So klagen Verantwortliche gegenüber RTS über unrealistische Fristen für die Anpassung. Zudem seien Firmen, die die nötigen Arbeiten ausführten, überlastet und würden die Preise erhöhen, was die Betriebe weiter unter Druck setze.
«Das Problem ist, dass heute alles gleichzeitig kommt», sagt beispielsweise Frank Schoellkopf, Inhaber des Restaurants Les Négociants in Vevey VD, zu RTS. Er betont gleichzeitig, dass die Sicherheit wichtig sei. Jedoch gebe es zwischen den Vorschriften und der Realität ein Missverständnis. Schoellkopf musste bereits zwei Mitarbeitende entlassen, weil ihm wegen zu weniger Notausgänge Sitzplätze gestrichen worden waren.
«Wir sind ganz klar für Sicherheitsnormen, aber wir verlangen, dass man zur Vernunft zurückkehrt, zu Normen, die anwendbar sind und die nicht alle Walliser Unternehmen gefährden», sagt auch Romaine Gay-Crosier, die in Trient VS das Hotel Col de la Forclaz führt und um die Existenz fürchtet. «Ich wage nicht, mir den Kostenvoranschlag vorzustellen für die Brandschutztüren, die wir in allen Zimmern installieren müssen.» Dabei habe es bisher in der 200-jährigen Geschichte des Hotels noch nie Probleme gegeben.
Gebäudeversicherung erklärt Überreaktion
Im Waadtland wehrt man sich jedoch gegen die Vorwürfe der Gastronomen: «Hätte man die Dinge so gemacht, wie es das Gesetz vorsieht, wäre das alles schon vor langer Zeit eingefordert worden», sagt Stéphane Farrugia, Leiter der Brandschutzabteilung der Waadtländer Gebäudeversicherung, zu RTS. Es seien schliesslich keine neuen Massnahmen.
Dennoch räumt auch Farrugia ein, dass es nach Crans-Montana eine gewisse Überreaktion gegeben habe. Dies sei jedoch geschehen, weil man verhindern wollte, dass einem Untätigkeit vorgeworfen werde. (vro)
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