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Was Leopold Aschenbrenners Geschichte über den Zustand der KI-Blase sagt

Leopold Aschenbrenner
Leopold Aschenbrenner ist ein KI-Wunderkind und gnadenlos an der Wall Street gescheitert.Bild: Screenshot youtube/bloomberg

Was die Geschichte von Leopold Aschenbrenner über den Zustand der KI-Blase sagt

Die Geschichte eines Wall-Street-Wunderkinds, das mit 24 Jahren und ohne Erfahrung Milliarden verwaltete, bevor es fast unterging, ist spektakulär. Sie zeigt aber auch sehr gut, wo die Welt in Sachen KI und Spekulationsblase gerade steht.
13.08.2026, 19:5314.08.2026, 10:36

Im Juni 2026 verwaltete der damals 24-jährige Leopold Aschenbrenner einen Hedgefonds im Wert von etwa 45 Milliarden US-Dollar. Zu diesem Zeitpunkt war ihm die Aufmerksamkeit der Banken und reichen Investoren längst sicher, nun kam langsam diejenige der breiteren Öffentlichkeit und der Medien hinzu. Denn Aschenbrenner galt als Wunderkind: Sein zwei Jahre zuvor verfasster, 165-seitiger Essay über künstliche Intelligenz und deren wirtschaftliche Auswirkungen ging viral und galt im Silicon Valley als Pflichtlektüre.

Kurze Zeit später erreichte sein Name auch die Wall Street – und die frass einen Narren an dem jungen Deutschen. Doch Ende Juli und nur einen Tag vor seiner eigenen glamourösen Hochzeit geht (fast) alles schief.

Die Geschichte von Leopold Aschenbrenner ist zu spektakulär, um sie nicht zu erzählen. Sie dient aber gleichzeitig zur Veranschaulichung dessen, was künstliche Intelligenz nicht nur, aber vor allem an den Finanzmärkten gerade auslöst: ein Hype, von dem alle ein Stück wollen – auch dann noch, wenn sich die Warnzeichen verdichten.

Der kometenhafte Aufstieg

Er sei «intellektuell seltsam» und «sozial unverträglich», was in der deutschen Kultur kein Vorteil gewesen sei, sagte Aschenbrenner einmal. Doch schulisch ist der Sohn zweier Physiker bereits in seinem Heimatland, wo er mehrere Klassen übersprang und mit 15 das Gymnasium abschloss, als hochbegabt aufgefallen.

Später zog Aschenbrenner in die USA, wo er an der Universität Columbia Wirtschaftswissenschaften und Mathematik und Statistik studierte. Während seines Studiums, das er mit 19 als Jahrgangsbester abschloss, war er Mitbegründer der dortigen Ortsgruppe für «Effektiven Altruismus». Die in einigen Tech-Kreisen populäre Philosophie tritt unter anderem dafür ein, dass Gründerinnen und Gründer so viel Geld wie möglich verdienen, um damit der Menschheit zu helfen.

Leopold Aschenbrenner
Leopold Aschenbrenners Foto für seinen Abschluss als Jahrgangsbester.Bild: columbia university

Durch diese Philosophie lernte der hochbegabte Junge einen anderen, etwas älteren, aber ebenso hochbegabten Jungen namens Sam Bankman-Fried kennen. Der Kalifornier galt lange als «Kryptowunderkind» und war Gründer und CEO von FTX, einer Kryptobörse, die wenig später spektakulär kollabierte. Beim «Future Fund», dem gemeinnützigen Zweig von FTX, sammelte Aschenbrenner seine ersten Arbeitserfahrungen.

Nach dem Kollaps von FTX landete Aschenbrenner 2023 einen Job beim KI-Unternehmen OpenAI, wo er gemeinsam mit seinem Team für die Aufgabe zuständig war, unter anderem folgende Frage zu beantworten: «Wie können wir sicherstellen, dass KI-Systeme, die weitaus intelligenter sind als Menschen, den Absichten der Menschen folgen?»

Doch offenbar stellte sich der junge Deutsche dabei nicht nur diese Frage, sondern eher ein paar zu viel: 2024 entliess ihn OpenAI, angeblich aufgrund des Teilens von sensiblen Daten und Informationen. Aschenbrenner selbst hat sich im Nachhinein stets verteidigt – er habe nach einem «schwerwiegenden Sicherheitsvorfall» ein Memo verfasst und es an einige Vorstandsmitglieder von OpenAI weitergeleitet. Seine Sorge sei stets der Haupttreiber für seine Aktionen gewesen.

Ilya Sutskever, langjähriger ChatGPT-Chefforscher und Co-Gründer von OpenAI. Im Mai 2024 gibt der kanadische Informatiker seinen Abgang aus persönlichen Gründen bekannt.
Direkt unter ihm arbeitete Leopold Aschenbrenner: Ilya Sutskever war langjähriger ChatGPT-Chefforscher und Co-Gründer von OpenAI. Im Mai 2024 gab der kanadische Informatiker seinen Abgang aus persönlichen Gründen bekannt.Bild: Screenshot: YouTube

Noch im selben Jahr verfasste Leopold Aschenbrenner einen Blog-Eintrag, der ihm schnell riesige Aufmerksamkeit einbrachte. Der 165-seitige Essay mit dem Titel «Situational Awareness» (etwa: «Situationsbewusstsein» oder «Lageerkennung») hat in vielerlei Hinsicht vorausgesagt, was heute auf den Märkten aufgrund der künstlichen Intelligenz passiert.

In einem New-York-Times-Podcast fasst Yale-Professorin Natasha Sarin zusammen, was dann geschah:

«Alle diese Leute lasen den Blogbeitrag, diesen Aufsatz, und dachten: Der Verfasser dieses Textes hat einen einzigartigen Einblick in die Zukunft der KI-Wirtschaft, sodass wir ihm riesige Geldsummen anvertrauen wollen.»
Der «Situational Awareness»-Essay

In seinem Essay prognostizierte der damals 22-jährige Leopold Aschenbrenner vor allem zwei Dinge ziemlich akkurat: Einerseits dass die Welt im Jahr 2027 sehr nahe an der sogenannten Allgemeinen künstlichen Intelligenz (auf Englisch: artificial general intelligence, AGI) sein werde. Diese Form der künstlichen Intelligenz wird auch «Superintelligenz» genannt und beschreibt ein zurzeit noch hypothetisches KI-System, das theoretisch jegliche intellektuelle Aufgabe mindestens auf dem Niveau des Menschen verstehen, erlernen und anwenden kann.

Andererseits wusste der Deutsche bereits damals ziemlich genau, was mit dem KI-Hype kommen sollte: massive Investitionen und Ausgaben der sogenannten Hyperscaler, also der grossen Tech-Konzerne Google, Amazon und Co. in die gesamte KI-Infrastruktur – also Datenzentren, Computerchips und dergleichen.

«Situational Awareness» und 1000 Prozent Rendite

Nur zwei Monate nach seinem Aufsatz münzte Leopold Aschenbrenner seine Worte in Geld um. Für seinen Fonds mit dem bezeichnenden Namen «Situational Awareness» (der sich im Übrigen für viele in sein ironisches Gegenteil verkehrte, aber mehr dazu gleich) war er aufgrund seines Rufes in der Lage, schätzungsweise 225 Millionen US-Dollar von Investoren aufzubringen. Es war der «Beginn einer zweijährigen Phase, wie es sie in der jüngeren Geschichte der Wall Street noch nie gegeben hat», schreibt CNBC.

Aschenbrenner setzte dabei auf eine einzige Devise: «Go long on AI and short on software.» Also: Wette auf Firmen aus dem KI-Bereich und gegen Software-Firmen. Die Idee dahinter und das Szenario, das der damals noch 22-Jährige richtig kommen sah: Künstliche Intelligenz würde früher oder später klassische Software(-hersteller) unter Druck bringen, da die Nutzung von Large Language Models (LLMs, wie ChatGPT, Claude und Co.) durch Angestellte die Software bei Firmen irgendwann überflüssig machen würde.

Um seine Devisen umzusetzen, kaufte Aschenbrenner für seinen Fonds eine Menge Aktien und Anteile von KI-Firmen, darunter auch von Anthropic (das noch nicht an der Börse gehandelt wird) sowie von Unternehmen, die Produkte für die KI-Infrastruktur herstellen, wie dem südkoreanischen Halbleiterproduzenten SK Hynix oder den damals noch weniger bekannten Unternehmen Bloom Energy, Nebius oder Sandisk. Gleichzeitig wettete er mit seinem Fonds anhand von Leerverkäufen auf den Wertverlust klassischer Software-Aktien wie Adobe.

Leerverkäufe: Das bedeutet «Shorting»

Leerverkäufe (auf Englisch: shorting oder short selling) sind im Grunde genommen eine Wette gegen eine Aktie. Sie ermöglichen das Profitieren von Aktien, die einem aber in Tat und Wahrheit nicht gehören. Wie geht das?
Vereinfacht gesagt, so: Bei einem Leerverkauf leiht sich eine Marktteilnehmerin zunächst eine gewisse Anzahl an Wertpapieren. Kurz darauf, und wenn sie glaubt, dass diese demnächst an Wert verlieren werden, verkauft sie die Papiere an weitere Marktteilnehmer (ja, diese werden verkauft, obwohl die Investorin eigentlich nicht im langfristigen Besitz davon ist). Später kauft sich die «Leerverkäuferin» Aktien der gleichen Firma auf dem Markt zurück – zu einem tieferen Preis, wenn ihre Annahme korrekt war. So kann sie dann am Ende die geliehenen Aktien wieder zurückgeben – und den Profit behalten.

Damit lag Aschenbrenner zunächst einmal goldrichtig. Sein «Situational Awareness»-Fonds hob regelrecht ab. Mit einem Startkapital von 225 Millionen US-Dollar kam er Anfang Juli 2026 auf 45 Milliarden US-Dollar, die sein Fonds verwaltete, und eine kumulierte Rendite von weit über 1000 Prozent. Dies gelang Aschenbrenner, ohne dass er je zuvor als Trader oder in der Finanzbranche gearbeitet hätte.

Die Folge: Die Investoren standen beim Investment-Wunderkind Schlange. Wer genau alles in «Situational Awareness» investierte, ist nicht öffentlich. Nur wenige Namen sind bekannt, dazu gehören der im Hochfrequenzhandel aktive Finanzdienstleister Jane Street oder bekannte Namen aus der Tech-Welt wie Nat Friedman, ehemaliger CEO der Softwarefirma Github.

Hinzu kam, dass die grössten Wall-Street-Banken wie Goldman Sachs, JPMorgan Chase, Citigroup und Bank of America Aschenbrenner mit immer mehr Krediten versorgten – die er dazu nutzte, gemäss seiner Prämisse und mit einem noch grösseren Hebel weitere Trades zu machen. Alleine im ersten Halbjahr 2026 soll der Hedgefonds, für den mittlerweile rund 20 Angestellte arbeiteten, laut Economist 439 Prozent dazugewonnen haben.

Das Ganze ging so lange gut, bis es das nicht mehr tat. Und der (vorläufige) Absturz des «Situational Awareness»-Fonds ist wohl mindestens so dramatisch wie sein Aufstieg.

Das Drama

«Viele sahen diesen Blow Up nicht als Frage des Ob, sondern des Wann», sagte Jerry Diao, der eine Beratungsfirma an der Wall Street leitet, gegenüber CNBC. «Vielleicht sind seine Ansichten zur KI langfristig gesehen richtig, aber an den öffentlichen Märkten muss man auf kurzfristige Entwicklungen vorbereitet sein.»

Ende Juli war die mehrtägige Hochzeit von Leopold Aschenbrenner und seiner Verlobten, Avital Balwit, Stabschefin des Anthropic-Vorstandsvorsitzenden Dario Amodei, in Carmel, Kalifornien, geplant. Noch während die Gäste in Carmel eintrafen, trat aus Sicht von Leopold Aschenbrenner und seinen Investoren der Worst Case ein: Beide seine Wetten liefen auf einmal in die falsche Richtung. Ein erstes Mini-Beben an der Wall Street sah die Aktien vieler Halbleiterunternehmen einbrechen, während diejenigen der Softwarefirmen unerwartet wieder anstiegen.

Es folgten zahlreiche sogenannte Margin Calls: Dieselben Banken, die Aschenbrenner zuvor noch so gerne ihr Geld liehen, verlangten von ihm nun, zusätzliches Geld oder Wertpapiere als Sicherheit gegen weitere Wertverluste zu hinterlegen. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitenden sah sich der Deutsche gezwungen, Aktien unter ihrem Marktwert schnell zu verkaufen, um Liquidität zu beschaffen, gleichzeitig baten sie Investoren um zusätzliches Kapital. Den Nachschussforderungen kamen sie ganz knapp nach, doch es reichte noch nicht.

Kurz darauf musste quasi über Nacht ein grosser Teil des Portfolios verkauft werden. In die Bresche sprang einmal mehr Ken Griffin, der umstrittene Hedgefonds-Manager und CEO von Citadel. Der Finanzdienstleister erstand die Anteile zu einem «Rabatt» von mindestens 10 Prozent. Für Aschenbrenner bedeutete der Deal hingegen, finanziell am Leben zu bleiben. Nachdem «Situational Awareness» den Grossteil seiner börsennotierten Aktien abgestossen hatte, verfügte der Fonds nun über ein verschlanktes Portfolio aus Aktien und Beteiligungen an Start-ups im Wert von etwas mehr als 10 Milliarden Dollar. Übrig blieb damit noch ein Viertel des Wertes von kurz zuvor.

Ken Griffin, Founder and CEO, Citadel, USA, speaks during a panel discussion during the 56th annual meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Switzerland, Wednesday, January 21, 2026. The me ...
Ken Griffin, CEO von Citadel, springt gerne in die Bresche.Bild: keystone

Für die Ereignisse übernehme er die volle Verantwortung, schrieb der Deutsche kurz darauf in einem Brief an seine Investoren. Für die Zukunft würde er Änderungen am Portfolio vornehmen, die für mehr Resilienz sorgen sollen. Die Hochzeit fand übrigens trotzdem statt, allerdings sollen Aschenbrenner und seine Angetraute ihre Flitterwochen abgesagt haben.

Später wurde publik, dass sich der Hedgefonds massiv verschuldet hatte, respektive mit einem riesigen Hebel arbeitete. Aschenbrenner operierte teilweise mit einem sogenannten Leverage von bis zu 400 Prozent: Für jeden Dollar Eigenkapital hat der Fonds seine Positionen durch die Aufnahme von zusätzlichen Krediten in Höhe von bis zu 4 Dollar aufgestockt. Das liegt laut WSJ deutlich über dem Hebel, den Fonds nutzen, die mit derart volatilen Aktien handeln. Ein solcher Hebel kann überproportionale Gewinne einbringen, da man nicht nur mit seinem Eigenkapital, sondern einem Vielfachen davon auf etwas wettet. Aber es kann eben auch überproportional schnell gehen, wenn es schiefläuft.

Was das über den KI-Boom (und eine KI-Blase) sagt

Mit seiner Rettungsaktion hielten sich Leopold Aschenbrenner und «Situational Awareness» noch knapp über Wasser. Spott und Häme waren dem Deutschen sicher – wer hochgejubelt wird, wird später nicht selten noch so gerne verspottet. Aus Aschenbrenners Sicht noch viel bitterer: Wenige Zeit nach dem Verkauf der Anteile an Citadel kehrten die Ereignisse wieder. KI- und Halbleiter-Titel erholten sich schon am nächsten Tag zum Teil überraschend schnell.

Die Geschichte eines der grössten KI-Hedgefonds ist also noch nicht fertig geschrieben. Laut Berichten erfolgte vor einigen Tagen ein neues 400-Millionen-Dollar-Investment. Aber die Geschichte und was seither passierte, geben Einblicke in die Welt einer Börse und ihrer Investorinnen und Anleger, die während der KI-Transformation zu allem fähig scheinen.

Investoren können noch lange irrational sein

Obwohl viele dachten, das Mini-Beben von Ende Juli kurz vor dem Leitzinsentscheid in den USA könnte der Anfang vom Ende des KI-Börsenhypes sein, geht es seither nur noch weiter bergauf: Eine Woche nach dem Beinahe-Crash von Aschenbrenners Fonds verzeichneten die US-Börsen einen weiteren Rekord.

«Derzeit haben der Optimismus in Bezug auf KI, FOMO [fear of missing out, also die Angst, etwas zu verpassen] und das Mitlaufen mit Trends noch immer die Oberhand», bilanziert der Journalist und Wirtschaftshistoriker John Cassidy im New Yorker. Dies, obwohl inzwischen die Existenz einer Blase – zumindest in Bezug auf die Bewertungen der KI- und Halbleiterfirmen an der Börse – nur noch von wenigen bestritten wird.

Der Spruch des legendären Ökonomen John Maynard Keynes scheint dabei immer mehr an Bedeutung zu gewinnen: «Märkte können länger irrational bleiben, als man selbst zahlungsfähig bleiben kann.» Mit anderen Worten: Die Preise (von Aktien) können sich über einen langen Zeitraum hinweg vom tatsächlichen Wert abkoppeln. Wer auf eine Blase spekuliert, mag zwar langfristig richtig liegen – aber kurzfristig aufgrund der Irrationalität der Märkte viel Geld verlieren.

Fragen werden lauter

Dabei gibt es viele Parallelen zu anderen Blasen, die sich auf dem Fundament eines realen Versprechens für die Zukunft aufbauten. Es ist ein Versprechen, das auch Leopold Aschenbrenner immer wieder betonte – und mit dem er wahrscheinlich auch korrekt liegt. Nur: Die grosse Geschichte mag vereinzelt ihre Details aus der Realität verdrängen. Es handle sich bei künstlicher Intelligenz «um eine Geschichte mit einer derart überwältigenden erzählerischen Dynamik», dass all die kleinen Überlegungen lange «irgendwie nebensächlich erscheinen», erklärt der Journalist David Wallace-Wells im NYT-Podcast.

Mittlerweile jedoch rücken die konkreten Fragezeichen immer mehr in den Fokus: Können die Hyperscaler in Zukunft genug Geld verdienen, um ihre mittlerweile extrem hohe Verschuldung und die riesigen Investitionen zu rechtfertigen? Was passiert, wenn nicht alle gewinnen können – wovon man ebenfalls ausgeht? Was passiert, wenn die Zinsen steigen? Wie gefährlich sind die chinesischen Konkurrenzprodukte, die teilweise gratis zur Verfügung gestellt werden, für die US-amerikanischen? Was macht es mit unserer Wirtschaft, dass so viel Geld in eine einzige Sparte gesteckt wird? Und was macht künstliche Intelligenz mit der breiteren Wirtschaft?

Wie hoch ist die versteckte Verschuldung?

Nicht zuletzt zeigt das Beispiel Aschenbrenner, mit welchem Hebel einige Hedgefonds operieren. Hier stellt sich die Frage, wie viele dies sind und wo und wie stark die Grossbanken investiert sind. Hinzu kommt die komplexe Verschuldungsstruktur der Tech-Firmen selbst. «Sowohl während der Dotcom-Blase Ende der 1990er-Jahre als auch während der Immobilienblase Anfang der 2000er-Jahre kam es zu einer zunehmenden Verbreitung von Finanzkonstruktionen wie zirkulären Finanzierungen und der Auslagerung von Schulden aus Unternehmensbilanzen in Zweckgesellschaften», erklärt John Cassidy vom «New Yorker». Das sei heute wieder der Fall und berge zusätzliche versteckte Risiken.

Cassidy glaubt, dass es – wie in den Börsencrashs von 1987, 2000 und 2007 – eine Leitzinserhöhung sein könnte, welche die Marktdynamik ändern wird. Dass die Aktienkurse erneut zulegten, sei hingegen nicht überraschend gekommen. «Der US-Markt scheint den Crash in Südkorea [der Halbleiterfirmen] und die Probleme Aschenbrenners einfach abzuschütteln», so Cassidy. Das sei eine Haltung, die Anleger dazu ermutigt, verstärkt auf sogenannte Momentum-Trades zu setzen, die weitere Kursgewinne generieren können. Momentum-Trades folgen der Logik «Kaufe hoch und verkaufe noch höher». Es geht also darum, auf einen Trend aufzuspringen, in der Hoffnung, der Trend setze sich weiter fort – unabhängig vom «richtigen» Preis einer Aktie.

«Diese Art von sich selbst verstärkender Dynamik ist ein wiederkehrendes Merkmal spekulativer Booms und trägt dazu bei, zu erklären, warum diese länger anhalten können, als es der gesunde Menschenverstand und die Theorie [...] vorhersagen würden», so Journalist Cassidy. Doch gleichzeitig erhöhe jeder solche Aufschwung am Markt das Risiko weiterer «Situational Awareness»-ähnlicher Engpässe.

Mit anderen Worten: Leopold Aschenbrenner ist das erste und sicher das bekannteste «Opfer» des volatilen KI-Hypes – aber mit Sicherheit nicht das letzte.

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Die beliebtesten Kommentare
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Schlaf
13.08.2026 20:31registriert Oktober 2019
«Im Juni 2026 verwaltete der damals 24-jährige Leopold Aschenbrenner einen Hedgefonds im Wert von etwa 45 Milliarden US-Dollar.»

Wie alt ist er heute? 30?
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kaderschaufel
13.08.2026 20:47registriert Juni 2015
Ihr könnt schon von einer Blase sprechen, aber ich arbeite als Softwareentwickler, und die KI, die wir benutzen, programmiert besser als manche meiner Kollegen.

Vielleicht wird KI an den Märkten überschätzt, aber man tut gut daran, sie nicht zu unterschätzen.
14620
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Firefly
13.08.2026 20:18registriert April 2016
"Die in einigen Tech-Kreisen populäre Philosophie tritt unter anderem dafür ein, dass Gründerinnen und Gründer so viel Geld wie möglich verdienen, um damit der Menschheit zu helfen."

Der Menschheit tut man am besten helfen, indem man seinen direkten und leibhaftigen Mitmenschen hilft wenn sie Hilfe benötigen. Sei das finanziell, sozial oder pflegerisch...

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