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Sternschnuppen 2023: Alles, was du zu den Lyriden im April wissen willst

Am Samstag kommen die «Lyriden» – was du zur Sternschnuppennacht wissen willst

21.04.2023, 14:25
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Die Sternschnuppen-Saison 2023 hat begonnen! Seit dem 14. April sind die Meteore der Lyriden am Himmel sichtbar. Sie markieren jeweils das Ende der «Sternschnuppen-Durststrecke» zwischen Januar und April. In der Nacht vom Samstag, 22. April, auf Sonntag wird der Meteorstrom seinen Höhepunkt erreichen.

Bis zu über 20 Sternschnuppen pro Stunde

Am meisten Sternschnuppen werden um etwa 3 Uhr nachts erwartet: Bis zu 20 Sternschnuppen pro Stunde können dann erspäht werden. Aber auch schon vorher, zum Beispiel in der Nacht von Freitag auf Samstag, stehen die Chancen auf Sternschnuppen gut.

Fallende Sterne während der April Lyrids 2020 (23. April). Zusammensetzung fallender Sterne während eines Zeitraums von 2 Stunden und einer 15 Sek. Belichtung für die Sterne.
Aufnahme mit Langzeitbelichtung der Lyriden-Schauer 2020. Bild: shutterstock

In einzelnen Jahren war der Meteorschauer der Lyriden ungleich aktiver. So gab es im Jahr 1982 einen «Ausbruch», als bis zu 90 Meteore pro Stunde registriert wurden. Der nächste solche Ausreisser wird laut EarthSky allerdings erst wieder im Jahr 2042 erwartet.

Kein störendes Mondlicht – aber schlechtes Wetter

Im letzten Jahr war der Mond ein Spielverderber während der Lyriden-Schauer; der Erdtrabant war bis zu 70 Prozent gefüllt und darum ziemlich hell und störend. In diesem Jahr haben wir mehr Glück: Die Mondsichel ist noch klein und geht auch bereits eine halbe Stunde vor Mitternacht unter.

Dieses Jahr könnte dafür das Wetter zum Buhmann werden: Es sieht schlecht aus fürs Wochenende. Am Samstag ist es besonders die zweite Tageshälfte, die wieder mehr Wolken und wohl auch Niederschlag bringt. Mit etwas Glück kann es aber in der Nacht vereinzelt zu Aufhellungen kommen.

Woher haben Sternschnuppen-Schauer ihre Namen?

Die Lyriden erscheinen jedes Jahr um diese Zeit, wenn die Erde auf ihrer Umlaufbahn die Trümmer des Kometen «Thatcher» passiert. «Thatcher» wurde im April 1861 entdeckt, als er sich in unmittelbarer Nähe der Erdbahn befand. Der Komet umkreist die Sonne, allerdings braucht er für eine ganze Runde genau 417 Jahre – es wird also lange dauern, bis man ihn von der Erde aus das nächste Mal erspähen kann. Da die Lyriden aus Überbleibsel des Kometen entstehen, nennt man «Thatcher» auch deren «Mutterkörper».

Sternschnuppen-Schauern haben ihren Namen vom Sternbild, in dem sie sich befinden. Der Punkt am Nachthimmel, von dem aus ein Meteorschauer seinen Anfang zu nehmen scheint, nennt man Radiant. So liegt beispielsweise der Radiant für die Perseïden im Sternbild Perseus.

Die Lyriden haben ihren Radianten im Sternbild der Leier, lateinisch auch «Lyra». Dieses Jahr wird der Radiant der Lyriden gegen Mitternacht im Nordosten aufgehen. Zum Sternbild der Leier gehört übrigens auch einer der hellsten Sterne am Himmel: «Wega».

Die Sternen-Konstellation "Lyra" am Nachthimmel
Der hellste Stern des Sternbilds Leier ist «Wega». Er ist einer der hellsten am gesamten Nachthimmel.Bild: shutterstock

Meteor? Meteoroid? Meteorit?

Sternschnuppen sind in der Regel winzig kleine Teilchen, oft sogar kleiner als ein Sandkorn. Da sie aber mit einer enorm hohen Geschwindigkeit von bis zu 70 Kilometern pro Sekunde (!) auf die Erdatmosphäre treffen, wird die Luft bei ihrem Verglühen ionisiert (elektrisch aufgeladen). Das Leuchten, das dabei entsteht, wird als Meteor bezeichnet. Das ist nicht zu verwechseln mit dem Meteoroiden – oftmals auch «Meteorid» –, das Teilchen, das die Sternschnuppe verursacht.

Nicht zuletzt gibt es noch die Meteoriten: So werden die Teile (zumeist sind es grössere «Teilchen») genannt, die aus der Atmosphäre auf die Erde treffen, beim Auftreffen aber nicht ganz verglühen, sondern effektiv auf der Erde landen. (lak)

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4 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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RedLily74
20.04.2023 13:20registriert April 2022
Ich hoffe und werde mal einen Blick wagen. Ein paar Wünsche hät ich nämlich noch 😉😂
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