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Soziale Medien haben die Klimadebatte nicht demokratisiert

Klimaskeptische Stimmen gewinnen bei Social Media überproportional an Sichtbarkeit

11.08.2026, 10:4612.08.2026, 08:20

Auf den grossen Social-Media-Plattformen laufen die Debatten über den Klimawandel nur teilweise demokratisiert ab. Etablierte Akteure dominieren weiterhin, und klimaskeptische Stimmen gewinnen überproportional an Sichtbarkeit, wie eine Studie der Universitäten Zürich und Münster zeigt.

Forscher der Universitäten Zürich und Münster (Deutschland) werteten für ihre Übersichtsarbeit die internationale Forschungsliteratur zur Klimakommunikation bei Social Media aus, wie die Universität Zürich (UZH) am Dienstag mitteilte.

Die Analyse, die in der Fachzeitschrift «Nature Climate Change» erschien, umfasste globale Plattformen wie X und Tiktok sowie regional dominante Netzwerke.

Die Hoffnung, Social Media könnten durch niedrige Zugangshürden die Klimakommunikation demokratisieren, erfüllte sich nur teilweise. Frühe Studien bestätigten laut den Forschenden zunächst, dass zivilgesellschaftliche Bewegungen und Bürgerinnen und Bürger mehr Gehör fanden.

Über die Zeit habe sich jedoch gezeigt, dass etablierte Akteure wie politische Akteure, staatliche Stellen und klassische Medien die Debatte weiterhin stark prägten. Unter den nicht-etablierten Stimmen gewannen zudem häufig klimaskeptische Akteure überproportional an Sichtbarkeit.

Getrennte Welten

Eine neuere Entwicklung ist laut den Forscherinnen und Forschern die zunehmende Trennung der Debatten zwischen verschiedenen Plattformen. Früher untersuchte die Forschung Echokammern, in denen Menschen vorallem auf Gleichgesinnte stossen, innerhalb einzelner Plattformen.

Unter anderem durch den Aufstieg alternativer Angebote wie Truth Social kommt es aber zunehmend zu Echokammern zwischen verschiedenen Plattformen. Nutzende bewegten sich dann in getrennten Welten, was eine gemeinsame gesellschaftliche Verständigung über den Klimawandel erschwere, heisst es.

Insgesamt machen Klimainhalte nur einen kleinen Teil der Kommunikation auf den Social-Media-Plattformen aus. Personen mit geringem Interesse am Thema würden seltener damit konfrontiert als früher durch klassische Medien. Ob Social Media das Wissen über den Klimawandel förderten, sei unklar, da Studienergebnisse kein einheitliches Bild zeichneten. Es gebe aber Hinweise darauf, dass Social-Media-Nutzende ihr eigenes Wissen zum Thema eher überschätzten.

Quellen

(hkl/sda)

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147 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Steibocktschingg
11.08.2026 11:31registriert Januar 2018
Eigentlich wenig überraschend, Blödsinn lässt sich leichter verbreiten und ist auch eher brauchbar dafür, Klicks und Aufmerksamkeit zu generieren, anders als Fakten und langweilige, lange Erklärungen.

Und das gilt für alle Themen.
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Walter Sahli
11.08.2026 11:52registriert März 2014
"Klimaskeptisch", der Euphemismus für Leugner:innen des menschenverursachten Klimawandels.
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Madison Pierce
11.08.2026 11:19registriert September 2015
Unabhängig vom Thema gewinnen auf Social Media Beiträge, die Reaktionen auslösen. Das können auch negative Reaktionen sein.

Leider schlägt das auf die traditionellen Medien durch. Seit sich Klickzahlen messen lassen, hat sich verändert, was als relevant gilt.
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