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Abschaltung von Windrädern kann Millionen Zugvögel schützen

Ein Mountainbiker im Aufstieg zum Cornopass mit Blick auf ein Windrad des Windpark Gries, am Donnerstag, 22. August 2024, im Obergoms. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Ein Biker vor dem Windpark Gries im Wallis.Bild: keystone

Sind Windräder ein Todesurteil für Vögel? Dieser Kniff könnte die Situation entschärfen

Eine Studie zeigt: Das gezielte, zeitweise Abschalten von Windkraftanlagen kann das Kollisionsrisiko für Vögel massiv senken.
10.06.2026, 11:0210.06.2026, 11:05

Die Stromproduktion würde dabei nur geringfügig geschmälert, wie die an der Studie beteiligte Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) am Mittwoch mitteilte. Die Forschenden veröffentlichten ihre Resultate in der Fachzeitschrift «Nature Sustainability».

Für ihre Analyse werteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Daten von 37 Wetterradaren aus Deutschland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg aus. Die Radarsysteme, die üblicherweise Niederschlag messen, erfassten auch die Bewegungen von Vogelschwärmen.

Die Analyse ergab, dass jährlich rund 114 Millionen Vögel potenziell durch die Rotoren von Windrädern gefährdet sind. Diese Zahl berücksichtigt bereits, dass die Anlagen bei zu schwachem oder zu starkem Wind stillstehen und dass die Ausrichtung der Rotoren zum Wind die effektive Gefahrenfläche für die Vögel verringert. Ohne diese Faktoren läge die Zahl der potenziell gefährdeten Vögel bei 208 Millionen.

Szenarien zur Abschaltung verglichen

Um das Kollisionsrisiko zu mindern, simulierten die Wissenschaftler verschiedene Szenarien für eine zeitweise Abschaltung der Anlagen. Das effizienteste Szenario zeigte, dass eine Vermeidung von 50 Prozent der potenziellen Kollisionen zu einem Produktionsverlust von 1,2 Prozent führen würde. Eine Reduktion der Gefahr um 90 Prozent wäre mit einem Stromverlust von 7,6 Prozent verbunden.

«Überraschend effiziente Kompromisse sind möglich, bei denen nur wenig Energieproduktion verloren geht», wurde Studien-Erstautorin Silke Bauer in der Mitteilung der WSL zitiert. Sie möchte nun die Berechnungen auf ganz Europa und auf längere Zeiträume ausweiten. (sda)

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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ghost Dog
10.06.2026 11:21registriert Februar 2026
Dieses Vogel-Argument wird von den Windkraft-Gegner als Schein vor sich hergetragen. Bei Hochhäusern, wo die Abwarte jeden Tag tote Vögel zusammensammeln, da ist es ihnen nämlich komplett egal.

Zwar gut, wenn dafür gesorgt wird, wenn möglichst wenige Vögel hineingeraten. Aber es ist überhaupt kein Thema bezüglich des Grundsatzenscheides Pro Windkrafträder.

Das sind Nebenschauplätze um die Umsetzung möglichst lange hinauszuzögern.
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Gerd Müller
10.06.2026 11:20registriert August 2022
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) schätzt, dass in Deutschland jährlich rund 100'000 Vögel durch Kollisionen mit Windkraftanlagen zu Tode kommen.
Jährlich sterben schätzungsweise allein bis zu 115 Millionen Vögel an Kollisionen mit Glasscheiben und verspiegelten Glasfassaden, bis zu 70 Millionen Vögel kommen wiederum im Strassen- und Bahnverkehr zu Tode und schliesslich töten freilaufende Katzen bis zu 60 Millionen Vögel.
(Quelle: EnBW)
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Varanasi
10.06.2026 11:37registriert August 2017
Allein in der Schweiz werden jedes Jahr ca. 2 Millionen Vögel von Katzen getötet, aber reden über Windräder...
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