Der erste USA-Fan war Schweizer: 5 Fakten zu 250 Jahren Unabhängigkeit
Interessanterweise war es ein Schweizer, der dies ändern wollte: der Basler Isaak Iselin (1728–1782). Der Philosoph und Publizist druckte im Oktober 1776 die erste vollständige deutsche Übersetzung der Unabhängigkeitserklärung in seiner Zeitschrift ab.
Die Amerikaner feiern am falschen Tag
12 der 13 amerikanischen Kolonien unterstützten im Sommer 1776 den Antrag, sich vom Mutterland Grossbritannien abzuspalten. Doch diese Abstimmung im Parlament der Kolonialisten fand nicht am 4. Juli statt – sondern bereits zwei Tage zuvor.
Was also feiern die Amerikaner am Independence Day? Am 4. Juli wurde der Text der Unabhängigkeitserklärung, formuliert von Thomas Jefferson, formal verabschiedet und zum Drucker geschickt. Viele Delegierte unterzeichneten das Dokument zwar erst Wochen später. Weil aber auf der gedruckten Proklamation das Datum 4. Juli 1776 stand, setzte sich dieser Tag durch.
Der Sieg der Kolonialisten stand lange auf der Kippe
Die Unabhängigkeitserklärung war im Sommer 1776 vorerst Wunschdenken. Denn zu diesem Zeitpunkt sah es nicht danach aus, dass die Kolonialisten den Krieg gegen die Armee des britischen Königs George III. gewinnen könnten.
Tatsächlich gelang es den Amerikanern erst Ende 1777 dank einer Allianz mit Frankreich, das Blatt auf dem Schlachtfeld zu wenden. Der Unabhängigkeitskrieg endete im Herbst 1783 mit dem Frieden von Paris.
Und auch dann noch dauerte es fünf Jahre, bis die Verfassung für das neue Land in Kraft treten konnte. Der erste US-Präsident, George Washington, legte seinen Amtseid am 30. April 1789 ab. Die amerikanische Republik, so wie wir sie heute noch kennen, ist also nur 237 Jahre alt.
Das grosse Fest müsste in Philadelphia stattfinden
Die grosse Feier zum Unabhängigkeitstag findet am 4. Juli stets in Washington statt. Aber im Grunde wäre Philadelphia, zweieinhalb Autostunden von der Hauptstadt entfernt, der passendere Austragungsort. Denn das Parlament der Kolonialisten verabschiedete die Unabhängigkeitserklärung in der damals grössten Stadt der Kolonialisten. Quasi automatisch wurde Philadelphia damit zur ersten Hauptstadt der USA.
Mit dem Bau von Washington, der heutigen Hauptstadt, wurde 1792 begonnen. Seit 1800 ist die Stadt am Potomac auch offiziell die Kapitale des Landes. Dazwischen dienten, je nach Kriegsverlauf, sieben weitere Städte als Kapitale der USA, darunter auch New York.
Ein Basler verbreitete die Unabhängigkeitserklärung
Der revolutionäre Akt, dass sich die amerikanischen Kolonien vom Mutterland abgespalten hatten, stiess in Europa zunächst auf «keine grosse Resonanz», wie der Historiker Peter Hoeres herausgefunden hat.
Interessanterweise war es ein Schweizer, der dies ändern wollte: der Basler Isaak Iselin (1728–1782). Der Philosoph und Publizist druckte im Oktober 1776 die erste vollständige deutsche Übersetzung der Unabhängigkeitserklärung in seiner Zeitschrift ab.
Das Resultat las sich allerdings holprig. So verhunzte Iselin die berühmte Formulierung Jeffersons, «das Streben nach Glück» sei ein unveräusserliches Menschenrecht. Heute sagen Historiker, der Basler habe wohl eine französische Übersetzung transkribiert, und nicht das Original.
Schweizer Soldaten gingen vergessen
Die Rolle der Schweizer Auswanderer im Unabhängigkeitskrieg ist weitgehend vergessen. Dabei lebten schon im 18. Jahrhundert einige Zehntausend Deutschschweizer in den Kolonien, wie der Historiker James Hutson 1991 festhielt. Es ist nicht bekannt, wie viele von ihnen Kriegsdienst leisteten.
Der Grund für diese historische Lücke: Ausländer wurden vor 250 Jahren gemäss ihrer Muttersprache kategorisiert. Schweizer galten damit als «Deutsche» oder «Pfälzer», weil diese deutsche Region häufig Zwischenstation auf dem Weg nach Amerika war. (schweizheute.ch)

