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Schwarze-Witwe-Männchen vererben Trick gegen Tod beim Sex

Diesen spektakulären Trick vererben Spinnen-Männchen, um einen Tod beim Sex zu verhindern

19.08.2026, 07:2819.08.2026, 08:28

Männchen einer australischen Spinnenart haben einen sportlichen Trick, um die Paarung mit einer sogenannten «Schwarzen Witwe» zu überleben. Dieses Wissen vererben sie auch an ihre Nachkommen weiter, wie deutsche Forschende herausgefunden haben.

REDBACK SPIDER REDBACK Latrodectus hasselti Araneae Date: 02.04.2008, Credit:A.N.T. Photo Library / Avalon PUBLICATIONxNOTxINxUKxFRAxUSA Copyright: xA.N.T.xPhotoxLibraryx/xAvalonx 0526113602
So sieht die australische Rotrückenspinne aus.Bild: www.imago-images.de

Für ihre Untersuchungen haben die Forschenden die australische Rotrückenspinne (Latrodectus hasselti) – die mit dem sportlichen Trick – mit der eng verwandten, neuseeländischen Roten Katipo (Latrodectus katipo) mehrfach gekreuzt.

Die australischen Rotrückenspinnen-Männchen vollführen beim Sex eine Art Rückwärtssalto in die Giftzähne des Weibchens. Gleichzeitig verengt sich der Hinterleib so stark, dass der Biss des Weibchens weniger tödlich ist. Dadurch steigen ihre Überlebenschancen und sie können sich ein zweites Mal mit dem Weibchen paaren.

Die Männchen der neuseeländischen Roten Katipo springen dagegen keinen Salto und der Hinterleib verengt sich nicht. Die Weibchen dieser Art töten und fressen ihre Partner allerdings auch nicht.

«Da sich die beiden Arten erst vor etwa 100'000 Jahren voneinander getrennt haben, bietet ihr unterschiedliches Paarungsverhalten eine Möglichkeit, die genetischen Grundlagen dieser Verhaltensmuster zu untersuchen», sagte die Erstautorin Kardelen Özgün Uludağ von der Universität Hamburg. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift «Biology Letters» veröffentlicht. Auch Forschende der Universitäten Trier und Rostock waren daran beteiligt.

Gene steuern das ungewöhnliche Verhalten

Die beiden Spinnenarten wurden mehrfach gekreuzt: Erst die neuseeländischen Weibchen mit den australischen Männchen, dann die daraus hervorgegangenen Hybrid-Weibchen mit Männchen einer der beiden Arten. So entstanden den Angaben zufolge Männchen mit unterschiedlichen Kombinationen des Erbguts beider Arten.

Diese dritte Generation der Männchen wurde dann wiederum mit Weibchen der für sie ungefährlichen, neuseeländischen Art gepaart. «Fast die Hälfte der Männchen der dritten Generation vollführte ebenfalls Saltos, zeigte aber keine Verengung des Hinterleibs», sagte die Co-Autorin und Biologin Jutta Schneider.

Das spreche dafür, das die beiden Merkmale genetisch weitgehend unabhängig voneinander vererbt werden – zum Beispiel, weil sie auf unterschiedlichen Chromosomen liegen oder auf demselben Chromosom weit voneinander entfernt. Die Forschenden wollen nun erforschen, welche konkreten Gene dieses ungewöhnliche Verhalten steuern und wie sie sich im Verlauf der Evolution entwickelt haben. (dab/sda/dpa)

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