Schweiz
Gesundheit

Hitze begünstigte Ausbreitung von Augenkrankheit bei Walliser Schafen

Schafe bei der Alpfahrt (Alpabzug) von der Alp Zanai, aufgenommen am Mittwoch, 10. September 2025, in Valens. Nach dem Sommer auf der Alp geht es heute fuer ueber 800 Schafe erst auf eine tiefer geleg ...
Bild: keystone

Schmerzhafte Augenkrankheit setzt Walliser Schafen zu

18.08.2026, 16:0018.08.2026, 16:00

Im Wallis ist bei rund 90 Schafen auf einer Alp bei Rosswald die Gäms- oder Schafsblindheit ausgebrochen. Die betroffenen Tiere leiden unter tränenden und lichtempfindlichen Augen. Schreitet die Entzündung weiter voran, kann es dazu kommen, dass sich die Hornhaut auf den Augen der Tiere trübt, was zu einer vorübergehenden Erblindung führen könne, wie der Tierarzt Anton Riter aus Naters (VS) dem Newsportal Nau erklärt.

Der Ausbruch der Krankheit, die neben Schafen auch Gämse und weitere kleine Wiederkäuer betreffen kann, stellt die Älpler im Wallis vor grosse Herausforderungen. Aus einer Herde von 650 Tieren auf der betroffenen Steinenalp gilt es nun, die Tiere zu identifizieren, die daran erkrankt sein könnten. Dies zeigt sich bei den Tieren meist früh daran, dass sie auffällig oft blinzeln.

Einmal identifiziert, werden die erkrankten Tiere von der Herde getrennt und zur Behandlung von der Alp runter ins Tal gebracht. Dies sei äusserst aufwendig, sagt Anton Riter gegenüber Nau. Einmal im Tal müsse den erkrankten Schafen täglich antibiotische Augensalbe aufgetragen werden. Ausserdem müssten die Tiere möglichst dunkel und vor der Sonneneinstrahlung geschützt untergebracht werden.

Heisser Sommer begünstigt Verbreitung der Krankheit

In der Regel verlaufe die Krankheit glimpflich, sagt Riter: «Die momentan betroffenen Schafe werden sich alle erholen». Es handle sich um eine bekannte Krankheit, eine dauerhafte Erblindung drohe den Tieren dabei nicht, die Beschwerden könnten meist sogar von alleine abheilen, für die betroffenen Tiere sei die Krankheit jedoch äusserst schmerzhaft, so der Walliser Tierarzt.

Dass die Krankheit jetzt ausbricht, könnte unter anderem auch mit dem heissen Sommer zusammenhängen. Der heisse und sonnige Sommer sorgte dafür, dass die Tiere von übermässig vielen Fliegen begleitet wurden. Diese können die Bakterien der Gruppe der Mykoplasmen von Tier zu Tier übertragen, und so für eine Weiterverbreitung der Krankheit sorgen.

Auch der Herdenschutz könne dazu beitragen, dass sich die Krankheit schneller in einer betroffenen Herde ausbreite, sagt Riter. Da die Schafe in der Nacht zum Schutz vor Wolfsangriffen, auf eingezäunten Flächen im Freien, sogenannten Pferchen, zusammengetrieben werden, kann sich ein Krankheitserreger relativ leicht innerhalb der dicht zusammengedrängten Schafe ausbreiten. (jul)

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36 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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DasWölfchen
18.08.2026 19:37registriert April 2023
Wichtig ist, dass die Tiere aus dem Alpenraum weggebracht werden. Die Gämsblindheit ist für die Wildtiere wie Gämsen und Steinböcke tödlich. Sie sehen kaum etwas und stürzen ab oder verhungern. Fliegen gelten als indirekte Überträger der hochansteckenden Krankheit zwischen Haus- und Wildtier.
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Nixnutz
18.08.2026 16:37registriert Mai 2017
Der Wolf ist‘s und unter Umständen hat er auch noch Migrationshintergrund: Grosser böser Wolf…
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El_Chorche
18.08.2026 17:41registriert März 2021
Ich seh schon, die brauchen dringend mehr Kohle....
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