Schmerzhafte Augenkrankheit setzt Walliser Schafen zu
Im Wallis ist bei rund 90 Schafen auf einer Alp bei Rosswald die Gäms- oder Schafsblindheit ausgebrochen. Die betroffenen Tiere leiden unter tränenden und lichtempfindlichen Augen. Schreitet die Entzündung weiter voran, kann es dazu kommen, dass sich die Hornhaut auf den Augen der Tiere trübt, was zu einer vorübergehenden Erblindung führen könne, wie der Tierarzt Anton Riter aus Naters (VS) dem Newsportal Nau erklärt.
Der Ausbruch der Krankheit, die neben Schafen auch Gämse und weitere kleine Wiederkäuer betreffen kann, stellt die Älpler im Wallis vor grosse Herausforderungen. Aus einer Herde von 650 Tieren auf der betroffenen Steinenalp gilt es nun, die Tiere zu identifizieren, die daran erkrankt sein könnten. Dies zeigt sich bei den Tieren meist früh daran, dass sie auffällig oft blinzeln.
Einmal identifiziert, werden die erkrankten Tiere von der Herde getrennt und zur Behandlung von der Alp runter ins Tal gebracht. Dies sei äusserst aufwendig, sagt Anton Riter gegenüber Nau. Einmal im Tal müsse den erkrankten Schafen täglich antibiotische Augensalbe aufgetragen werden. Ausserdem müssten die Tiere möglichst dunkel und vor der Sonneneinstrahlung geschützt untergebracht werden.
Heisser Sommer begünstigt Verbreitung der Krankheit
In der Regel verlaufe die Krankheit glimpflich, sagt Riter: «Die momentan betroffenen Schafe werden sich alle erholen». Es handle sich um eine bekannte Krankheit, eine dauerhafte Erblindung drohe den Tieren dabei nicht, die Beschwerden könnten meist sogar von alleine abheilen, für die betroffenen Tiere sei die Krankheit jedoch äusserst schmerzhaft, so der Walliser Tierarzt.
Dass die Krankheit jetzt ausbricht, könnte unter anderem auch mit dem heissen Sommer zusammenhängen. Der heisse und sonnige Sommer sorgte dafür, dass die Tiere von übermässig vielen Fliegen begleitet wurden. Diese können die Bakterien der Gruppe der Mykoplasmen von Tier zu Tier übertragen, und so für eine Weiterverbreitung der Krankheit sorgen.
Auch der Herdenschutz könne dazu beitragen, dass sich die Krankheit schneller in einer betroffenen Herde ausbreite, sagt Riter. Da die Schafe in der Nacht zum Schutz vor Wolfsangriffen, auf eingezäunten Flächen im Freien, sogenannten Pferchen, zusammengetrieben werden, kann sich ein Krankheitserreger relativ leicht innerhalb der dicht zusammengedrängten Schafe ausbreiten. (jul)
