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Häusliche Gewalt

Gewalt gegen Frauen und Suizid: Studie belegt erstmals Zusammenhang

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Gewalt gegen Frauen und Suizid: Studie belegt erstmals Zusammenhang

23.07.2026, 10:1223.07.2026, 10:12

Dass Frauen, die Gewalt erleben, häufiger an psychischen Erkrankungen leiden und ein erhöhtes Suizidrisiko aufweisen, ist aus Studien auf individueller Ebene bekannt. Ein Team der Medizinischen Universität Wien zeigt nun, dass der Zusammenhang auch auf Bevölkerungsebene besteht.

ARCHIV - 12.11.2015, Nordrhein-Westfalen, Herne: Eine Frau sitzt in einem Frauenhaus auf einem Bett. Im Jahr 2019 haben Tausende von Gewalt betroffene Frauen und Kinder in Frauenhäusern Schutz gesucht ...
Eine Studie hat Zusammenhänge zwischen Gewalt und Frauen und erhöhtem Suizidrisiko festgestellt.Bild: keystone

Die im «Journal of Interpersonal Violence» veröffentlichte Studie belegt demnach erstmals, «dass ein höheres Mass an geschlechtsspezifischer Gewalt mit höheren Suizidraten bei Frauen assoziiert ist». Ein Forschungsteam um Armin Trojer, Daniel König-Castillo und Stephan Listabarth von der Medizinischen Universität Wien (MedUni) analysierte Daten aus 37 Ländern der WHO-Region Europa.

Als Grundlage diente der «Violence against Women Index» (VAWI), der das Ausmass an geschlechtsspezifischer Gewalt anhand von elf Indikatoren aus vier Gewaltformen erfasst – körperliche, sexuelle und psychische Gewalt sowie Formen der Benachteiligung, die zur Einschränkung der wirtschaftlichen Selbstständigkeit führen.

Diese Werte wurden mit den altersstandardisierten weiblichen Suizidraten der jeweiligen Länder verglichen. Die Forschenden berücksichtigten ausserdem weitere Faktoren, die Suizidraten beeinflussen können, wie das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, die Arbeitslosenquote sowie Kennzahlen zur Gesundheitsversorgung und Kriminalität.

Ab mittleren Werten steigt die Suizidrate

Die Analysen zeigen laut der Mitteilung der MedUni vom Donnerstag einen signifikanten Zusammenhang: VAWI-Werte ab einem mittleren Bereich gingen mit höheren weiblichen Suizidraten einher. Im Bereich niedriger VAWI-Werte zeigte sich ein gegenteiliger Zusammenhang.

«Dieses Ergebnis könnte sich aus den Unterschieden in der Erfassung von Gewalt gegen Frauen und von Suiziden zwischen den Ländern erklären. Beide Faktoren können statistische Analysen auf Bevölkerungsebene beeinflussen», sagte Co-Studienleiter Daniel König-Castillo.

Die zwischen 0 und 1 angegebenen VAWI-Werte der untersuchten Länder reichen von 0,035 in Norwegen bis 0,292 in Moldawien. Die weiblichen Suizidraten liegen zwischen 1,24 Todesfällen pro 100'000 Frauen in Griechenland und 8,54 pro 100'000 Frauen in Belgien.

Die Studie mache auch deutlich, «wie wichtig eine möglichst vollständige und international vergleichbare Datenerhebung ist. Gewalt gegen Frauen und Suizide werden nach wie vor nicht überall gleichermassen erfasst. Verbesserungen in diesem Bereich würden nicht nur die Datenlage für weitere Forschung stärken, sondern auch dazu beitragen, das Thema zu enttabuisieren und die Planung von gezielten Präventionsmassnahmen zu erleichtern», sagte Studienleiter Listabarth. (dab/sda/apa)

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Hans Erni und die Kunst der Tarnung
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