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Gefängnisbäckerei bei Ausgrabungen in Pompeji entdeckt

Gefängnisbäckerei bei Ausgrabungen in Pompeji entdeckt

08.12.2023, 14:3208.12.2023, 14:32

Bei Ausgrabungen im archäologischen Park in Pompeij ist eine Gefängnisbäckerei entdeckt worden. Dort wurden Sklaven und Esel zum Mahlen des Getreides eingesperrt und ausgebeutet.

Pompeii
Die antike Stadt Pompeij.Bild: Shutterstock

Es handle sich um einen engen Raum, ohne Sicht nach draussen. Die Tiere wurden Experten zufolge gezwungen, stundenlang mit verbundenen Augen herumzulaufen. Es gab nur ein kleine Fenster mit Eisengittern für Lichteinfall.

Der Fund erfolgte in der Insula 10, wo im Rahmen eines grösseren Projekts zur Sicherung und Erhaltung der Fassaden, die das noch unerforschte Gebiet der antiken Stadt Pompeji umgeben, Ausgrabungen im Gange sind. Dabei wurde ein Haus freigelegt, das in einen Wohnbereich, der mit raffinierten Fresken verziert ist, und einen Produktionsbereich, der für die Brotherstellung bestimmt war, unterteilt ist.

Drei Leichen gefunden

In einem der Bäckereiräume wurden in den vergangenen Monaten drei Leichen freigelegt. Dies beweise, dass die Räumlichkeit keineswegs unbewohnt war, berichteten die Experten. Der Fund zeuge von der zermürbende Arbeit, der Männer, Frauen und Tiere in den antiken Brotmühlen ausgesetzt waren, schrieb der deutsche Direktor des archäologischen Parks von Pompeji, Gabriel Zuchtriegel, in einem am Freitag veröffentlichten wissenschaftlichen Artikel.

Der Bereich mit den Mühlsteinen, der sich im südlichen Teil des Raums befindet, grenzt an einen Stall mit einer langen Krippe. Um die Mühlsteine herum sind eine Reihe von halbkreisförmigen Vertiefungen in den vulkanischen Basaltplatten zu erkennen. In Anbetracht der Festigkeit des Materials gilt es wahrscheinlich, dass es sich um Ritzungen handelt, die speziell angefertigt wurden, um zu verhindern, dass die Zugtiere auf dem Pflaster ausrutschen.

Die archäologische Stätte in Süditalien ist kulturell von grosser Bedeutung. Bei einem Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 nach Christus wurde die antike Stadt Pompeji unter meterhohen Aschebergen begraben und dadurch weitgehend konserviert. Tausende Menschen wurden getötet.

Nach der Wiederentdeckung der altrömischen Stadt in der Neuzeit waren 44 Hektar der unter dem Auswurf zu grossen Teilen gut erhaltenen Stadtanlage freigelegt worden. (saw/sda/apa)

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