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This photo released Thursday Jan. 23, 2020 by Herculaneum press office in Naples, southern Italy, shows a fragment of brain material of a victim incinerated by the ancient blast of Mount Vesuvius, and turned into glass. Officials at the Herculaneum archaeology site said this is the first time that the phenomenon has been verified from a volcanic eruption. (Herculaneum press office via AP)

Bei diesem Fragment soll es sich laut den Wissenschaftlern um verglastes Hirnmaterial handeln. Bild: AP

Tödliche Hitze – beim Ausbruch des Vesuvs schmolz das Hirn eines Opfers zu Glas



Die Leute in den Ortschaften am Fusse des Vesuvs hatten keine Chance. Als der Vulkan im Jahr 79 n. Chr. ausbrach, regnete es zunächst heisse Asche und Bimssteine auf die Felder und Häuser, dann überrollten mehrere pyroklastische Ströme Pompeji und Herculaneum. Wer noch nicht in den giftigen Aschewolken umgekommen war, starb nun in der Hitze dieser tödlichen Wellen aus Asche, Gas und heissem Gestein.

Einer von ihnen fand im Collegium Augustalium in Herculaneum den Tod, einem dem Kaiser-Kult gewidmeten Gebäude. Der etwa 25-jährige Mann, womöglich der Hausmeister, lag mit dem Gesicht nach unten auf einer hölzernen Liege, als er starb und unter einer Ascheschicht begraben wurde. Seine vollständig verkohlten Überreste wurden zwar schon in den 1960er Jahren gefunden, doch erst jetzt untersuchten Wissenschaftler um den forensischen Anthropologen Pierpaolo Petrone von der Universität Neapel Federico II. den Toten eingehend.

Dabei machten die Forscher einen bizarren Fund: Im Schädel des Mannes stiessen sie auf glasartige Strukturen in Form von winzigen, dunkel glänzenden Fragmenten, wie sie im «New England Journal of Medicine» berichten. Das Gehirn des Opfers habe sich bei den hohen Temperaturen in Glas verwandelt, sagt Petrone. So etwas sei bisher noch nie entdeckt worden, weder in der Archäologie noch in der Forensik.

«Dieser Fund ist etwas Besonderes», sagte Petrone, der sich seit 25 Jahren mit den Toten des Vulkanausbruchs beschäftigt. «Ich sah etwas glitzern im Inneren des Schädels und wusste sofort, dass ich da etwas beinahe Einmaliges vor mir habe.»

Dass die glänzenden Fragmente Überreste des Gehirns sind, ergibt sich für die Anthropologen aus dem Vorhandensein chemischer Bestandteile, die nicht aus der Aschewolke stammen können. Unter anderem isolierten sie fünf Proteinarten, von denen einige typischerweise in Gehirnen, aber auch in menschlichen und pflanzlichen Fetten vorkommen. Bei den anderen handelt es sich um Fettsäuren, die in menschlichem Haarfett zu finden sind.

Die «Verglasung» habe stattgefunden, weil das Gewebe sehr hohen Temperaturen ausgesetzt gewesen und danach schnell abgekühlt sei. Die Analyse des verkohlten Holzbetts, auf dem der Tote lag, habe gezeigt, dass die Temperatur mindestens 520 Grad Celsius erreicht haben musste.

Andere Wissenschaftler bezweifeln, dass es sich bei den glasartigen Fragmenten tatsächlich um Hirnmaterial handelt. Die vorgefundenen Fettsäuren seien kein hinreichender Beweis für diese These, sie seien lediglich typisch für pflanzliche oder tierische Fette oder Haare.

(dhr, mit Material der Nachrichtenagentur sda)

Der Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr.

Die verheerendste Eruption des einzigen Vulkans auf dem europäischen Festland fand im Sommer oder Herbst des Jahres 79 n. Chr. statt. Ihr fielen mehrere tausend Menschen zum Opfer; die Ortschaften Pompeij, Herculaneum, Oplontis und Stabiae wurden zerstört und unter Aschemassen begraben. Der Ausbruch begann um die Mittagszeit, als der Propfen, der den Vulkanschlot verstopfte, herausgeschleudert wurde. Die Eruptionssäule erreichte die Stratosphäre. In den folgenden Stunden regnete es Asche und Gesteinsbrocken. Kurz nach Mitternacht brach die Eruptionssäule zusammen, worauf nacheinander sechs pyroklastische Ströme die Umgebung verwüsteten. Danach brach die Gipfelregion des Vesuvs ein und es entstand eine Caldera, in der sich ein neuer Kegel bildete. Insgesamt warf der Vesuv bei der Eruption 3,3 km3 Material aus.

Quelle: Wikipedia

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Video: srf

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