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Greenpeace-Studie: Mehr Menschen fliehen vor Naturkatastrophen

Greenpeace-Studie: Mehr Menschen fliehen vor Naturkatastrophen

19.06.2026, 07:4819.06.2026, 07:48

Immer mehr Menschen fliehen einer wissenschaftlichen Auswertung zufolge vor Naturkatastrophen. Die Zahl der Binnenvertriebenen durch Naturkatastrophen und Extremwetterereignisse stieg im vergangenen Jahr deutlich auf 13,6 Millionen, wie aus der Studie der Universität Hamburg im Auftrag von Greenpeace hervorgeht. Der Klimawandel erhöht demnach die Häufigkeit und die Intensität von wetterbedingten Extremereignissen.

FILE - Drought-stressed wheat plants stand adjacent to parched ground in a field near Macksville, Kan., May 16, 2026. (AP Photo/Charlie Riedel, File)
Climate El Nino
Auch extreme Dürren sorgen für Probleme.Bild: keystone

2024 waren es noch 9,9 Millionen Menschen gewesen. Die Studie bezieht sich hierbei auf Zahlen der renommierten Beobachtungsstelle für Binnenvertriebene (IDMC). Unter Binnenvertriebenen versteht man Menschen, die innerhalb ihres Landes auf der Flucht sind. Besonders betroffen sind laut Studie Menschen im Globalen Süden.

Gekürzte Entwicklungszusammenarbeit verschärft Notstand

Zudem hätten Krieg und Gewalt einen Höchststand seit Ende des Zweiten Weltkriegs erreicht. Zugleich sei das weltweite Budget für Entwicklung und humanitäre Hilfe 2025 im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Viertel (175 Milliarden US-Dollar) zusammengestrichen worden. Dies sei ein Mitgrund dafür, dass im vergangenen Jahr weltweit insgesamt 82,2 Millionen Menschen (2024: 83,5 Millionen) nicht in ihren angestammten Dörfern und Städten lebten.

Afghanistan – unfreiwillige Rückkehr in die humanitäre Krise

Als Beispiel nennt die Studie Afghanistan. Dort bedrohten abschmelzende Gletscher im Himalaya die Versorgung mit Trinkwasser und die Bewässerung der Landwirtschaft. Auf extreme Dürren folgten katastrophale Sturzfluten. In der Folge seien Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Kabul droht demnach als erste Grossstadt weltweit das Trinkwasser zu verlieren.

«Afghanistan gehört zu den Ländern, die besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Das Land ist ausserdem von häufigen Erdbeben betroffen», heisst es in der Studie.

Die Menschen müssten zudem mit den Folgen von jahrzehntelangem Krieg und politischen Unruhen, fragilen wirtschaftlichen Bedingungen sowie der Gewaltherrschaft der Taliban leben.

Handeln gefordert

«Während Familien im Globalen Süden ihre Heimat durch Klimakatastrophen verlieren, kürzen wohlhabende Nationen die Hilfsgelder», sagte Fawad Durrani, Migrationsexperte von Greenpeace. Die Industriestaaten müssten ihre Emissionen schneller senken und stärker in die Anpassung besonders betroffener Länder an die Folgen des Klimawandels investieren. (dab/sda/dpa)

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