Die Welt unter Wasser – unser Tool zeigt, was passiert, wenn der Meeresspiegel steigt
In den nächsten 200 Jahren könnte der Meeresspiegel im ungünstigsten, von Klimaforschenden diskutierten Szenario um bis zu 5 Meter steigen. Würde gar sämtliches Eis der Erde – jeder Gletscher, das gesamte Grönland- und Antarktis-Eis – schmelzen, kämen wir auf rund 65 Meter. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt eine Welt voller Unterschiede: Manche Küsten würden schon beim kleineren Wert geflutet, andere Orte wie die Schweiz bräuchten einen Anstieg von mehreren hundert Metern, um auch nur teilweise unterzugehen.
Genau diesen Unterschied macht unser interaktives Meeresspiegel-Tool erlebbar: Mit dem Regler lässt sich der Meeresspiegel in Fünf-Meter-Schritten erhöhen. So kannst du live beobachten, welche Küstenregionen bereits bei kleinen Anstiegen verschwinden und wo es länger dauert.
Die Welt
Weltweit wird es zuerst jene Regionen treffen, die kaum über dem heutigen Meeresspiegel liegen. Pazifische Inselstaaten wie Tuvalu oder Kiribati ragen an ihrem höchsten Punkt oft nur wenige Meter aus dem Wasser – dort geht es nicht um ferne Zukunft, sondern um Umsiedlungspläne, die bereits heute diskutiert werden. Ähnlich exponiert sind die grossen Flussdeltas, in denen besonders viele Menschen leben: das Ganges-Brahmaputra-Delta in Bangladesch, das Nildelta in Ägypten und das Mekong-Delta in Vietnam gehören zu den am dichtesten besiedelten Tieflandzonen der Erde und liegen vielerorts nur ein bis zwei Meter über dem Meer.
Die Welt unter Wasser
Bewege den Regler, um zu sehen, welche Küstenregionen ein steigender Meeresspiegel überfluten würde. Bei 0 Metern zeigt die Karte die heutige Küstenlinie. Schmölze alles Eis der Erde, stiege der Meeresspiegel um rund 65 Meter.
Meeresspiegel: 0 Meter über heute
Grafik: watson • Quelle: Mapterhorn, OpenStreetMap
Europa
In Europa fällt der Blick zuerst auf die Niederlande: Rund ein Viertel des Landes liegt bereits heute unter dem Meeresspiegel und wird nur durch ein aufwendiges System aus Deichen und Poldern trocken gehalten. Auch die Wattenmeerküste zwischen den Niederlanden, Deutschland und Dänemark, das Po-Delta rund um Venedig sowie die Camargue in Südfrankreich zählen zu den europäischen Regionen mit der geringsten Höhenreserve.
Europa unter Wasser
Bewege den Regler, um zu sehen, welche Regionen ein steigender Meeresspiegel überfluten würde. Bei 0 Metern zeigt die Karte die heutige Küstenlinie.
Meeresspiegel: 0 Meter über heute
Grafik: watson • Quelle: Mapterhorn, OpenStreetMap
Die Schweiz
Und die Schweiz? Bevor überhaupt ein Tropfen Meerwasser das Land erreichen könnte, müsste der globale Meeresspiegel um mehr als 190 Meter steigen. Der tiefste Punkt des Landes liegt am Lago Maggiore im Tessin auf 193 Metern über Meer – selbst wenn sämtliches Eis der Erde schmelzen würde, was den Meeresspiegel um schätzungsweise 65 Meter anheben würde, bliebe die Schweiz komplett trocken.
Erst in einem wissenschaftlich derzeit unmöglichen Szenario würde das Wasser zunächst im Tessin eindringen und später von Basel am Rheinufer (245 Meter) bis zu den grösseren Seen im Mittelland vordringen – während der Grossteil des Landes mit einer mittleren Höhe von rund 1350 Metern noch lange verschont bliebe.
Die Schweiz unter Wasser
Bewege den Regler, um zu sehen, wie hoch das Wasser steigen müsste, um die Schweiz zu fluten. Der tiefste Punkt des Landes liegt am Lago Maggiore auf 193 Metern über Meer – erst darüber würde überhaupt Wasser hereinfliessen.
Wasserstand: 190 Meter über Meer
Grafik: watson • Quelle: Mapterhorn, OpenStreetMap
Wer mit dem Regler herumspielt – und das Tool ist nichts anderes als eine Spielerei –, merkt schnell: Die Welt ist geologisch gesehen ziemlich ungleich verteilt. Während der Schweiz selbst ein 65-Meter-Anstieg nichts anhaben kann, reichen anderswo schon ein paar Zentimeter, um ganze Küstenstriche zu verschieben.
