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ETH-Studie: Mond hatte einst ein eigenes Magnetfeld

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Ob der Mond jemals ein Magnetfeld hatte, war in der Wissenschaft bisher umstritten.Bild: www.imago-images.de

ETH-Studie: Mond hatte einst ein eigenes Magnetfeld

23.09.2026, 20:0024.09.2026, 15:59

Der Mond hatte einst ein eigenes Magnetfeld. Zu diesem Schluss kommen Forschende der ETH Zürich nach der Analyse von Daten, die Sonden über der Mondrückseite gesammelt haben.

Die am Mittwoch im Fachjournal «Science Advances» veröffentlichte Analyse stützt die Theorie eines sogenannten Geodynamos im Mondkern.

Auf der Erde entsteht das Magnetfeld tief im Inneren des Planeten: Im äusseren Erdkern bewegt sich flüssiges Eisen ständig. Diese Bewegung erzeugt elektrische Ströme, die wiederum das Magnetfeld der Erde erzeugen. Dieser Vorgang wird als Geodynamo bezeichnet – ähnlich wie ein Fahrraddynamo, bei dem Bewegung in elektrische Energie umgewandelt wird. Dieses Magnetfeld umgibt die Erde und schützt sie unter anderem vor geladenen Teilchen des Sonnenwinds.

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Die Forschenden schliessen aus, dass ein massiver Meteoriteneinschlag für diese Magnetisierung verantwortlich sein könnte.Bild: www.imago-images.de

Anders als die Erde hat der Mond heute kein Magnetfeld. Ob dies früher anders war, war in der Wissenschaft bisher umstritten, wie die ETH Zürich in einer Mitteilung zur Studie erklärte. Gesteinsproben von Apollo-Missionen hatten widersprüchliche Hinweise geliefert.

Rückseite des Mondes untersucht

Für ihre neue Studie nutzten die Forschenden keine Gesteinsproben, sondern Schwerkraft- und Magnetfeldmessungen von Sonden aus der Mondumlaufbahn. Im Zentrum der Analyse stand die Region Dewar auf der von der Erde abgewandten Seite des Mondes.

Aus den Daten erstellten sie ein Modell der unterirdischen Struktur. Demnach befindet sich dort ein rund 60 Kilometer breiter und bis zu neun Kilometer tiefer Gesteinskörper.

Dieser sei dichter als die umgebende Mondkruste und stark magnetisiert. Zusammen mit geochemischen Daten und der Topografie deute dies auf erstarrtes Magma eines unterirdischen Vulkankomplexes hin.

Anhand des Eisengehalts schätzten die Forschenden, dass das Magnetfeld des Mondes vor 4,2 Milliarden Jahren mindestens 10 Mikrotesla stark war. Das entspricht einem Fünftel bis einem Drittel der heutigen Stärke des Erdmagnetfeldes von rund 50 Mikrotesla.

Dass ein massiver Meteoriteneinschlag für diese Magnetisierung verantwortlich sein könnte, schliessen die Forschenden aus. Die Dewar-Region liege ausserhalb der Gebiete, die dafür in Frage kämen.

Offen bleibt die Frage, wie der verhältnismässig kleine Mondkern ein so starkes Magnetfeld erzeugen konnte. (pem/sda)

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