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SVP-Nationalrätin Fehr Düsel behält Doktortitel trotz Plagiat

SVP-Nationalrätin Fehr Düsel darf Doktortitel trotz Plagiat behalten

10.06.2026, 08:5610.06.2026, 10:33

Die Zürcher SVP-Nationalrätin Nina Fehr Düsel hat bei ihrer Doktorarbeit als Juristin geschummelt. Zu diesem Schluss kommt die Universität Zürich. Ihren Doktortitel darf sie aber behalten. Fehr Düsel bezeichnet die anonyme Anzeige als «hinterhältige Intrige».

Nina Fehr Duesel, SVP-ZH, stellt eine Frage, an der Sondersession des Nationalrats, am Montag, 5. Mai 2025 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)
Nina Fehr Düsel hat in ihrer Doktorarbeit teilweise abgeschrieben.Bild: keystone

Ein Gutachten kam zum Schluss, dass die Doktorarbeit zur «vorvertraglichen Anzeigepflicht im Versicherungswesen» an 44 Stellen einen Verstoss gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis enthält, etwa unsaubere Zitierweisen.

Bei zusätzlichen 17 Textstellen kam das Gutachten zum Schluss, dass es sich um Plagiate handelt, also abgeschriebene Passagen. Dies teilte die Universität Zürich am Mittwoch mit.

«Unzulässige Übernahmen»

Das Fehlverhalten sei keineswegs zu bagatellisieren, heisst es im Gutachten. Es handle sich nicht bloss um vereinzelte Flüchtigkeitsfehler, sondern um mehrere, teils erhebliche unzulässige Übernahmen.

Fehr Düsels Verschulden stuft das Gutachten als «mittelschwer» ein. Dennoch sei die Doktorarbeit als Ganzes nach wie vor eine eigenständige und promotionswürdige Arbeit. Aus diesem Grund verzichtete die Universität denn auch darauf, der SVP-Nationalrätin ihren Doktortitel abzuerkennen.

«In Randteilen und Fussnoten»

Fehr Düsel betonte in einer Stellungnahme, dass die 17 als Plagiatsstellen gewerteten Fehler überwiegend in Randteilen und Fussnoten zu finden seien. «Vom Kernteil der Arbeit sind etwa vier Prozent betroffen», schrieb sie auf ihrer Website.

Es gehe etwa um einzelne Sätze, die sie deshalb nicht mit einer Quelle in einer Fussnote belegt habe, weil sie diese als versicherungsrechtliches Allgemeinwissen wahrgenommen habe.

Teilweise habe sie irrtümlicherweise andere Quellen angegeben. Und schliesslich habe sie «zu grosszügig» zitiert. Die Quelle habe sie an den Ende des Absatzes gesetzt, obwohl dieser Absatz mehrere Sätze enthalten habe.

«Ich ärgere mich darüber»

«Ich ärgere mich darüber», schreibt sie. Die kritisierten Stellen habe sie bereits korrigiert. Dass bei einem 220-seitigen Werk mit insgesamt 734 Fussnoten einzelne Fehler vorkämen, sei aber klar. Es gebe wohl nicht allzu viele wissenschaftliche Arbeiten, in denen es überhaupt keine Fehler gebe.

Was sie mehr beschäftigt, ist die anonyme Person, die das Verfahren ausgelöst hatte: Fehr Düsel hatte ihren Titel im Jahr 2017 erhalten. Die Anzeige stammte aus dem Jahr 2023 und wurde nur einen Tag nach ihrer Wahl in den Nationalrat bei der Universität eingereicht. «Wer mochte mir die Wahl so sehr nicht gönnen?» Für Fehr Düsel ist das Ganze eine «hinterhältige Intrige». (sda)

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34 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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MarGo
10.06.2026 09:08registriert Juni 2015
"Wäg eme möli"... würd mein Vater sagen...

Oder wie hier wegen 17 Mal...
So läuft das bei uns also...
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meglo
10.06.2026 09:37registriert März 2016
Stell dir den Shitstorm vor, es wäre eine Linke.
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THN
10.06.2026 09:53registriert August 2017
Ich habe auch berufsbegleitend studiert und Arbeiten geschrieben, ja es ist herausfordernd… bei 44 Verstössen gegen gute wissenschaftliche Praxis (nicht, dass die SVP dies nutzen würde) UND 17 Plagiaten ist es aber dann doch eine etwas gar hohe Zahl an Verfehlungen für eine Doktortitel. In sechs Jahren hätte man das durchaus ein paar Mal überfliegen können 🤣
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