Geschäftsauto ist bei Nebenleistungen beliebter als Homeoffice
Was wünschen sich Arbeitnehmende heute von ihrem Arbeitgeber? Homeoffice und flexible Arbeitszeiten dürften viele vermuten. Eine neue Studie der ETH Zürich kommt allerdings zu einem überraschenden Ergebnis: Am beliebtesten ist das Geschäftsauto.
Aber erst einmal von vorne: Die Forschenden untersuchten über drei Monate hinweg das Verhalten von rund 265'000 Nutzerinnen und Nutzern einer Schweizer Online-Stellenplattform. Vom Klick auf die Stellenanzeigen bis zur Bewerbung: Insgesamt werteten sie mehr als zwölf Millionen Interaktionen aus. Laut des Forschungsteams handelt es sich um das bisher grösste Feldexperiment auf dem Schweizer Arbeitsmarkt.
Bei den Arbeitssuchenden steht nicht Homeoffice, sondern der Geschäftswagen bei den Zusatzleistungen an erster Stelle. Dafür wären sie sogar bereit, auf gut zehn Prozent ihres Lohns zu verzichten. «Beim Geschäftsauto lässt sich sehr objektiv beziffern, was es finanziell bringt. Die von uns gemessene Zahlungsbereitschaft von zehn Prozent deckt sich ungefähr mit den realen Leasing- und Nebenkosten für ein solches Fahrzeug», sagt Michael Siegenthaler, Leiter Arbeitsmarktforschung am KOF und Mitautor der Studie, gegenüber dem Tagesanzeiger.
Das Homeoffice liegt allerdings nicht weit dahinter: Es belegt den zweiten Platz. Für die Möglichkeit, mobil zu arbeiten, würden Stellensuchende auf gut acht Prozent ihres Lohns verzichten.
Danach folgen finanzielle Vorteile: etwa ein Zuschuss an die Kinderbetreuung oder ein garantierter Parkplatz.
Wenig Einfluss hatten Angebote wie Essenszulagen, ein Kantinenangebot, Teamevents sowie Coaching oder Gesundheitsförderung. Überraschenderweise. Auch das Angebot flexibler Arbeitszeiten macht eine Stelle offenbar nicht attraktiver. (cst)
