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Studie: Im Wallis gibt es weniger Luchse als angenommen

Studie: Im Wallis gibt es weniger Luchse als angenommen

25.09.2026, 08:5925.09.2026, 08:59

Im Wallis leben laut einer neuen Studie deutlich weniger Luchse als bisher angenommen. Forschende der Universität Bern schätzen den Bestand auf 37 Tiere. In den jüngsten öffentlichen und politischen Diskussionen war von bis zu 80 Luchsen die Rede.

Ein Luchs im Schatten eines Waldes, aufmerksam und gebückt. Die Umgebung ist grün und voller Pflanzen, Luchs, Lynx lynx, Europäischer Luchs, Deutschland, Europa A lynx in the shade of a forest, alert  ...
Der Luchsbestand im Wallis wird auf 37 Tiere geschätzt.Bild: imago images

Die Forschenden haben in den vergangenen drei Wintern mit rund 100 Wildkameras den gesamten Kanton untersucht. Für den Winter 2025/26 schätzen sie den Bestand auf 37 selbständige Luchse, wie die Forschungsgruppe am Freitag mitteilte. Kantonsweit beträgt die Dichte laut den Forschenden 1,09 Tiere pro 100 Quadratkilometer.

Wie viele Luchse es im Wallis wirklich gibt, sei entscheidend, weil im Kanton derzeit über eine Regulierung der Population diskutiert werde. «Man muss die Fakten kennen», betonte Studienleiter Raphaël Arlettaz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Wenn in der Politik mit einer zu hoch angesetzten Luchsdichte gerechnet werde, verfälsche dies die gesamte Debatte.

Laut den Forschenden kommen die bisherigen Schätzungen von bis zu 80 Luchsen durch eine fehlerhafte Hochrechnung zustande. Die zugrunde liegenden Referenzgebiete im Nordwesten des Wallis umfassen auch Teile der Kantone Waadt und Bern, wo die Luchsdichte deutlich höher ist als im Wallis. Werden diese Werte auf das gesamte Wallis übertragen, fällt die geschätzte Zahl entsprechend zu hoch aus. Zudem stützten sich behördliche Aussagen auf Daten aus unterschiedlichen Erhebungsjahren.

Erholung nach Jahrzehnten der Wilderei

Die Ergebnisse zeigen zugleich eine schrittweise Erholung des Bestands dieser Raubkatze. Zwischen 2010 und 2018 lebten im gesamten Kanton lediglich fünf bis acht selbständige Tiere. Im Winter 2024/25 wiesen die Forschenden sieben Weibchen mit mindestens elf Jungtieren nach, im Winter 2025/26 vier Weibchen mit mindestens sieben Jungen.

Die Fortpflanzung und der Grossteil des Bestands konzentrieren sich jedoch fast ausschliesslich auf den Nordwesten des Kantons, wo Anschluss an die Luchspopulationen in den Voralpen von Waadt und Bern besteht. Grosse Teile des Wallis sind nach der systematischen Ausrottung der Art in den 1980er- und 1990er-Jahren weiterhin nur spärlich besiedelt.

Die Studie ist bislang nicht in einem wissenschaftlichen Fachjournal veröffentlicht worden. Die Forschenden haben die Ergebnisse jedoch bereits als sogenanntes Preprint öffentlich zugänglich gemacht. Dabei handelt es sich um ein wissenschaftliches Manuskript, das noch nicht durch unabhängige Fachleute geprüft wurde. Studienleiter Arlettaz begründet die frühe Veröffentlichung damit, dass die Zahlen bereits jetzt für die politische Debatte wichtig seien. (dab/sda)

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