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ChatGPT-Daten können in den USA landen, Sunrise liefert Schweizer Lösung

Das Logo des Telekommunikationsunternehmens Sunrise, aufgenommen am Montag, 27. November 2023 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Am Mittwoch stellte der Telekom-Anbieter seinen neuen AI-Assistent vor.Bild: keystone

ChatGPT-Daten können in den USA landen – Sunrise lanciert eine Schweizer Lösung

Die KI-Anwendung für hiesige Unternehmen sei «vollständig unter Schweizer Kontrolle», verspricht die Telekom-Firma. Möglich macht das ein Schweizer Start-up.
24.09.2026, 22:4924.09.2026, 22:49

An künstlicher Intelligenz (KI) kommt keiner vorbei. Firmen erhoffen sich von ihrem Einsatz Effizienz- und Tempogewinne. Doch wenn sie ein kommerzielles Modell eines grossen US-amerikanischen Anbieters wie ChatGPT nutzen, riskieren sie, dass US-Behörden Zugriff auf die Daten erhalten. Denn diese Anbieter unterstehen dem sogenannten Cloud Act. Dieser sichert US-Behörden Zugriff auf die Daten, selbst, wenn Unternehmen kostenpflichtige Versionen nutzen und die Server in der Schweiz stehen. Bei fast allen kommerziellen Lösungen aus dem Ausland stehen Firmen vor einem ähnlichen Dilemma.

Nun verspricht der Telekom-Anbieter Sunrise eine Lösung für Unternehmen, die sich aus dieser Abhängigkeit lösen wollen. Am Mittwoch hat er eine «Schweizer Unternehmens-KI» namens «Sunrise Business AI Assistant» vorgestellt. Diese wurde zusammen mit Phoeniqs entwickelt, einer Schweizer KI-Firma.

epa13126627 An illustration picture shows the ChatGPT application developed by US artificial intelligence (AI) research organization OpenAI displayed on a smartphone screen in Berlin, Germany, 22 July ...
Im Gegensatz zu ChatGPT sollen die Daten des neuen «Sunrise Business AI Assistant» nicht ins Ausland exportiert werden.Bild: keystone

Das Hauptversprechen von Sunrise-Chef André Krause lautet: «Kein Export». Die Daten würden die Schweiz niemals verlassen. Sunrise stellt die gesicherte Verbindung von den Firmenstandorten zur KI-Infrastruktur über das eigene Netz her. Herzstück der Lösung ist aber ein von Phoeniqs entwickelter Chat-Assistent.

Schweizer Unicorn entwickelt Lösung

Bei Phoeniqs handelt es sich um einen Full-Stack-Anbieter. Sowohl die Hardware, das Betriebssystem als auch die KI-Plattform befinden sich in seiner Hand. Der Assistent nutzt mehrere KI-Modelle wie etwa jene von Deepseek oder GLM, die laut Phoeniqs-Chef Thomas Taroni auf dem Niveau von ChatGPT oder Anthropic sind. Im Unterschied zu jenen handelt es sich dabei um Open-Source-Modelle. Da diese auf eigener Infrastruktur in der Schweiz betrieben werden, haben ausländische Behörden keine Handhabe, auf die so verarbeiteten Daten zuzugreifen.

Das neue Angebot von Sunrise richtet sich vor allem an KMU. Die Preise variieren je nach Grösse der Unternehmen zwischen 7.90 und 11.90 Franken pro Monat und Nutzer.

Phoeniqs ist ein Schweizer Unicorn, also ein Start-up, das mit über einer Milliarde US-Dollar bewertet wird. Die Firma hat den Sitz in Freienbach SZ und Büros in Zürich und auf dem Areal Uptown Basel in Arlesheim BL. Dort hat Phoeniqs vor wenigen Wochen den leistungsstärksten kommerziellen KI-Supercomputer des Landes in Betrieb genommen. So könnten auch anspruchsvolle KI-Anwendungen unter Schweizer Rechtssprechung betrieben werden – mit voller Kontrolle über Daten, Modelle und Rechenlast, wie das Unternehmen verspricht.

Grosser Stellenabbau bei Sunrise wegen KI?

Sunrise hat sich im Rahmen der Kooperation die Option gesichert, sich an Phoeniqs zu beteiligen. Ausgeübt wurde diese bisher nicht.

Das Timing der Vorstellung des neuen Angebots dürfte vielen Sunrise-Mitarbeitenden unglücklich vorkommen. Erst am Montag gab der Konzern bekannt, dass er einen Abbau von bis zu 450 Vollzeitstellen prüft. Da diese Zahl noch nicht fix ist und das Konsultationsverfahren noch nicht angelaufen ist, wollte die Firma eigentlich erst später kommunizieren. Als börsenkotiertes Unternehmen musste Sunrise aber eine Meldung des Portals «Inside Paradeplatz» bestätigen.

Intern soll der Abbau auch mit dem vermehrten Einsatz von KI begründet worden sein – jene Technologie, von der die Chefs nun schwärmen. Sunrise-Chef Krause sagte am Mittwoch, Sunrise werde künftig in Wettbewerb mit Anbietern stehen, die eine Telekom-Firma fast ausschliesslich mit KI-Software betreiben und kaum mehr Personal benötigen. Technisch sei dies schon heute möglich. Die Transformation des Geschäftsmodells sei deshalb nötig. (schweizheute.ch)

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