Wissen
Science-News

Euclid-Teleskop entdeckt älteste bisher bekannte Quasare

This image provided by the European Space Agency shows Euclid?s panoramic view of the Horsehead Nebula. The European Space Agency released Euclid?s first photos Tuesday, Nov. 7, 2023 four months after ...
Das Euclid-Teleskop zeigt den sogenannten Pferdekopfnebel in beeindruckender Detailtiefe.Bild: keystone
Science-News

Euclid-Teleskop entdeckt älteste bisher bekannte Quasare

06.07.2026, 08:3006.07.2026, 12:50

Rekordfund im All: Das Euclid-Teleskop hat die zwei ältesten je beobachteten Quasare entdeckt. Sie stammen aus einer Zeit, als das Universum erst rund 670 Millionen Jahre alt war. Der Fund liefert wertvolle Einblicke in die Frühzeit des Universums.

Insgesamt entdeckte das 2023 gestartete Weltraumteleskop 31 neue Quasare aus dem frühen Universum, wie die Europäische Weltraumorganisation ESA am Montag mitteilte. An der Mission sind auch Schweizer Hochschulen beteiligt.

Quasare sind besonders helle Zentren von Galaxien. Sie repräsentieren eine kurze Phase im Leben einer Galaxie, in der grosse Mengen an Materie in das zentrale Schwarze Loch stürzen. Dabei werde eine enorme Energiemenge freigesetzt, die den Rest der Galaxie um das Hundert- bis Tausendfache überstrahlen könne.

Die beiden ältesten neu entdeckten Quasare leuchteten laut ESA mit der Kraft von rund einer Billion Sonnen. Ihr Licht war mehr als 13 Milliarden Jahre unterwegs, bis es das Euclid-Teleskop erreichte. Sie stammen laut der ESA aus der Zeit von etwa 670 Millionen Jahren nach dem Urknall. Würde man die Geschichte des Universums vom Urknall bis heute auf eine Stunde zusammendrängen, wären noch keine drei Minuten vergangen, als diese Quasare leuchteten.

Wichtig für die Forschung

Solche Entdeckungen sind für die Forschung wichtig. Sie zeigen, was im jungen Universum geschah. Forschende wollen damit besser verstehen, wie die ersten Galaxien entstanden sind – und wie Schwarze Löcher schon so früh so gross werden konnten.

Bisher waren nur wenige Quasare aus dieser frühen Zeit bekannt. Euclid hat diese Zahl nun deutlich erhöht. Laut ESA verdoppelt die Entdeckung die Zahl der bekannten Quasare aus dieser Epoche.

An Euclid sind auch Schweizer Institutionen beteiligt. Dazu gehören unter anderem die Universität Genf, die Universität Zürich, die EPFL und die Fachhochschule Nordwestschweiz. Schweizer Forschende und Ingenieure trugen unter anderem zu Instrumenten, Datenverarbeitung und Simulationen bei. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
20 offizielle, grottenschlechte NASA-Poster (oder bereits Kult?)
1 / 22
20 offizielle, grottenschlechte NASA-Poster (oder bereits Kult?)
Bild: NASA
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Dieses Modul soll die Raumfahrt revolutionieren – warum es dafür explodieren musste
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Cern legt seinen Teilchenbeschleuniger still – aber nicht für immer
Der grösste Teilchenbeschleuniger der Welt wird für vier Jahre abgeschaltet. Das Cern in Genf will ihn in dieser Zeit aufrüsten, um die Chance auf neue physikalische Entdeckungen zu steigern. Eine Wiederinbetriebnahme ist nicht vor Juni 2030 geplant.
Zur Story