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Hirschferkel im Hoch, Koalas im Tief: Das sind die tierischen Verlierer und Gewinner 2019



Mehr als 30'000 Tiere sind auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als bedroht vermerkt. Rund 6400 davon sind vom Aussterben bedroht. Derzeit sei das «grösste Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier» im Gange.

Dies erklärte die Umweltstiftung WWF am Freitag zum Erscheinen ihrer neuen Liste der Gewinner und Verlierer im Tierreich 2019.

Als Verlierer sieht der WWF:

🙁🙁🙁 Eisbären

In this undated photo provided by Eric Regehr, polar bears are seen on Wrangel Island in the Arctic Circle. A study of polar bears in the Chukchi Sea between Alaska and Russia finds that the population is thriving for now despite a loss of sea ice due to climate change. Lead author Eric Regehr of the University of Washington says the Chukchi may be buffered from some effects of ice loss. Regehr says polar bears can build fat reserves and the Chukchi's abundant seal population may allow bears to compensate for a loss of hunting time on ice. (AP Photo Eric Regehr via AP)

Auf der Suche nach Eis: eine Eisbären-Familie. Bild: AP/Eric Regehr

Den Tieren geht es laut WWF in einigen Regionen deutlich schlechter. Insgesamt könnte ein Drittel der globalen Population bis 2050 verschwinden. Schuld daran sei vor allem die Klimakrise. So leben demnach beispielsweise in der nördlichen Hudson Bay noch 842 Tiere. Das sind etwa 18 Prozent weniger als 2011. Die IUCN stufte Eisbären (Ursus maritimus) bei der jüngsten Bewertung im Jahr 2015 als «gefährdet» ein. Damals wurde die Population auf insgesamt rund 26'000 Tiere geschätzt.

🙁🙁🙁 Sumatra-Nashörner

Dicerorhinus sumatrensis ein Sumatra-Nashorn

Bild: shutterstock.com

Das letzte Sumatra-Nashorn Malaysias starb im November. Der Lebensraum der Tiere war enorm geschwunden, weil der Wald für Palmölplantagen, Papierproduktion und Bergbau in den vergangenen Jahrzehnten gerodet wurde. Die Weltnaturschutzunion IUCN listet das Sumatra-Nashorn (Dicerorhinus sumatrensis) als «vom Aussterben bedroht». Derzeit streifen noch einige Exemplare durch Indonesien - laut WWF-Schätzungen weniger als 80 Tiere.

🙁🙁🙁 Koalas

epa04562064 An undated handout picture made available by the Taronga Conservation Society Australia on 16 January 2015 shows koala joey Holly, at Taronga Zoo in Sydney, Australia. The poor eyesight of koalas has led to the species evolving to greet through nose touching and is a common way for koalas to determine if they're encountering a friend or a foe.  EPA/TARONGA CONSERVATION SOCIETY AUSTRALIA AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Bild: EPA/AAP/TARONGA CONSERVATION SOCIETY

Bei schweren Buschbränden in Australien sind seit Oktober mehr als 2000 Koalas verbrannt. Das sagten Wissenschaftler kürzlich bei einer Anhörung im Parlament. Grosse Flächen an Eukalyptuswäldern, Lebensraum und gleichzeitig Nahrungsgrundlage der Koalas, sind niedergebrannt. Nach Angaben der Naturschutzorganisation Australia Koala Foundation (AKF) gibt es noch zwischen 43'000 und 100'000 Koalas. Die Tiere kommen nur in Australien vor. Laut WWF ist ihre Zahl in den vergangenen 25 Jahren um rund ein Drittel geschrumpft.

Als Gewinner sieht der WWF:

🙂🙂🙂 Goldschakale

HANDOUT - Ein Goldschakal tappt in eine Fotofalle, in der Surselva im Buendner Oberland, am 27. Dezember 2015. In Graubuenden ist erstmals das Auftreten eines Goldschakals nachgewiesen worden, wenn auch auf unglueckliche Weise: Ein Jaeger im Buendner Oberland verwechselte das Raubtier mit einem Fuchs und erschoss es. Nachdem der Gruenrock seinen Irrtum realisiert hatte, zeigte er sich selbst bei der Wildhut an, wie das kantonale Amt für Jagd und Fischerei am Mittwoch, 13. Januar 2016, mitteilte. Beim erlegten Tier handelte es sich um ein junges Maennchen. Ein Goldschakal war bereits am vergangenen 27. Dezember im Buendner Oberland in eine Fotofalle getappt. Ob es sich dabei um das gleiche Tier handelte, ist unklar. Fuer die Schweiz ist es der erste koerperliche und  der zweite  fotografische Nachweis dieser Tierart. Der Goldschakal ist ein mittelgrosser Vertreter der Hundeartigen und steht mit einem Koerpergewicht von 8 - 15 kg zwischen Fuchs und Wolf. (HANDOUT Amt fuer Fischerei und Jagd Graubuenden) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***

Bild: AMT FUER FISCHEREI UND JAGD GR

Der kleine Bruder des Wolfes verlässt mehr und mehr den warmen Südosten Europas und besiedelt Gebiete in Mitteleuropa. Das ist nach Ansicht des WWF eine Konsequenz der Erderhitzung. Auch in der Schweiz werden ab und zu Goldschakale gesichtet. Nach Hochrechnungen der Large Carnivore Initiative for Europe (LCIE) besteht die europäische Population aus 117'000 Tieren.

🙂🙂🙂 Saiga-Antilopen

Eine Saiga-Antilope

Bild: shutterstock.com

Vor knapp drei Jahren starben Tausende mongolische Saiga-Antilopen an einer Viruserkrankung, die von Schaf- und Ziegenherden übertragen wurde. Die Seuche und der folgende harte Winter seien laut WWF fatal gewesen: Der Bestand schrumpfte demnach von 11'000 auf 3000 Tiere. Zwar sei die Population immer noch stark geschwächt, allerdings zeigen einige Tiere mittlerweile Immunität gegen das Virus.

🙂🙂🙂 Hirschferkel

In this Jun. 21, 2018, photo, a silver-backed chevrotain is captured by camera trap in an undisclosed forest in south central Vietnam. The species, commonly known as Vietnamese mouse deer, was rediscovered after 30 years. (Southern Institute of Ecology/Global Wildlife Conservation/Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research/NCNP)

Bild: Southern Institute of Ecology/Gl

Im November sichteten Forscher erstmals nach 30 Jahren wieder ein Vietnam-Kantschil. Das Huftier aus der Familie der Hirschferkel war im Osten Vietnams in eine Kamerafalle getappt. Wie viele Tiere der Art genau in der Region lebten, war zunächst nicht bekannt. Der letzte bekannte Artgenosse des Tieres war im Jahr 1990 von einem Jäger erschossen worden. (sda/dpa)

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
KOHL
27.12.2019 11:27registriert March 2019
Der Walliser freut sich schon auf den Goldschakal... Entlich wieder etwas zum abknallen!
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