Mehrere Tote bei Angriff auf Hotelanlage in Malis Hauptstadt

19.06.17, 04:28

Bei einem Terroranschlag auf ein Hotel in der malischen Hauptstadt Bamako sind am Sonntag mehrere Menschen getötet worden. Ein Opfer habe die Staatsbürgerschaften Frankreichs und Gabuns, eine weitere Person sei noch nicht identifiziert worden.

Auch seien mindestens vier Angreifer getötet worden. Zwei tote Islamisten seien gefunden worden, sagte der Sicherheitsminister Salif Traoré, nach den Leichen von zwei weiteren werde gesucht. Zur Gesamtzahl der Angreifer äusserte der Minister sich nicht.

Zuvor hatte das Sicherheitsministerium auf Facebook geschrieben, ein Zivilist und ein Mitglied der Sicherheitskräfte seien verletzt worden, als bewaffnete Terroristen die Anlage «Le Campement Kangaba» in einem Vorort von Bamako angegriffen hatten.

Laut Traoré wurden insgesamt 36 Gäste und Angestellte der Ferienanlage «gerettet», darunter 15 Franzosen und ebenso viele Malier. Die bei westlichen Ausländern beliebte Kangaba-Anlage im Osten Bamakos verfügt über Ferienhütten, Restaurants und Swimmingpools.

US-Botschaft warnte

Anwohner berichteten von Schüssen, eine Rauchsäule stieg über der Anlage auf. Augenzeugen berichteten, die Angreifer hätten «Allahu Akbar» geschrien.

Eine Anti-Terror-Einheit habe nur wenige Minuten später das Hotel erreicht und umzingelt. An dem Einsatz seien Sicherheitskräfte Malis, Frankreichs, der UNO und der USA beteiligt gewesen, berichteten Augenzeugen. Dem Sicherheitsministerium zufolge konnte ein Angreifer verletzt entkommen.

Erst vor gut einer Woche hatte die US-Botschaft in Mali vor einer möglichen erhöhten Gefahr durch Anschläge gegen bei Ausländern beliebten Ziele in Bamako gewarnt. Man solle Orte mit schlechter Sicherheit meiden, etwa Hotels, Restaurants und Kirchen, hiess es.

Angriff auf Radisson-Hotel

Im November 2015 griffen Terroristen das Radisson-Hotel in der Hauptstadt im Südwesten des Landes an. Dabei nahmen sie rund 100 Gäste als Geiseln und töteten etwa 20. Im Norden sind die Terrorgruppen Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) und andere extremistische Gruppen aktiv. Sie greifen dort immer wieder UNO-Friedenstruppen und malische Streitkräfte an.

Der Norden Malis geriet 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer und anderer Rebellengruppen, sie konnten aber nach einer Intervention französischer Streitkräfte zurückgedrängt werden. Eine UNO-Mission soll zur Umsetzung eines Friedensabkommens zwischen Regierung und Rebellen beitragen. An der Mission in dem westafrikanischen Land sind etwa 800 Bundeswehr-Soldaten beteiligt. (sda/dpa/afp)

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