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Ludmilas Cousine Rada schmuggelte Gras von Zürich nach Belgrad. Bild: flickr.com/Alaska Carter

Einmal Gras-Schmuggel von Zürich nach Belgrad

Als sie noch jung und wild war, transportierte Ludmilas Cousine Marihuana über die Grenze. Eine Aktion, die um ein Haar im serbischen Knast endete. Und Ludmilas Schwester fast ein Herz-Chriesi bescherte.

10.08.17, 17:30

Ich war dabei, als Rada vor knapp zehn Jahren schwor, dass sie kein Gras mit nach Serbien nehme. Wir flogen damals zu dritt von Zürich nach Belgrad. Unsere Eltern reisten ein paar Tage vor uns an. Auf dem Programm stand die Hochzeit unseres Hass-Onkels. Nicht mal seine Braut mochte ihn. Warum sie ihn dennoch heiratete, schnallen wir bis heute nicht.

Rada steckte damals in der Spätpubertät. Das Kiffen war ihre Religion. Rada ist drei Jahre älter als ich. Und eines jünger als meine Schwester. Wie das so in jeder Sippe ist, hat jeder seine Rolle. Rada die des Enfant terrible.

Radas spätpubertäre Hymne

Video: YouTube/CypressHillVEVO

Radas Bruder ist ein Streber, ihre Eltern streng. Wir wuchsen Tür an Tür auf. So kam's, dass Rada viel mehr bei uns abhängte als bei ihrer eigenen Familie. Rada ist für meine Schwester und mich mehr als eine Cousine. Sie ist unsere Sister from another Mister.

Von Radas Koffer keine Spur

Ich weiss noch genau, dass meine Schwester, die Vernünftige bei uns im Haus, von Anfang an ein ungutes Gefühl hatte. Noch während des Boardings hakte sie bei Rada nach. «Gell, du hast wirklich nirgends Gras dabei!?». «Nein!», versicherte diese.

Nach 1,5 Stunden landeten wir in Belgrad. Am Gepäckband kämpften wir uns durch die Menschenmasse, um zuerst den Koffer meiner Schwester und dann meinen vom Band zu hieven.

Ludmilas Cousine Rada überkommt heute noch ein mulmiges Gefühl, wenn sie am Flughafen in Belgrad steht. Bild: flickr.com/VasenkaPhotography

Wir standen so lange da, bis auf dem Gepäckband nur noch ein verwaister Rucksack seine Runden drehte. Von Radas Koffer keine Spur. Sie wurde leicht nervös. Meine Schwester schleppte uns zum Lost&Found-Schalter.

Rada füllte ein Formular aus. Dann konnten wir gehen. Rada würde angerufen werden, sobald man wisse, wann ihr Koffer in Belgrad ankommt.

Die Kacke war nicht nur am Dampfen, nein, sie kochte über

Mein Vater holte uns ab. Auf der Fahrt Richtung Kuhkaff war Rada erstaunlich ruhig. Auf Fragen antwortete sie mit Fragmenten. Als sie in der Ferne ihre Mutter strahlen sah, schluckte sie drei Mal leer.

Meine Schwester und ich schauten uns an. Der Fall war klar: Rada hatte ihr Versprechen gebrochen. Im verschwundenen Koffer muss sie Gras versteckt haben. Wir nahmen sie zur Seite. Rada gab alles zu. Es war nicht so, dass die Kacke nur am Dampfen war, nein, sie kochte über.

Eine Million Euro Schmiergeld!

Gegen 22 Uhr klingelte Radas Handy. Sie könne ihren Koffer morgen ab 13.30 Uhr abholen. Sie möge sich doch beim Schalter der Flughafenpolizei melden. FLUGHAFENPOLIZEI. Radas Gesichtszüge entwichen. So wie die meiner Schwester und meine.

In dieser Nacht machten wir kein Auge zu. Zu gross war die Angst, dass Rada auffliegen und verhaftet wird. Und wir dann ihrer hysterischen Mutter und ihrem strengen Vater erklären müssen, dass sie im Belgrader Knast sitzt und nie mehr rauskommt, sofern wir keine Million Euro Schmiergeld tuggen.

«Komm mit in diesen kleinen Raum da drüben!»

Zwei Flughafenpolizisten in Belgrad

Es war mein unwissender Papa, der Rada an den Flughafen fuhr. Wir wussten, dass er derjenige ist, der am ruhigsten bleibt, falls es zum Äussersten käme. Meine Schwester und ich fuhren zur seelischen Unterstützung mit. Papa drehte die Musik auf, sang, feierte das Leben. Wir machten gute Miene zum bösen Spiel.

Am Flughafen begleiteten wir Rada zum Polizeischalter. Die Frau schaute eeeeewig in den Computer. Und sagte rein gar nichts. Irgendwann rief sie zwei Kollegen. «Komm mit in diesen kleinen Raum da drüben», sagten die Polizisten zu Rada.

Ludmila Balkanovic

Unsere Kolumnistin Ludmila wuchs zwischen Mani Matter, Kettenrauchern, harten Schweizer Schulregeln und einer «Fuck the System»-Kultur auf. Hier erzählt die Mittdreissigerin aus ihrem Leben zwischen Schweizer Bünzli- und dem Jugotum.

Da trottete sie nun davon. Den Blick zu Boden gerichtet. Sie drehte sich noch einmal um, während ihr unser Vater fröhlich hinterher winkte. Rada verschwand im Raum.

Zwei lange Minuten später kam sie raus. Ihren Koffer zog sie hinter sich hier. Sie hatte ihr Strahlen wieder. In diesen zwei Minuten, in denen sie ihren Koffer identifizieren musste, sah sie ihr Leben an sich vorbeiziehen.

To be continued …

Fünf Jahre später weihten wir in einem schwachen Moment meine Eltern ein. Mein Hippie-Dad hat gelacht. Meine Mutter nicht. Heute kann aber selbst Mama der Story eine amüsante Komponente abgewinnen. So wie meine Schwester. Und Rada. Ich sowieso.

Was passiert, wenn Marihuana im serbischen Kuhkaff ankommt. Bild: flickr.com/Dorian Miguel Ospino Caro

Apropos Rada: Sie hat seither nie wieder Gras im Koffer versteckt.

Apropos Rada zum Zweiten: Da es das Gras anno dazumal dann aber doch noch über Umwege ins serbische Kuhkaff geschafft hat, nutzte Rada die Gunst der Stunde, eine Nacht lang das halbe Dorf zu dopen. Dazu mehr in der nächsten Kolumne.

Eure Ludmila

PS: 10 Promis, von denen du nie gedacht hättest, dass sie gekifft haben

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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  • Spooky 11.08.2017 03:58
    Highlight Anfangs der 90-er Jahre haben die Cops bei einer Razzia bei mir zuhause 10 Kilo gefunden (es stand im BLICK). 8 weitere Kilo haben sie mir nachgewiesen, weil ein Kumpel von mir beim Verhör schwach wurde. Ich war dann für eine Zeitlang nicht mehr für alle erreichbar. Aber wie ihr seht, hat es mir nicht geschadet, oder?

    Das nur so, um die (absolut geniale) Ludmila-Story in ein etwas anderes Licht zu rücken ;-)
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    • Sageits 11.08.2017 20:01
      Highlight @Spooky
      Jetzt haben Sie mich überrascht, das hätte ich nicht gedacht.
      Ob es Ihnen geschadet hat, das kann ich nicht einmal im Ansatz beurteilen. Das können nur Sie, wenn überhaupt. Zuviele Unbekannte. Die Realität ist doch um Längen fantasievoller als die Kraft der Vorstellung.

      Ich habe einen Moment gezweifelt, ob Sie uns da die Wahrheit erzählen. Ich habe mich für Ja entschieden.

      Ich gebe Ihnen recht, Drogen schmuggeln ist nichts worauf man stolz sein sollte. Auch nicht, wenn man nicht erwischt wurde.





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    • rainbowWarrior 11.08.2017 21:07
      Highlight @Spooky: jaja in der Schweiz halt. In Serbien wär vor dem Gefängnis ein löngere Spitalaufenthalt notwendig gewesen.😜
      1 0 Melden
    • Spooky 14.08.2017 20:40
      Highlight @Sageits
      Nein, ich erzähle keine Märchen.

      Ludmila ist genial. Was sie macht , ist Literatur.

      Wenn es um grosse Mengen geht, ist die Realität aber nicht lustig wie bei Ludmila, sondern doof und banal. Man kommt mit Leuten in Kontakt, die einen wegen einem Gerücht oder einer unbedachten Bemerkung dem Gesetz ausliefern. Und du wirst für den Verlust von Drogen verantwortlich gemacht, obwohl du verraten wurdest. Das heisst: Schulden abbezahlen. Du wirst unter Druck gesetzt, weiter zu dealen. Zum Glück kannte ich legale Leute, vor denen meine "Arbeitgeber" Angst hatten.



      3 0 Melden
    • Spooky 15.08.2017 03:40
      Highlight @rainbowWarrior

      Damals in Hinwil hatte ich es mit Serben zu tun. Aber nur eine halbe Stunde pro Tag. Die Serben waren stolze Leute. Die haben absolut nichts zugegeben, auch dann nicht, wenn man ihnen alles beweisen konnte.

      Die Leute aus dem Libanon waren eine Stufe höher: Keine Zeugen hinterlassen.

      Sorry, vielleicht sprenge ich den Rahmen von Watson. Aber ich bin 67. Ich mag nicht mehr lügen.
      4 0 Melden
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  • Asparaguss 08.08.2017 21:06
    Highlight Schreib nicht über den Bus!
    1 1 Melden
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  • rodolofo 02.08.2017 17:18
    Highlight Passt bloss auf mit Drogen!
    Die sind nämlich nur am Anfang lustig und oft nicht einmal dann...
    Liebe Ludmilla, Du musst hier nicht ständig auf den Putz hauen, nur um uns allen zu beweisen, dass Du aus dem Balkan stammst!
    Relax! Lass doch den doofen Leistungsdruck einfach an Dir abprallen!
    Oh, ich höre mich ja an, wie ein Cannabis-Raucher...
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  • Bruno S. 88 26.07.2017 12:48
    Highlight Schlimmerer Cliffhanger als bei Walking Dead mit Negan :-D :-D
    30 3 Melden
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  • Jimmy No 25.07.2017 01:58
    Highlight Die Black Sunday CD, mit dem cannabis fact-sheet booklet, war zu dieser Zeit sowas wie die Kifferbibel (.")_, (",)
    15 4 Melden
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  • Sheez Gagoo 24.07.2017 23:11
    Highlight Ich habe mal ein Rauchi in die Vereinigten Arabische Emirate geschmuggelt und zufriede im Hotel gepfört. Bin ich immer noch stolz. Eier aus Stahl.
    40 57 Melden
    • ludmila 27.07.2017 23:04
      Highlight Ich gebe zu, auch ich bin beeindruckt. Und meine Cousine will wissen, wie du das gemacht hast. Gruss, L.
      26 6 Melden
    • Sheez Gagoo 28.07.2017 19:04
      Highlight Ehrlich gesagt habe ich ein Piece in meiner Hosentasche vergessen und bin dann verreist. Niemand hat danach gesucht und es darum nicht gefunden. War in der kleinen Tasche die sich am linken Hosensack befindet.
      21 3 Melden
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  • pamayer 24.07.2017 22:59
    Highlight Also wurde das Gras nicht gefunden...
    Ein riesen Haufen Glück gehabt.
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  • Echo der Zeit 24.07.2017 22:09
    Highlight Und wieviel Heroin Schmuggelte sie in die Schweiz zurück ?
    40 142 Melden
    • Dä Brändon 25.07.2017 09:44
      Highlight Sie ist doch keine Albanerin... Wenn Du schon versuchst mit billigen Klischees um Dich zu werfen.
      96 11 Melden
    • Mikki 25.07.2017 12:11
      Highlight Bä brändon isch eifach legendäär👍🏼👍🏼😂😂
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  • Pasch 24.07.2017 21:58
    Highlight Tja unten ists wohl noch das angenehmste wenn de danach in einer Zelle landest um über deine Taten nachzudenken. Mir sind einige Fälle grenzüberschreitend bekannt bei denen zuerst mal der Schlagstock seinen Einsatz hatte. Soll auch als Abschreckung bei den Befreundeten sein, wenn er überhaupt noch raus kommt.

    Dont do that shit "daun ander"!!
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  • Krabappel 24.07.2017 20:46
    Highlight naaai, cliffhanger sind gemein!
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  • Tu1zla 24.07.2017 20:05
    Highlight Da sehe ich heute ein Bild von Ludmila und Zack erscheint auch ein Artikel von Ihr. 😉
    56 6 Melden
    • ludmila 27.07.2017 23:07
      Highlight Woow. Ich wäre gerne diese Ludmila. Diese Ludmila hat perfekte Brüste. Und einen schönen Baum. Auch scheint sie ein Naturmädchen zu sein. Nun nein, ich bin (leider) definitiv nicht diese Ludmila. Sapperlot.
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  • DonPedro 24.07.2017 19:55
    Highlight Gabs denn in Serbien vor 10 Jahren kein Gras zum kaufen und, wenn möglich noch günstiger als in Zürich?
    53 5 Melden
    • Mikki 24.07.2017 22:44
      Highlight Vor zehn jahren gabs in serbien nur heu aber gleich teuer wie hier! Wenn du mit swiss weed angekommen bist wollte keiner mehr raus gehen.... geh ich halt alleine😂🤣🤣
      49 4 Melden
    • Honey Badger 24.07.2017 22:44
      Highlight Leider nur Heroin und Organe...
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    • Thanatos 24.07.2017 23:10
      Highlight Besser auf jeden Fall. Auch heute noch ;)
      4 2 Melden
    • Mikki 25.07.2017 06:20
      Highlight Heroin und organe musst im kosovo suchen wer erzählt dir solche märchen???
      35 12 Melden
    • AdiB 03.08.2017 12:02
      Highlight Heroin ist im balkan die meist konsumierte droge. Sie wird weniger gespritzt als geraucht. Heroin ist billiger als grass.

      @mikki, die jungen die keine zähne oder verfaulte zähne haben, haben es wegen dem heroin rauchen.


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Ich soll meinen Jugo-Namen ändern? Ihr habt sie doch nicht mehr alle!

Kürzlich wurde bekannt, dass die Versicherung Swiss Life ihren Call-Center-Mitarbeitern mit ausländischem Namen rät, sich ein Schweizer Ego zuzulegen. Hier erzählt Ludmila, warum sie eher nackt die Langstrasse hoch und runter joggen würde, bevor sie ihr «-ic» gegen ein «Meier» oder «Müller» eintauschen würde.

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