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Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko: Links liegen die US-Bundesstaaten Texas und New Mexico, rechts liegt das mexikanische Ciudad Juarez.  Bild: EPA/EFE

Die Pläne konkretisieren sich: Trumps Mauer soll schön werden – aber nur auf der US-Seite

Im Wahlkampf versprach Trump, eine Mauer zu bauen. Nun nehmen diese Pläne konkrete Züge an. Sicher ist: Es wird teuer. 

19.03.17, 03:12 19.03.17, 10:48

Die US-Regierung hat ihre Ausschreibung für den Bau einer Grenzmauer zu Mexiko konkretisiert. Sie soll «imposant», zwischen 18 und 30 Fuss (5,40 bis 9,10 Meter) hoch und für Menschen unüberwindbar sein, heisst es in den Anforderungen des Ministeriums für Innere Sicherheit. 

Auch zum Aussehen wurden Angaben gemacht: Auf der US-Seite soll das Bauwerk «ästhetisch ansprechend» sein und farblich soll es sich der Umgebung anpassen. Wie die Mauer auf der mexikanischen Seite auszusehen hat, dazu macht das Ministerium keine Angaben. 

Ein Teil der Mauer soll aus Zement gebaut werden, ein zweiter Teil mit anderen Materialien. Die Grenzbefestigung soll bis in mindestens 1,80 Meter Tiefe Tunnelbauten unter der Mauer hindurch unmöglich machen.

Konkret wird gefordert, es müsse mindestens 60 Minuten dauern, die Mauer mit einer Axt, einem Vorschlaghammer, Hammer und Meissel, batteriebetriebenen Werkzeugen oder einem Schweissgerät so zu durchbrechen, dass ein mehr als 30 Zentimeter grosses Loch entsteht.

Die Grenze zwischen Mexiko und den USA

700 interessierte Bau-Unternehmen

Die rund 700 interessierten Firmen haben bis zum 29. März Zeit, um Vorschläge einzureichen. Die Bau-Unternehmen sollen zehn Meter breite Mauerstücke zu Vorführungszwecken aufstellen, aufgrund denen die Aufträge vergeben werden.  

Vieles am Projekt ist noch unklar. Zum Beispiel, wo genau die Mauer verlaufen soll: An einzelnen Abschnitten drohen Rechtsstreitigkeiten um notwendige Landenteignungen. Ein 120 Kilometer langer Teilabschnitt geht etwa durch das Gebiet des Indianerstamms Tohono O'odham, der die Mauer klar ablehnt.

Eine grosse Frage ist auch die Finanzierung der Mauer ...

Eigentlich will US-Präsident Donald Trump, dass Mexiko für die Kosten aufkommt, womöglich auch indirekt, zum Beispiel über neue Strafzölle oder eine Besteuerung von Überweisungen von in den USA lebenden Mexikanern in die Heimat. Doch vorerst sieht es so aus, als ob die USA das Portemonnaie öffnen müssten. 

Im Haushaltsentwurf der US-Regierung für 2017 und 2018 sind bisher insgesamt 4,3 Milliarden Dollar für die Mauer vorgesehen. Ein Zaun, der Fussgänger aufhält, würde gemäss amtlichen Schätzungen pro Meile 6,5 Millionen Dollar kosten. Eine Sperre für Fahrzeuge wäre 1,8 Millionen Dollar pro Meile teuer.

Schätzungen des Heimatschutzministeriums gehen von bis zu 21 Milliarden Dollar an Kosten aus. Trump hat zu den Gesamtkosten unterschiedliche Angaben gemacht. Er sprach mal von vier, mal von acht, mal von zwölf Milliarden Dollar.

Ob jemals Geld fliessen wird, ist indes fraglich. Demokraten und sogar einige Republikaner haben die Mauer als unnütz und überflüssig bezeichnet. (cma/sda/dpa)

Die Mauern dieser Erde

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Catloveeer, 19.12.2016
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21 Kommentare anzeigen
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  • chilli37 19.03.2017 11:22
    Highlight Fürs sachliche Diskutieren über die Mauer fehlt mir ein bisschen die Energie. Wer's lustig mag: Stephen Colbert hat sich des Themas angenommen.
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  • dr. no 19.03.2017 11:13
    Highlight haben die keine baureglemente? also meine mauern zu den nachbaren darf ohne baubewilligung max. 1,20m sein. 🤓 *slaaaap*
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  • BRO 19.03.2017 10:11
    Highlight Die Mauer dient lediglich dazu, mexikanische Wanderer darauf aufmerksam zu machen, dass hier das Land endet. 90% aller Migranten in den USA sind versehentlich dort gelandet. 😂
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  • acove 19.03.2017 09:08
    Highlight Eine Mauer kann niemals schön sein. Hat man aber eine Mauer vor dem Kopf, glaubt man, dass auch ein Betonklotz schön ist.
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  • Benis 19.03.2017 08:43
    Highlight Die Mauer kostet viel und bringt wenig, gleichzeitig kürzt Trump in seinem Budgetvorschlag aber bei der Coast Guard (die eine sehr viel längere Grenze kontrolliert) und bei Subventionen an lokale Sicherheitsbehörden (Geld das die Südstaaten u.a. für Grenzpatrouillen verwenden). Seine Anhänger werden das nie herausfinden weil sie sich offensichtlich nicht für Details interessieren, aber interessant ist es schon wie widersprüchlich das Ganze ist.
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    • Yolo 19.03.2017 10:32
      Highlight So funktioniert Populismus.
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  • Benis 19.03.2017 08:36
    Highlight Billigste Variante wäre einfach die ganze Grenze zu verminen. Würde Trump das vorstellen würde seine Anhänger ihn woll immer noch hochjubeln.
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    • Mbatatart 19.03.2017 09:44
      Highlight Sogar Minen werden Leute nicht verhindern.
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  • Linus Luchs 19.03.2017 07:43
    Highlight Wenn die noch schön lange über die Gestaltung, den Verlauf, die Kosten, die Bezahlung, die Landenteignungen, den Nutzen etc. dieser Mauer diskutieren, ist Trump vielleicht nicht mehr Präsident, bis sie mit dem Bau begonnen haben, und dann können sie das irrwitzige Projekt in die Tonne treten.
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    • EvilBetty 19.03.2017 10:40
      Highlight Ich denke genau das ist der Plan.
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  • Zern 19.03.2017 07:06
    Highlight Um mal ein bisschen Klugzuscheissern: aus Zement baut man gar nichts. Er ist zusammen mit Sand/Kies, Wasser und chemischen Zusatzmittel Bestanddteil von Beton ;) Ich backe schliesslich auch keinen Kuchen nur mit Mehl :)
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  • Ursus ZH 19.03.2017 06:13
    Highlight Ich warte eigentlich nur noch drauf, dass Trump auf die Idee kommt, dass die Mexikaner neben der Übernahme der Kosten für die Mauer, diese auch noch selber bauen müssen.
    60 6 Melden
    • Ursus ZH 19.03.2017 09:01
      Highlight Das wäre dann allerdings schlecht für die Schweizer Firma, die für den Bau offeriert hat.
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    • Ursus ZH 19.03.2017 09:03
      Highlight Betrifft folgende Firma:
      «Wenn Trump die Mauer tatsächlich baut – in welcher Form auch immer – dann sind wir auch beteiligt», sagte Sika-Chef Jan Jenisch.
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    • Globidobi 19.03.2017 09:11
      Highlight Nein er will natürlich das die Amis diese bauen, so gibt es weniger Arbeitslose.
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  • Wandtafel 19.03.2017 03:47
    Highlight "Die Grenzbefestigung soll bis in mindestens 1.80 Meter Tiefe Tunnelbauten unter der Mauer hindurch unmöglich machen"

    Der Mexikaner kann natürlich nicht tiefer als 1.80 graben... ach Trump...
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    • Silas89 19.03.2017 04:59
      Highlight Es gibt keine unüberwindbare Mauer. Für ein Loch von 1.8 Meter braucht man schwere Maschinen oder sehr, sehr viel Zeit. Es wäre auch möglich, mit einer Holzkonstruktion über eine 10 Meter hohe Mauer zu steigen und sich auf der anderen Seite abzuseilen. Der Aufwand ist halt einfach grösser als bei 2 Metern.
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    • Pana 19.03.2017 05:50
      Highlight Unmöglich? Ab 1.80 ist wohl alles Lava :)
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    • Ursus ZH 19.03.2017 06:10
      Highlight Trump geht davon aus, dass Mexikaner im Durchschnitt kleiner sind als 1.80m, und deshalb auch nicht tiefer graben können. Trumpsche Logik!
      65 15 Melden
    • Asalato 19.03.2017 08:34
      Highlight Der Boden wird halt mit zunehmender Tiefe härter und steiniger. Bin kein Geologe aber ich könnte mir vorstellen das es dann einfach zu mühsam wird/lange geht
      9 3 Melden
    • andrew1 19.03.2017 09:20
      Highlight Die anforderung ist schlicht und ergreifend das man mindestens 1 stunde braucht um die mauer zu überwinden. Mit 1.8 meter hofft man wohl dieses ziel zu erreichen.
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Nordkorea testet neuen Raketenantrieb – Kim spricht von «historischem Sieg»

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