Schweiz
Interview

SBB: "Über soziale Medien wird emotional reagiert"

Interview

SBB-Sprecher: «Das ist eine Extremsituation heute und ich kann den Ärger der Reisenden sehr gut verstehen»

07.06.2016, 14:2607.06.2016, 16:04

Zwischen Zürich-Oerlikon und Glattbrugg geht fast nichts mehr. Der Schaden ist noch immer nicht behoben. Die Polizei geht davon aus, dass ein gelegtes Feuer an technischen Anlagen der Grund für das Chaos ist.

Brandstifter legt Pendlerverkehr lahm

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Brandstifter legt Pendlerverkehr lahm
Pendler warten auf die Ersatztransportmittel am Bahnhof Glattbrugg. Die SBB-Bahnstrecke zwischen Oerlikon und Glattbrugg ist wegen einer Brandstiftung unterbrochen.
quelle: keystone / ennio leanza
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Die Auswirkungen sind massiv, wichtige Verbindungen lahmgelegt. Unter anderem die Strecke zum Flughafen. Tausende Pendler – auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule – steckten am Morgen fest und werden am Abend mit ähnlichen Zuständen rechnen müssen. Deshalb sind die Reaktionen dieses Mal wohl heftig.

Christian Ginsig, Sprecher der SBB, sagt, wie das Personal damit umgeht:

Die SBB haben ein Problem, das höchstwahrscheinlich ein Brandstifter verursacht hat, und alle beschweren sich über die Bahn. Gibt es viele Reaktionen?
Christian Ginsig: Ja, sehr viele von Kunden vor Ort. Es ist noch zu früh, um zu sagen, wie viele Forderungen nach Rückerstattung eingehen werden. Momentan legen wir den Fokus voll auf die Wiederinbetriebnahme der Strecke. Die Strecke Zürich–Schaffhausen–Stuttgart konnte um zwölf Uhr wieder in Betrieb genommen werden. Noch ausstehend ist die Betriebsaufnahme auf der Strecke Oerlikon–Zürich Flughafen. 

Hört man sich auf den Perrons um und durchforstet man die sozialen Medien, ist das Fazit, dass es dieses Mal viele und zum Teil aggressive Reaktionen auf den Ausfall gibt.
Die Auswirkungen sind sehr gross, denn nicht nur Reisende an den Flughafen, sondern auch viele Pendler waren betroffen. Vermutlich verpassten zahlreiche Personen ihre Flüge. Das sorgt zusätzlich für Unmut. 

Sie haben also Verständnis für das Verhalten?
Ja, das ist eine Extremsituation heute und ich kann den Ärger der Reisenden sehr gut verstehen. Es zirkulieren Ersatzbusse, auch sogenannte Kundenlenker helfen vor Ort. Zudem wurde ein Shuttle-Bus-Betrieb zwischen Winterthur–Zürich Flughafen eingerichtet. 

Apropos Kundenlenker, den Helfern in den Bahnhöfen mit den gelben Westen: Auch die müssen sich einiges gefallen lassen von gestressten Pendlern. Wie gehen die damit um?
Kunden reagieren im direkten Dialog meist anders als über sozialen Medien. Im Internet sind die Reaktionen emotionaler, so unsere Erfahrung.  

Können Sie schon sagen, wann der Schaden behoben ist?
Nein, ich kann Ihnen nicht sagen, ab wann die Strecke zum Flughafen wieder normal befahrbar ist. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Lösung des Problems. (feb)

Eine Auswahl von Reaktionen: 

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